Griechenland: All-Inclusive-Tourismus macht Gastronomie kaputt

24. August 2016 / Aufrufe: 1.099
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Das All Inclusive Modell bereitet auch den Gastwirten der Insel Rhodos in Griechenland ernsthafte Probleme und enttäuscht viele Touristen.

Ihren heftigen Einspruch gegen das in den meisten Hotelanlagen der Insel Rhodos in Griechenland vorherrschende Systems All-Inclusive bringen die Gastwirte der Insel mit einer Bekanntmachung ihres Berufsverbands zum Ausdruck, der von den Hoteliers verlangt, einen älteren Vorschlag der stellvertretenden Tourismus-Ministerin Elena Kountouras zu adoptieren.

Gemäß diesem Vorschlag soll es eine Zusammenarbeit zwischen Gastwirten und Hoteliers geben, die an die Touristen spezielle Gutscheine ausgeben werden, damit täglich eine Mahlzeit in den lokalen Restaurants eingenommen wird.

All-Inclusive-Tourismus schadet der lokalen Wirtschaft

Wie die Gastwirte betonen, „steht das von den ausländischen Reiseveranstaltern ausgedachte touristische All-Inclusive-Modell in krassem Gegensatz zu den wirtschaftlichen Interessen der lokalen Gesellschaft„, welcher Umstand ernsthafte Nebenwirkungen auf die lokale Wirtschaft hat, da hunderte mittelständische Unternehmen mangels Kunden „dahinsterben“.

Das unpersönliche System mit der ‚Plage der Armbänder‘ und die das All-Invlusive charakterisierende inexistente Beziehung zwischen dem Erbringer von Dienstleistungen und dem Touristen führen dazu, dass die Touristen das selbe Reiseziel nicht wieder vorziehen, wie es hier bei uns geschah„, lautet es unter anderem in der Bekanntmachung des Verbands der Gastwirte, wobei betont wird, dass es parallel von Touristen etlicher Hotels kommende zahlreiche Beschwerden über die Qualität der Lebensmittel und Getränke gibt.

Die ‚Verewigung‘ des heutigen inakzeptablen All-Inclusive-Modells bedroht unverhohlen den Charakter des Reiseziels Rhodos, für das die Touristen zahlen um es zu sehen und stattdessen von Anfang bis Ende ihres Urlaubs als moderne Gefangene auf dem Hotelgelände aktiv sind„, endet die Bekanntmachung der Gastwirte der Insel.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

KategorienTourismus
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  1. windjob
    24. August 2016, 05:24 | #1

    Ich lehne seit immer All inclusive und auch jegliche Art von Pauschaltourismus ab. Es ist ja nicht nur, dass es die lokale Wirtschaft schädigt. Nein, es hat noch wesentlich mehr Auswirkungen. Soziale Kontakte zur einheimischen Bevölkerung kommen nicht zustande. Steuereinnahmen fehlen, da die meisten All inclusive Hotels ihren Firmensitz im steuergünstigen Ausland haben.
    Deshalb kann ich nur jedem empfehlen, individual Urlaub zu machen. Gerade in Griechenland ist dies sooo einfach. Wir buchen, ausser Flug und Fähre, nie im voraus. Ein Zimmer oder Apartment ist einfach zu bekommen. Man bekommt Kontakt zum Vermieter, man isst in der lokalen Umgebung. Dies ist die einfachste Art Land und Leute kennen zu lernen.

  2. Marcus
    24. August 2016, 16:22 | #2

    Auch wir lehnen AI grundsätzlich ab! Wir buchen sowohl individuell als auch pauschal. Grundsätzlich sollte es aber eine gesunde Mischung geben, wo von Ü bis AI alles vertreten ist. So kann sich jeder aussuchen, was er möchte. Nicht jeder möchte soziale Kontakte zu Einheimischen oder Tagelang mit dem Mietwagen das Urlaubsziel abgrasen. Dass AI seine Daseinsberechtigung hat, sieht man an den Buchungszahlen.

  3. Kleoni
    25. August 2016, 15:40 | #3

    AI nein danke – es gibt auch ein Zwischending, für Menschen, die „organisiert“ Urlaub machen möchte, nämlich Flug + Hotel mit Übernachtung und Frühstück + Mietwagen oder man kann vor Ort Ausflüge buchen. Ein gutes Reisebüro kann Reisen individuell zusammenstellen.

  4. Götterbote
    25. August 2016, 23:18 | #4

    Wenn es von den geizigen Urlaubern nicht gewünscht wäre, gäbe es diese Angebote nicht in diesem Ausmaß. Aber der Touri von heute möchte genau das: einen Strand / Pool, von dem er sich nicht weg bewegen muss, außer zum reichhaltigem Buffet, und das ganze bitte inklusive Flug für ein paar hundert Euro.
    Ich bezweifle aber auch, dass die Ausgabe von Gutscheinen eine Lösung bietet. Die Gastronomen werden für die paar Euro, die sie erhalten, nicht die Qualität liefern können, die man von den meisten Tavernen gewohnt ist.

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