Wie Zitronen in Griechenland zum Luxusgut wurden

20. September 2016 / Aufrufe: 897
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Da die einheimische Produktion die Inlandsnachfrage nicht zu decken vermag, steigen in Griechenland die Einzelhandelspreise für Zitronen je nach Jahreszeit auf über 3 Euro!

Für das Portmonee der Konsumenten in Griechenland erweist die Verwendung von Zitronen sich als recht „sauer“, da die inländische Zitronen-Produktion … nicht ausreicht um ihre Bedürfnisse zu decken.

Während der Sommermonate und bis Oktober, während welcher Periode es keine griechische Produktion gibt, gelangt der Preis aus Argentinien importierter Zitronen bei 3,30 Euro pro Kilo an und auf den selben Niveaus bewegen sich auch die Preise der Produkte, die aus Spanien importiert werden.

Frostschäden ließen Griechenlands Zitronenproduktion zusammenbrechen

Ab Mitte Januar bis einschließlich Oktober gibt es keine griechische Zitronen-Produktion„, betonte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ANA-MPA der Präsident des Genossenschaftsverbands von Ägio, Thanasis Sotiropoulos, und erklärte, die heutige Zitronen-Produktion in Griechenland sei signifikant niedriger als bis zum Jahr 2004, in dem wegen Frost „das Geschäft zusammenbrach„. Obwohl danach diverse Bemühungen erfolgten und so der Anbau erneut auf einen Kurs des Wachstums gelangt war, wurde der positive Verlauf 2008 wieder unterbrochen, ebenfalls wegen Frost. Während die Zitronen-Produktion etwas vor 2004 bei 100.000 Tonnen angelangte, erreicht sie in dem aktuellen Rahmen „bestenfalls 40.000 Tonnen„, unterstrich Herr Sotiropoulos. Und dies, während der inländische Markt 40.000 – 50.000 Tonnen abnimmt.

Derzeit werden in Griechenland auf 10.000 Hektar ungefähr 4,5 Mio. Zitronenbäume kultiviert (hauptsächlich auf der Peloponnes, in der Region von Chania auf der Insel Kreta, im Gebiet von Arta und auf der Insel Chios). Thanasis Sotiropoulos betonte, erfolgten zwar gewisse „mutige“ Bemühungen zur Rückgewinnung des verlorenen Bodens und Wiederherstellung der Anbauflächen, jedoch waren die Stützmaßnahmen nicht ausreichend. Ebenfalls erfolgte in vielen Fällen eine Änderung der Bodennutzung zwecks Realisierung von Infrastruktur-Projekten hauptsächlich auf dem Verkehrssektor, mit dem Resultat, dass etliche Hektar Zitronenkulturen „verloren“ gingen. Damit die Situation sich ändert, „ist den Zitronen-Produzenten eine mutige Unterstützung durch den Staat zu gewähren, und dazu gehört nicht nur wirtschaftliche Hilfe„.

Hinsichtlich der Vertriebspreise des Produkts seitens der Erzeuger betonte Herr Sotiropoulos, in diesem Jahr werde zwar erwartet, dass sie befriedigend sein werden, wie er jedoch anfügte, „ist das, was den Zitronenproduzenten zu schaffen macht, dass der Preis, während er zu Beginn der Ernteperiode bei 70 – 80 Cent / Kilo angesetzt wird, gegen Weihnachten auf bis zu 25 Cent / Kilo fällt. Nach dem 20 Januar steigt er erneut, auf 35 – 45 Cent / Kilo, während die Produktionskosten bei 40 Cent / Kilo beginnen.

Zitronen werden zu guten Preisen über Thessaloniki exportiert

Laut Herrn Sotiropoulos verlangen Rumänien, Bulgarien und FYROM nach Zitronen, die sie auch über Thessaloniki einkaufen. „Wir exportieren große Mengen unserer Produktion als Resultat der guten Preise, die wir bekommen und […] das ist ein Hauptgrund, warum wir im Sommer auf dem inländischen Markt einen Mangel haben, und so schaffen wir Zitronen von anderen Märkten wie aus der Türkei und Argentinien herbei.

Er rät den griechischen Verbrauchern sogar, wenn sie Zitronen außerhalb der Ernteperiode kaufen, immer die grünlichen Zitronen zu bevorzugen, weil die Früchte, die gelb sind, die konkrete Farbe mit technischen Mitteln erhalten, und unterstrich: „Von November bis Juli sind die Zitronen von allein gelb, zu allen anderen Zeiten ist die begehrte Farbe, welche die Zitronen charakterisiert, nicht natürlich.

Schutz der Zitronenbäume vor Wind, Kälte und Frost

Die Vorsorgemaßen, um die Zitronenbäume vor Wind und niedrigen Temperaturen zu retten, sind die Anpflanzung in windgeschützter und südöstlich ausgerichteter Lage. Ist dies nicht möglich, schafft man auf der nach Norden gerichteten Seite des Baums eine natürliche Pflanzenhecke oder stellt Schilf auf. Wird erwartet, dass die Temperatur unter 1 – 2 Grad Celsius sinkt, ist Folgendes zu tun: Es wird mit einem Algenextrakt gespritzt (er stärkt die natürliche Widerstandsfähigkeit der Pflanze) und der ganze Baum mit einer Fleece-Plane oder einer Plastikfolie von der Art abgedeckt / eingehüllt, wie sie beim Umzug verwendet wird um Möbel einzuhüllen.

An der Spitze des Zitronenbaums werden die Plastikfolien mit Klebeband verbunden / verklebt, damit der frostige Wind oder die Kälte nicht eindringen kann. Auf die selbe Weise werden die Plastikbahnen unten rund um den Stamm zusammengewickelt. Wenn die Möglichkeit besteht, ist in der Nähe des Baums ein streng kontrolliertes Feuer anzuzünden (z. B. Verbrennung von Holz), das hilft, die Temperatur um 1 – 2 Grad steigen zu lassen. Sobald der Frost vorbei ist, wird die Plastikplane abgenommen und der Baum mit einem Kupferpräparat gespritzt. Alle benötigten Materialien sind in Geschäften für Landwirtschaftsbedarf zu bekommen. Es sei unterstrichen, dass die leichten Schäden, die der Frost verursacht, nach 2 – 5 Tagen und die schwereren Schäden nach 20 – 30 Tagen sichtbar werden.

Wie Thanasis Sotiropoulos betonte, müsse der griechische Produzent in diesem Rahmen die „Bedrohung“ des Frostes ernsthaft berücksichtigen und in seinen Etat einbeziehen. „Ohne Frostschutzmaßnahmen kann keine Zitrone existieren„, stellte er klar und fügte an, „eine Lösung könnten die Luftverwirbler sein, also Windgeneratoren, welche die warme Luft auf niedrigere Höhen drücken, was früher der Landwirtschafts-Versicherungsträger ELGA anwendete, inzwischen jedoch nachgelassen hat oder sogar ganz aufgegeben wurde„.

(Quelle: iefimerida.gr)

  1. Retsinaouzorakis
    20. September 2016, 23:08 | #1

    Kann ich nicht verstehen. Hier in Anavissos hängen die Früchte an den Bäumen und werden nicht geerntet und verfaulen. Noch nicht mal der „Tafel“ – eine Initiative des örtlichen Pfarrers – werden sie angeboten. Verkehrte Welt.

  2. stelios
    22. September 2016, 03:01 | #2

    hier in chania verderben die zitronen auch auf denn baeumen …

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