Steiler Anstieg der Geschlechtskrankheiten in Griechenland

25. November 2016 / Aufrufe: 1.261

In Griechenland wird in den letzten Jahren eine beunruhigende Zunahme der mittels sexueller Kontakte übertragenen Krankheiten verzeichnet.

Die Neuinfektionen mit sogenannten Geschlechtskrankheiten zeigen in Griechenland in den letzten Jahren einen steilen Anstieg.

Hauptfaktoren für diese Zunahme sind laut den Venerologen und Dermatologen der Mangel an Informierung hauptsächlich bei den jungen Leuten und die großen durch Griechenland ziehenden Migrantenströme.

AIDS drängte übrige Geschlechtskrankheiten in den Hintergrund

Die zuständigen Träger und die wissenschaftliche Community müssen die Alarmglocke schlagen, bevor die Situation für die öffentliche Gesundheit außer Kontrolle gerät„, betont anlässlich des Welt-Aid-Tags der bekannte Dermatologe – Venerologe Apostolos Karalexis, Leiter der dermatologischen Klinik des Marinekrankenhauses Athen. Laut ihm bedarf es besonderer Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, da die Mehrheit der Bürger die Schutzmaßnahmen gegen die sexuell übertragenen Krankheiten vergessen zu haben scheint.

Wie Venerologen anführen, ist für diese ungünstige Entwicklung der Umstand verantwortlich, dass in den letzten Jahren der Schwerpunkt der weltweiten Informationskampagne auf AIDs gefallen ist. „Anlässlich des Welt-Aids-Tags (01 Dezember) sollten wir uns also in Erinnerung rufen, dass es auch andere sexuell übertragene Krankheiten gibt, wegen der wir Schutzmaßnahmen ergreifen müssen„, betont Herr Karalexis.

Die häufigsten Geschlechtskrankheiten in Griechenland

Syphilis, Gonorrhö, Chlamydien-Infektionen, Genitalherpes, bakterielle Vaginitis, humane Papillomviren (Genitalwarzen), Hepatitiden und Trichomosiasen stellen die Basisgruppe der in den letzten Jahren in Griechenland „galoppierenden“ Geschlechtskrankheiten dar.

Syphilis

Gemäß einer epidemiologischen Studie, die sich auf das Auftreten neuer Syphilis-Fälle im Krankenhaus „Andreas Soros“ bezieht, wurde laut den Angaben des KEELPNO von 2003 bis 2010 ein Anstieg der Fälle um 38% festgestellt.

Von den 116 Fällen im Jahr 2013 gelangten wir somit bei 160 im Jahr 2010 an, während 2010 auf panhellenischer Basis 241 Fälle gemeldet wurden, bei es sich bei 209 um Männer (86,7%) und bei 32 um Frauen (13,3%) handelte. Von der Gesamtheit der Männer waren 58,8% homosexuell / bisexuell. Die bei beiden Geschlechtern befallene Hauptaltersgruppe ist 25 – 34 Jahre.

Gonorrhö

Die von dem Nationalen Pasteur-Institut kommenden Daten zeigen, dass die Fälle von 108 im Jahr 1990 bei 312 im Jahr 2010 angelangten.

Bei den 266 Fällen, bezüglich derer das Geschlecht bekannt ist, bezogen sich 260 (97,7%) auf Männer und nur 6 auf Frauen. Bei der Summe der Männer, deren sexuelle Orientierung bekannt ist, bezogen sich 74,5% der Fälle auf homosexuelle Männer. Die bei den Männern befallene Hauptaltersgruppe ist 25 – 34 Jahre.

Genitalwarzen (Feigwarzen)

Statistischen Daten zufolge bleiben an erster Stelle der am häufigsten weitergegebenen Krankheiten weiterhin die Genitalwarzen, trotz der Anwendung der Schutzimpfungen, dank der in den letzten Jahren in manchen Ländern eine rückläufige Tendenz bei den Erkrankungsfällen gibt. Im Marinekrankenhaus Athen und im Krankenhaus „Andreas Syngros“ verdoppelte sich während der Periode 2006 – 2011 die Anzahl der mit Genitalwarzen vorstellig gewordenen Patienten.

Die Genitalwarzen sind kleine Pusteln die üblicherweise an den Geschlechtsorganen der Frau, aber auch des Mannes auftreten (im Alter von 18 bis 35 Jahren). Risikofaktoren für das Auftreten von Genitalwarzen sind die größere Anzahl an Sexualpartnern, der Beginn des Sexuallebens in jüngerem Alter und das Rauchen. Begegnet wird ihnen mit der Anwendung lokaler Medikamente, Vereisung, Kauterisation, chirurgischer Entfernung oder mit Laser.

Die gegen HPV (Genitalwarzen) verfügbaren Impfstoffe sind zwei, nämlich ein bivalenter und ein tetravalenter, die in Griechenland seit 2008 in dem nationalen Impfprogramm umfasst sind.

AIDS

Die epidemiologischen Daten des KEELPNO für die Periode 2010 – 2015 verzeichnen für 2010 insgesamt 530 neue Fälle, die 2012 auf 1.059 anstiegen, also eine sich 100% nähernde Anstiegsquote, um im weiteren Verlauf 2014 auf 802 und 2015 auf 667 neue Fälle zurückzugehen.

Von den 667 neuen Fällen im Jahr 2015 waren 82,% Männer und 11,5% Frauen, während auf die gesamte Dauer des Jahres 2014 bezogen von den 802 neuen Fällen die Ansteckungskategorien zu 44,1% Homosexuelle / Bisexuelle, 13,2% Konsumenten intravenöser Drogen, 17,4% Heterosexuelle, 25,2% undefiniert und 0,1% mittels vertikaler Übertragung waren.

Die Präventions- und Schutzmaßnahmen, die wir alle ergreifen müssen um die Weitergabe der sexuell übertragenen Krankheiten abzuwenden, sind die Verwendung eines Präservativs, die Wahl eines festen Gefährten und die Impfung gegen das HPV-Virus„, endete Herr Karalexis.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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