Marinopoulos SA in Griechenland ist pleite

30. Juni 2016 / Aufrufe: 1.286
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Die bekannte Supermarktkette Marinopoulos in Griechenland beantragte die Aufnahme der Gesellschaft unter die Bestimmungen der griechischen Insolvenzordnung.

In Griechenland stellte die größte griechische Supermarktkette Marinopoulos SA einen am vergangenen Dienstag (28 Juni 2016) vor dem Landgericht Athen verhandelten Antrag auf Unterstellung unter die Bestimmungen der griechischen Insolvenzordnung.

Gemäß den anfänglichen Informationen bezog der Antrag sich auf Artikel 99 (Gläubigerschutz). Aktuelleren Informationen zufolge wurde aber schließlich die Aufnahme unter Artikel 106 B (Insolvenz bei laufendem Betrieb) beantragt. Die Intervention von Gläubigern der Gesellschaft während der Verhandlung der Sache führte das Gericht jedoch dazu, die Verhandlung auf Freitag, den 01 Juli 2016 zu vertagen.

Insolvenzantrag der Marinopoulos wurde erwartet

Aus dem Umfeld der Gesellschaft wird betont, dass es sich um die einzige Wahl handelt, welche die Gesellschaft hatte, um ihren Betrieb als tragfähige wirtschaftliche Einheit sicherzustellen und damit die Arbeitsplätze, aber auch die Verbindlichkeiten an die Gläubiger geschützt werden. Die selben Quellen führen weiter an, der Antrag auf Aufnahme unter die Insolvenzordnung sei der erste Schritt für den allmählichen Übergang zu einem vollumfänglichen Plan für eine langfristige Gesamtlösung.

Der Markt hielt die konkrete Entwicklung für fast sicher, da der auf die (Marinopoulos-) Kette ausgeübte Druck unerträglich ist, während der (Fusions-) Deal mit der Sklavenitis bis zur Vollendung der Verhandlungen mit den Banken „auf Eis“ gelegt worden ist. Derzeit existieren ungefähr 2.000 anhängige Gerichtsverfahren der Kette mit Lieferanten und Immobilieneigentümern, während Informationen zufolge in der letzten Woche eine sehr große Anzahl von Zahlungsbefehlen an die Marinopoulos ergangen sein soll.

Hoffnung auf eine langfristig tragfähige Lösung

Es sei in Erinnerung gerufen, dass die Marinopoulos SA in der vergangenen Woche in einer einschlägigen Bekanntmachung anmerkte, „sich inmitten des anspruchsvollen und zeitraubenden Unterfangens zu befinden, das auf die schnellstmögliche Rückkehr des Betriebs der Gesellschaft zur Normalität abziele„. Ebenfalls führte die Firma an, sie bleibe „in kontinuierlichen Diskussionen mit unseren Banken zur Entwicklung eines strategischen Gesamtplans, welcher der Gesellschaft gestatten wird, nicht nur Antworten auf die Liquiditätsprobleme zu geben, denen sie begegnet, sondern auch die Grundlagen für die Entwicklung einer langfristig tragfähigen Lösung zu schaffen„.

Abschließend wurde in der Bekanntmachung unterstrichen, „nicht verhandelbare Prioritäten bleiben die Absicherung unserer Beschäftigten, unsere Beziehungen zu unseren Lieferanten und der Bau des Vertrauens zu dem Publikum der Konsumenten, das uns auf einem Kurs von 54 Jahren unterstützt„.

Was den Weitergang betrifft, soll dem Sklavenitis-Konzern ein Angebot bezüglich des Erwerbs eines Mehrheits-Aktienpakets an der Marinopoulos unterbreitet worden sein, während es – wie economy365.gr bereits berichtet hat – auch einen amerikanischen (Hedge-) Fonds gibt, der Investment-Fonds verwaltet und ein aktives Interesse (an der Marinopoulos) gezeigt hat.

(Quelle: economy365.gr)

Die offizielle Bekanntmachung der Marinopoulos SA

Die Marinopoulos SA gibt bekannt, heute (28 Juni 2016) bei dem Landgericht Athen ihre Aufnahme in ein Sanierungsverfahren auf Basis der Gesetze N. 4072/2012 und 4013/2011 beantragt zu haben. Die Verhandlung des Antrags durch das Landgericht Athen wird am 01 Juli 2016 stattfinden.

Die Unterstellung der Gesellschaft unter ein Sanierungsverfahren stellt die einzige Lösung für die Aufrechterhaltung ihres Betriebs in dieser Phase und den schrittweisen Übergang zur Realisierung eines vollumfänglichen Plans dar, der die langfristige Überlebensfähigkeit gestatten wird.

Hauptpunkte dieses Plans stellen die Verbesserung des ungehinderten Betriebs, die Steigerung der Umsätze, die optimale Nutzung der Vertriebskanäle und die völlige Neugestaltung des finanziellen Betriebs und der Verwaltung dar.

In der gegenwärtigen Phase ist es eine Einbahnstraße, die Gesellschaft einem Sanierungsverfahren zu unterstellen, da dies die einzige Option zur Sicherstellung ihres Betriebs als eine tragfähige wirtschaftliche Einheit darstellt, mit hauptsächlichem Nutzen die Erhaltung der Arbeitsplätze und die Absicherung der Verbindlichkeiten an die Lieferanten, was grundsätzliche Prioritäten der Firmenleitung darstellt.

Die Gesellschaft verbleibt in kontinuierlichen Diskussionen mit den Banken und wird sich mit einschlägigen Informierungen in Zusammenhang mit dem Verlauf ihrer Planung zurückmelden.

(Quelle: Imerisia)

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