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In Griechenland liegen eine halbe Million Wohnungen auf Halde

In Griechenland liegen eine halbe Million Wohnungen auf Halde

6. November 2016 / Aktualisiert: 09. Oktober 2017 / Aufrufe: 2.666

Auf dem praktisch toten Immobilienmarkt in Griechenland stehen wenigstens 500000 Wohnungen leer und warten auf Mieter oder Käufer.

In Griechenland stehen wenigstens eine halbe Million Wohnungen stehen leer und warten auf einem praktisch „toten“ Immobilienmarkt auf Käufer. Dies betont Babis Charalampöopoulos, ehemaliger Leiter eines griechischen Schätzinstituts und wissenschaftlicher Berater der SOLUM Property Solutions.

Eine Einschätzung der auf dem griechischen Immobilienmarkt herrschenden Lage anstellend unterstrich Babis Charalampopoulos, der große Rückgang der Bautätigkeit habe schrittweise ab 2007 verzeichnet zu werden begonnen und setzte sich bis heute fort, so dass der kumulative Rückgang bei 95% liegt!

Rapider Einbruch der Nachfrage nach Wohnimmobilien in Griechenland

In den Jahren der Krise sind gleichzeitig folgende Entwicklungen eingetreten:

  • Abwanderung zigtausender Griechen ins Ausland zwecks Arbeitssuche.
  • Wegzug vieler Ausländer, die in Griechenland arbeiteten (Albaner, Rumänen usw.), wegen fehlender Beschäftigungsmöglichkeiten im Land.
  • Rückkehr vieler junger Leute in ihre Elternhäuser, weil sie eine eigene Wohnung wirtschaftlich nicht mehr zu unterhalten vermochten.
  • Rückkehr vieler Griechen in die Dörfer, wegen der Krise.
  • Demographische Entwicklung mit sinkenden Tendenzen der Bevölkerung Griechenlands.
  • Schließung tausender Unternehmen mit dem Resultat, dass viele Büroräume und Ladenlokale leer bleiben.

Diese Umstände haben zigtausende leer stehende Wohnungen beschert, was in Kombination mit den leeren – unverkauften Neubauten, die bis 2010 vollendet wurden (und vielen Tangierungen zufolge in einer Größenordnung von 200.000 Wohnungen liegen), ungezwungen zu der Folgerung führt, dass wenigstens 500.000 Alt- und Neubauwohnungen leer stehen und sich kein Nutzer oder Käufer findet. Die Auswirkung der demographischen Entwicklung wird ebenfalls als für die Einschränkung der Nachfrage bedeutsam beurteilt.

Massenhafte Versteigerung werden Immobilienpreise weiter drücken

Parallel ist in den Jahren der Krise ein höchstsignifikanter Rückgang der Wohnungspreise verzeichnet worden, der auf durchschnittlichen Niveaus (laut der Griechischen Bank) in einer Größenordnung von 42% liegt. Dies bedeutet, dass in sehr vielen Fällen der Rückgang bis zu 60% und in anderen 30% erreicht, wobei die prozentual hohen Preisrückgänge sich üblicherweise auf in teuren Lagen belegene Immobilien mit großen Flächen und die niedrigen auf kleine Wohnungen in mittleren Lagen beziehen. Die Situation ist an dem Punkt angelangt, dass Altbauwohnungen sogar für nur 350 €/m² verkauft werden.

Ein weiterer Faktor ist der Rückgang der Einkommen der Arbeitnehmer um über 25% und die große Senkung der Renten und Abfindungen, während die hoch bleibenden Arbeitslosenquoten zu der Schlussfolgerung führen, dass die Haushalte ungeheure finanzielle Schwierigkeiten (auch wegen der hohen Besteuerung) haben und von der Errichtung eines Neubaus, so wie es früher der Fall war, nicht einmal mehr … zu träumen vermögen.

Die Erstellungskosten für Neubauten bewegen sich auf Niveaus von 950 €/m², und wenn der Wert des Grundstücks und ein minimaler unternehmerischer Gewinn hinzugerechnet werden, führt dies zu der Schlussfolgerung, dass die Errichtung neuer Bauten völlig unrentabel ist. Wird ebenfalls berücksichtigt, dass mittels der Zwangsversteigerungen zusätzliche Immobilien auf den Markt kommen, also das Angebot steigen wird, während die Nachfrage … anämisch ist, kommt dies, zu dem erwarteten weiteren Preisrückgang beizutragen.

Der Besitz einer Immobilie in Griechenland ist zur Last geworden

Abgesehen von all dem stellt die auf die Immobilie erhobene hohe Besteuerung einen hemmenden Faktor dar, mehr als für die Eigennutzung absolut erforderliche Immobilien zu haben. Es ist bereits ein „Aufblühen“ der Ausschlagung von Erbimmobilien eingetreten, weil der Besitz einer Immobilie mittlerweile zu einer Last geworden ist (es kursiert auch schon der Witz … „ärgere mich nicht, sonst überschreibe ich Dir eine Immobilie„).

Das vorstehend Angeführte zeigt uns, dass es derzeit, so lange die Krise anhalten wird, aber auch etliche Jahre nach dieser völlig unrentabel ist, eine Immobilie zu errichten, weil die Baukosten hoch sind, und sich – falls man sie wirklich benötigt – auf dem Immobilienmarkt gute Immobilien zu Preisen finden lassen, die sogar selbst unter den Erstellungskosten liegen. Derzeit ist in Griechenland die Funktion des Immobilienmarkts nicht normal und die Oberhand haben die sehr seltenen Käufer.

Abschließend sei angemerkt, dass die wenigen Neubauprojekte einfach nur die Ausnahme von der Regel darstellen. Der einzige Bereich, auf dem neue Bauten erstellt werden, ist jener der Hotels in Gebieten mit hohem touristischen Verkehr und üblicherweise großer Auslastung.

(Quelle: Imerisia)

  1. Kleoni
    6. November 2016, 11:23 | #1

    ein weiteres Problem für den Verkauf von Immobilien ist, das es vielerorts noch kein Kataster gibt und deshalb des öfteren unklare Besitzverhältnisse sind, Grenzen zum Nachbar nicht ordentlich vermessen sind, offenstehende Grund- oder Erbschaftssteuerangelegenheiten. Baugenehmigungen nicht mit den Grundbucheintragungen nicht stimmen (ein Resultat der „Fakelakiwirtschaft“). Diese Mängel wurden natürlich durch die Krise noch verstärkt.

  2. Lemoni
    6. November 2016, 16:47 | #2

    Rosige Aussichten für Griechenland. Zeitgleich kann der Spinner vom Bosporus vor Kraft kaum noch laufen und fantasiert über die Rechtmäßigkeit des Lausanner Vertrages. Und wenn ich mir die Regierung Tsipras so ansehe, dann würde zum bisherigen Verrat und Ausverkauf an Hedge Fonds und sonstige Geier und Spekulanten ja eigentlich nur noch die Schenkung Griechenlands an Ankara fehlen!? Immerhin schielt der Tayyip ja schon nach Lesbos, Chios, Samos, Kos, … und Tsipras wäre aus der anstrengenden Verantwortung, könnte mit Anfang 40 endlich in Rente gehen.
    Man verzeihe mir meinen Sarkasmus, aber mir schwillt der Kamm, wenn ich hilflos mitansehen muß, welche Stümper und Waschlappen derzeit in Griechenland – und nicht nur in Griechenland – regieren! Man könnte fast meinen, die gesamte politische Kaste des Landes war bei Kissinger in der Lehre.

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