Deutschland will Flüchtlinge an Griechenland loswerden

5. September 2016 / Aufrufe: 918
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Laut Thomas de Maizière wurde Griechenland im Flüchtlingsthema genug geholfen und muss deswegen nun Flüchtlinge und Immigranten zurücknehmen.

In Europa haben wir viel getan um die Situation in Griechenland zu verbessern. das muss Konsequenzen haben und dazu führen, dass Flüchtlinge gemäß dem Dublin-Abkommen nach Griechenland zurückgeschickt werden können„, äußerte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gegenüber der deutschen Zeitung „Welt am Sonntag“.

In diesem Zusammenhang dürfte mehr als nur bemerkenswert sein, dass die griechische Presse bereits Mitte August 2016 berichtete, Deutschland plane, zigtausende Flüchtlinge und Immigranten nach Griechenland abzuschieben (siehe auch Schickt Deutschland Flüchtlinge nach Griechenland?). Damals sputete sich jedoch der griechische Minister für Migrationspolitik, Giannis Mouzalas, diese Berichte resolut zu dementieren und als antipatriotisch, unwahr und arglistig zu charakterisieren!

Griechenland hätte Flüchtlinge „abfangen“ müssen!

In seinen Erklärungen an die „Welt am Sonntag“ fügte De Maizière allerdings auch an, es müsse nun endlich eine gemeinsame europäische Haltung erreicht werden. „Wenn wir (sprich Deutschland) allein vorpreschen, besteht die Gefahr, dass (deutsche) Verwaltungsgerichte innerhalb kurzer Zeit die Rückführung (nach Griechenland) verbieten werden„. (Hierzu sei angemerkt, dass bereits 2011 sogar auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Abschiebungen nach Griechenland untersagte.)

Ebenfalls beschuldigte der Bundesinnenminister gegenüber der deutschen Zeitung Griechenland wegen der großen Anzahl von Flüchtlingen in den vergangenen Jahren: „Die Registrierung (der Flüchtlinge und Immigranten) hätte dort, an den Außengrenzen der Europäischen Union erfolgen und dem Flüchtlingsstrom ein Ende setzen müssen. Dann hätte Ungarn auch keinen Grenzzaun errichtet.

Da vermutlich nicht alle Leser unseres Blogs das politische Tagesgeschehen in (speziell auch „Dunkel“-) Deutschland zeitnah verfolgen, sei angemerkt, dass bei der gestrigen (04/09/2016) Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern die CDU trotzt der – wie praktisch in letzter Minute auch seitens ihres Innenministers – polemisch beschworenen Wende in der Flüchtlingspolitik eine herbe Schlappe erlitt und einen beachtlichen Teil ihrer Wähler an die … AfD verlor.

(Quelle: einschlägige deutsche und griechische Presseberichte)

  1. windjob
    5. September 2016, 03:57 | #1

    Das ist wieder typisch für Merkels „wir schaffen das“ Politik. Erst grossartig tönen und dann das Problem an andere abschieben. Ihr Steigbügelhalter Maiziere sollte da mal ganz still sein. Deutschland hat es bis heute noch nicht geschafft alle Flüchtlinge zu registrieren. Ganz zu schweigen von der hohen Dunkelziffer der nicht registrierten und inzwischen verschwundenen Flüchtlinge. Dafür hat sie jetzt in Mecklenburg Vorpommern die Quittung bekommen. Andere zu kritisieren ist einfach, aber da sollte man erst seine eigenen Hausaufgaben gemacht haben. Ausserdem sollte der Bundesinnenminister erstmal detailliert darlegen, wo er denn Griechenland geholfen hat. Realität ist doch, dass Griechenland und Italien nach wie vor im Stich gelassen werden. Diese sogenannnte Wertegemeinschaft ist am Ende. Ich erinnere mich da gerne an einen Satz eines ich glaube tschechischen Politikers „die EU ist keine Wertegemeinschaft sondern eine Vertragsgemeinschaft bei der keiner die Verträge einhält“. Also erst vor der eigenen Haustüre kehren bevor man vor anderen Schmutz ablädt.

  2. Kleoni
    5. September 2016, 07:15 | #2

    nach dem Motto: „Heiliger St.Florian, verschone unser Haus, zünd lieber andere an“. Auch wenn viele Griechen schon längst kein Dach mehr über dem Kopf haben, so können sie das bisschen, das man ihnen noch gelassen hat, ruhig mit den Flüchtlingen teilen. So erzwingt man gleichzeitig auch noch endlich den Sturz, der aktuellen Regierung. Kann man Hunger und Obdachlosigkeit teilen?

  3. ronald
    5. September 2016, 11:31 | #3

    Nach 20 % für die AFD bei einer Landtagswahl sind solche Sprüche nicht verwunderlich. Das Volk will keine Flüchtlinge, weil das Volk kein Herz und kein soziales Gewissen hat. Die romantische Vorstellung der Linken, wonach das Volk gut und die Regierenden böse sind ist leider ein Irrglauben … . Und wer gewählt werden will, muss die niederen Instinkte des Volkes leider bedienen … oder wenigstens so tun.

  4. weekend
    5. September 2016, 12:06 | #4

    Wie viele EU Staaten druecken und drueckten sich in der Fluechtlingspolitik Verantwortung zu uebernehmen – es hat sich zu einer Farce und Schande der EU entwickelt, wie dort mit unliebsamen Themen umgesprungen wird. Es wird Zeit, dass Griechenland zu seinem Recht kommt und nicht noch mehr unterjocht wird.
    Durch die Politik, die in DE betrieben wird, kann es fast gar nicht zu einem anderen Wahlergebnis kommen – denn ich glaube, die Zeit den amtierenden Politikern zu vertrauen ist vorbei, sie stehen fuer Lobbyismus und nicht fuer Buergertum.

  5. GR-Block
    5. September 2016, 19:28 | #5

    Seit der Jahrtausendwende sind ca. 2 Mio nach GR eingereist. Weil sie aber nicht den Fehler gemacht haben, sich wie die ausgeMerkelten Syrer als Flüchtlinge zu deklarieren, ist die Hälfte von ihnen unbemerkt nach Westeuropa weiter gereist, wo sie sich vor den Behörden verstecken. Der Rest musste in GR bleiben. Jeder Zehnte in GR ist (legal oder illegal) Einwanderer. Und die kamen ursprünglich nicht um zu bleiben. Natürlich könnte GR die paar Zehntausend jetzt auch noch integrieren. Dann würde aber die in die Enge getriebene Merkel sagen: „seht ihr, wir haben es geschafft.“ Und die nächste Welle aus den Kriegsgebieten würde kommen.

  6. Dieter
    9. September 2016, 21:19 | #6

    Mir ist bisher noch niemand, nicht einer, begegnet, der sagte, wir sollten keine Kriegsflüchtlinge aufnehmen! Nur die, die derzeitig unser Land überfluten, sind fast alle keine Kriegsflüchtlinge. Ich habe schon viele Bilder von Flüchtlingsströmen gesehen, das waren immer fast ausschließlich Alte, Frauen, Kinder und Kranke – das Gegenteil von dem, was man heute so als „Flüchtlinge“ bezeichnet. Dir Videos an im Netz, die machen ja oft gar kein Geheimnis daraus, was sie wirklich wollen – das sind zu einem Gutteil Menschen, die als Invasoren benutzt werden, keine Flüchtlinge! Ein Flüchtling ist glücklich, wenn sein Leben sicher ist und er eine Grundversorgung hat, so dass er keine Angst mehr haben muss.

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