Wie in Griechenland Rentenzahlungen „verloren“ gehen

17. April 2016 / Aufrufe: 848
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Viele Bürger werden infolge der Bürokratie und Sturheit bei den Versicherungsträgern in Griechenland sowie auch eigener Unwissenheit um Versicherungsleistungen gebracht.

Erben eines Verstorbenen können nicht ausgezahlte Rente nicht erhalten. Ein im Ausland Ansässiger hat seine Renten beantragt (die auch bewilligt wurde), liegt jedoch zwei Jahre lang auf der „Lauer“, sie zu erhalten. Die Fälle von Bürgern, die sich dem labyrinthischen Problem der Bürokratie in Griechenland gegenüber sehen, sind tausende.

Die Probleme der Organisation und Funktion des staatlichen Sektors sind viele und strapazieren tausende unserer Mitmenschen. Bei den Versicherungsträgern bestehen weiterhin organisatorische Probleme und blähen sich mit dem Ausscheiden eines großen Teils der Angestellten und der Nichtbesetzung der leeren Stellen sogar noch mehr auf.

Interventionen des Ombudsmanns bei Rentenproblemen

Laut dem (in Griechenland „Verteidiger des Bürgers“ genannten) Ombudsmann schafft diese personelle Unterbesetzung Probleme bei der Bewilligung von Versicherungsleistungen, die einen minimalen Teil an Gütern sicherstellen und untrennbar mit der würdevollen Lebensführung der Versicherten verbunden sind. Folglich schulden die Versicherungsträger, so zu agieren, dass sie die Rechte der Bürger schützen und gewährleisten.

Bei der Untersuchung eines Falls in Zusammenhang mit der Auszahlung von Beträgen an die Erben eines Verstorbenen stellte der Ombudsmann fest, dass es nicht möglich war, mittels der Datenverarbeitungssysteme Informationen über die nicht ausgezahlten Renten aufzurufen. Somit wurde für notwendig befunden, dass die zuständigen Geschäftsstellen des Versicherungsträgers IKA mit der operativen Abteilung der Betriebsdirektion kommunizieren, damit die erforderlichen Informationen bereitgestellt werden, um zur Entrichtung der nicht ausgezahlten Rentenbezüge zu schreiten. Mit der Intervention des Ombudsmanns wurde das Problem geregelt.

In einem anderen Fall erging unter Vermittlung des Ombudsmann von der IKA-ETAM ein Beschluss zur Genehmigung der Rente an einen Auslandsansässigen. Der Bürger beschwerte sich jedoch im Nachhinein, weil nach dem Verstreichen von zwei Jahren ab dem Ergehen des Bewilligungsbescheids die Leistung immer noch nicht ausgezahlt worden war. Nach einer erneuten Intervention des Ombudsmanns überwies die IKA-ETAM schließlich rückwirkend die geschuldeten Rentenzahlungen auf das Bankkonto des Versicherten.

Der Ombudsmann handelte in beiden vorstehenden Fällen schnell, jedoch begegnen immer mehr Bürger ähnlichen Problemen. Die fehlerhafte Anwendung des geltenden Sozial- und Versicherungsrahmens, dass sture Beharren der Versicherungsträger auf dem Buchstaben des Gesetzes sowie ebenfalls auch die unzureichende Informierung der Bürger über ihre Rechte enden in dem Verlust von Versicherungsleistungen, welcher Umstand besonders die sensiblen gesellschaftlichen Gruppen heimsucht.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Autor: Makis Siarkos)

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