Griechenland sollte für Flüchtlinge dankbar sein!

25. Oktober 2016 / Aktualisiert: 09. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.459

In einem Artikel bei Bloomberg wird forsch vertreten, Griechenlands Wirtschaft erfahre dank der gestrandeten Flüchtlinge und Immigranten eine unverhoffte Stimulierung.

Am vergangenen Sonntag (22 Oktober 2016) trafen in Brüssel die Führer der Europäischen Union zu einer Konferenz mit Hauptthema das Flüchtlingsproblem zusammen, und manche von ihnen werden wiederholt haben, dass ihre Wirtschaften nicht die Kosten zu tragen vermögen, welche die Erbringung von Hilfe an Menschen impliziert, die dem Krieg und den Verfolgungen zu entkommen versuchen Griechenland hat sich jedenfalls nicht zu diesen zu zählen.

Nach all dem, was das Land in den letzten Jahren durchgemacht hat, kann außerdem das Eintreffen zehntausender Flüchtlinge in Griechenland über die Ägäis faktisch wie eine sanfte, kurzfristige Stimulierung für die griechische Wirtschaft wirken. Bis heute sind hunderte Millionen Euro für die Erbringung von Hilfe an Immigranten und Asylbewerber aufgebracht worden, und zwar in einer Periode, in der die griechische Regierung zu drastischen Kürzungen von Ausgaben geschritten ist, wird in einem Artikel bei Bloomberg angemerkt.

Griechenland kann an Flüchtlingen angeblich nur … verdienen

In der besagten Reportage wird ebenfalls betont, die Beunruhigungen bezüglich der Fähigkeit der griechischen Wirtschaft, die (zusätzliche) Belastung auszuhalten, werden sich wohl als überbewertet erweisen. Soweit die EU und die Kassen anderer internationaler Organisationen die Deckung der Kosten für die Beherbergung der Flüchtlinge sicherstellen, können die zusätzlichen Kosten gedeckt und faktisch neues Personal eingestellt werden, was der griechischen Wirtschaft einen kleinen Schub verleihen wird.

Für die Beherbergung der (derzeit in Griechenland „gestrandeten“) über 60.000 Flüchtlinge und Immigranten werden sowohl von internationalen Organisationen als auch von Nicht-Regierungs-Organisationen (NRO) tausende Personen, von Sozialarbeitern bis hin zu Ingenieuren, sowie auch lokale Unternehmer beschäftigt, betont Bloomberg und fügt an, eine im April 2016 für Rechnung der griechischen Regierung durchgeführte Studie zeige, dass die Auswirkung dieser Bemühung auf das griechische BIP von neutral (null) bis um 0,3 Prozentpunkte positiv sein könne.

Flüchtlinge sollen Griechenlands Tourismus kaum beeinträchtigt haben

Weiter wird betont, dass laut der Europäischen Kommission fast 200 Mio. Euro für die Finanzierung von Projekten in Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise in Griechenland bewilligt worden seien. Dieser Betrag mag nicht groß erscheinen, jedoch kommt diese Stimulierung auf Ebene des Konsums in einer Periode, wo die wirtschaftliche Lage in Griechenland dermaßen angespannt ist, dass die Gesamtaufwendungen der staatlichen Kassen für Investitionen mit Müh und Not 700 Mio. Euro jährlich übersteigen.

Und angesichts der Tatsache, dass die Europäische Kommission prognostiziert, Griechenland werde das Jahr 2016 mit einer Rezession von 0,3% abschließen, könnte die Stimulierung (der Wirtschaft) durch die Aufwendungen zur Unterstützung der Flüchtlinge und die entstehende einschlägige Nachfrage den Unterschied zwischen Rezession und praktisch einem Null-Wachstum ausmachen.

Der Artikel bei Bloomberg schließt mit dem Kommentar, „wenn schon (allein) dies in einer Epoche, wo Griechenland versucht, seine Wirtschaft auf der Spur und die Gläubiger zufrieden zu halten, eine willkommene Nachricht ist, gibt es auch noch etwas: Die Beunruhigungen über die Flüchtlingskrise und deren Auswirkung auf den Tourismus haben sich als übertrieben erwiesen. Es wird damit gerechnet, dass die Einnahmen des Jahres 2016 aus dem Tourismus innerhalb der Zielvorgaben liegen werden.

(Quelle: Imerisia)

  1. michi
    25. Oktober 2016, 14:14 | #1

    Dem Verfasser des Berichts wuerde ich zu gern mal gegenübertreten, war oder ist das etwa be-schaeuble?!

  2. GR-Block
    25. Oktober 2016, 15:37 | #2

    Schon seit den ’90ern „profitiert“ die griechische Wirtschaft an legalen und illegalen Einwanderern, damals aus dem Balkan. Allerdings hatten davon die fast 70% nicht-Beschäftigten nichts. Das kam lediglich Betrieben und deren Investoren zugute, die sparten nämlich an Lohnkosten, und der Staat verlor Steuereinnahmen.
    Dass heute bei der Versorgung der Flüchtlinge mittels EU-Gelder tatsächlich Arbeitsplätze geschaffen werden, hat aber auch seine Nachteile. Anstatt dass Griechen in die Produktion gehen, lassen sie sich von der EU anstellen und müssen sich dann anhören, sie erhielten „Förder- oder Hilfsgelder“ um ihre humanitäre Krise zu überwinden. Aber Hauptsache alle griechischen Unternehmen ziehen sich aus den Märkten zurück und machen nur noch Service. Das Produzieren sollen sie den Erfindern der EWG/EG/EU überlassen. Die können keine Konkurrenz brauchen.

  3. weekend
    26. Oktober 2016, 12:18 | #3

    Und weil Griechenland ja so dankbar sein sollte – reissen sich andere Staaten drum, diese Verantwort weit von sich zu weisen … . Staaten, die es sich gegenueber Griechenland um ein Vielfaches leisten koennten, blockieren die Fluechtlingswege und lassen sich das viiiiiel kosten. Wie soll sich Griechenland erholen koennen, wenn sie durch Knebelvertraege zu Privatisierungen gezwungen wurden, der Tourismus verkommt mehr und mehr zu Massentourismus mit all inclusive, durch Investoren, die Hotelketten und Kreuzfahrtschiffe meist mit Billigarbeitskraeften den sogenannten Gewinn fuer Griechenland untergraben. Der sogenannte Welthandel wird nur den Reichsten helfen immense Gewinne einzufahren, sicher nicht den Bauern, Klein- und Mittelbetriebe, die fuer ein Geld produzieren sollen – die nicht mal die Produktionskosten decken. Und dann beschweren sich EU Staaten, wegen der Unterbringung und Verpflegung von Fluechtlingen, EU Staaten die ebenso mit schuld daran sind, dass Griechenland in diese missliche Lage erst gekommen ist.

  4. Ecker
    27. Oktober 2016, 16:41 | #4

    Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung. Die gehirnlosen EU-Eliten, wenn sie doch wenigstens die ungewaschene Schnauze halten würden, sodass man nur ihre unsympatischen Gesichter im TV ertragen müsste, nein aber auch noch das impertinente Dummgeschwätz dieser Gehirnlosen, das ist einem zuwider wie bei den Eurowährungsdummschwätzern.

  5. Konstantin
    27. Oktober 2016, 20:37 | #5

    Nun, dann ist ja die Lösung für einen Wirtschaftsboom gefunden worden. Je mehr Flüchtlinge da sind, um so höher der Wirtschaftswachstum.
    Ist es nicht genug, dass Griechenland mit den Flüchtlingen fast sich selbst überlassen wird. Reicht es nicht, dass die Gläubiger und die Politikermafia in Griechenland das Land vollends ruinieren? Nein, offensichtlich nicht, nun verhöhnt man es auch noch öffentlich und versucht, Flüchtlinge als lukrative Quelle zu da zu stellen.
    Mal schauen, welche Ideen in Zunkunft folgen werden – wohl, ein Tsunami sei gut für die Bauindustrie oder Erdbeben ermöglichen Landwirtschaft, wo vorher Wälder standen.

Kommentare sind geschlossen