Frontex soll Flüchtlinge in Griechenland einkesseln

15. Dezember 2016 / Aufrufe: 932

Laut einem Bericht des deutschen Spiegel sollen Kräfte der Frontex dafür sorgen, dass über die Türkei in Griechenland eintreffende Flüchtlinge dort festgesetzt werden.

Tayyip Erdogans Drohung, die „Pforten“ der Türkei öffnen und Europa mit Flüchtlingen überfluten zu werden, führt die EU zu Maßnahmen um sicherzustellen, dass die Flüchtlinge in Griechenland bleiben und nicht nach Zentraleuropa vordringen werden.

Informationen des „Spiegel“ zufolge plant die Frontex, Kräfte zu entsenden, welche die Grenze Griechenlands zu der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Makedoniens (FROM) überwachen sollen. Die deutsche Zeitschrift merkt in ihrer Online-Ausgabe an, dies sei das erste Mal, dass die Frontex seit dem Moment des Ausbruchs der Flüchtlingskrise eine solche Aktivität übernimmt.

Frontex soll die Balkan-Route „dicht“ halten

Laut dem besagten Artikel wird geschätzt, dass im Januar oder Februar 2017 ungefähr 60 Mitarbeiter der Frontex dorthin entsendet werden. Griechische Sicherheitsoffiziere, auf die sich der „Spiegel“ beruft, führen an, dieser Schritt sei eine Antwort der EU auf die zunehmende Sorge, die Türkei könne wieder zehntausende Flüchtlinge auf die Balkan-Route schicken.

Deswegen werden zwei Missionen der Frontex geplant. Die erste wird sich auf die Passkontrollen an den offiziellen Grenzübergängen konzentrieren und die zweite an der Grenze Griechenlands zur FYROM patrouillieren, damit illegale Grenzüberschritte abgewendet wird. Dem Spiegel-Artikel zufolge inspizierten in der vergangenen Woche hochrangige Vertreter der Frontex und der griechischen Polizei das Gebiet dieser Einsätze. Das Hauptquartier wird sich in der Kreisstadt Kilkis und eine zweite Basis in dem Grenzdorf Evzoni (also in der Nähe des berüchtigten Grenzübergangs Idomeni – Gevgelija) befinden.

Ein internes Dokument der Polizei zeigt laut dem „Spiegel“, dass der Einsatz von Kräften der Frontex auch auf die Grenze Griechenlands zu Albanien ausgeweitet werden könnte. Bisher registrieren die Bediensteten der Frontex an der Nordgrenze Griechenlands die Flüchtlinge nur, merkt der Artikel an und ruft in Erinnerung, dass Griechenland sich 2015 noch weigerte, der Frontex den Einsatz von Kräften an der Nordgrenze des Landes zu gestatten.

(Quellen: iefimerida.gr, Spiegel Online)

  1. GR-Block
    15. Dezember 2016, 16:50 | #1

    Frontex soll die Balkan-Route ‚dicht‘ halten“ – Nun gehört auch GR zur Balkan-Route, bleibt aber offen. D.h. wohl, die Route soll nicht abgedichtet, sondern an der falschen Stelle verstopft werden. Gegen diese Verstopfung hilft nur ein Abführmittel. Verteidigungsminister Kammenos hatte es schon in Erwägung gezogen: Die Flüchtlinge erhalten die griechische Staatsbürgerschaft und damit Freizügigkeit in der EU. Zum Ausgleich wird Tsipras Frau Merkel in der Bundestagswahl unterstützen, mit den aufmunternden Worten: „Ihr schafft das schon!“

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