Griechenlands Verschuldung geht nicht auf

19. April 2016 / Aufrufe: 630
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Der IWF hält die Verschuldung Griechenlands für nicht tragfähig, will jedoch nicht aus dem Rettungsprogramm aussteigen, sondern die Form seiner Beteiligung angleichen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) brachte Zweifel über die Möglichkeit Griechenlands zum Ausdruck, die Zahlungen unter dem mit seinen europäischen Gläubigern unter Verhandlung stehenden Plan einzuhalten, die darauf beharren, bereits genug zur Erleichterung der Verschuldung erbracht zu haben.

Wie veranschlagt wird, ist die Verschuldung in diesem Moment nicht tragfähig und bedarf einer Bearbeitung„, äußerte am vergangenen Donnerstag (22 April 2016) IWF-Chefin Christine Lagarde in Washington, wo sich Finanzminister und Zentralbankiers zu den Frühjahrskonferenzen des Fonds eingefunden hatten.

IWF will ein Programm auf Basis realistischer Zahlen

Lagarde erklärte, Zweifel bezüglich der Möglichkeit Griechenlands zu hegen, die Zielvorgabe für den fiskalischen Überschuss zu erreichen, welche mit dem Rettungsprogramm der 86 Milliarden Euro von den Regierungen der Eurozone gesetzt wurde, die derzeit untersuchen, ob sie die zweite Tranche des Kredits freigeben werden. Unter dem Programm der EU hat Griechenland sich zur Erzeugung eines Überschusses (vor Zinszahlungen) in Höhe von 3,5% des Brutto-Inlandsprodukts innerhalb von zwei Jahren verpflichtet.

Der IWF hat geäußert, vielleicht bereit zu sein, auch selbst mit einem neuen Kredit beizutragen, Christine Lagarde betonte jedoch, der Fonds möchte, dass das Konjunkturprogramms des Landes sich „auf der Realität und der Tragfähigkeit“ bewegt. „Wir können keine übertriebenen, utopischen Hypothesen bezüglich der Zukunft der griechischen Wirtschaft haben„, sagte die im Februar 2016 für eine zweite fünfjährige Amtszeit wiederbestätigte Leiterin des IWF und fügte an, die Entlastung der Verschuldung durch die Länder der Eurozone müsse nicht notwendigerweise einen „Schnitt“ ihres Nennwerts umfassen und könnte die Form der Verlängerung der Fristen, die Reduzierung der Zinssätze oder die Ausweitung der tilgungsfreien Perioden annehmen.

Je mehr Griechenland mittels der Reformen seine Ausgaben senkt, desto weniger Umschuldung wird nötig sein, meinte Frau Lagarde und erklärte, „die Schlussfolgerung ist, dass die Zahlen zu aufzugehen haben.

Europäer wollen von einer Entlastung nichts hören

Die Linie der EU ist dagegen, dass die Zahlen der griechischen Verschuldung bereits jetzt aufgehen. Am vergangenen Donnerstag wies ein Sprecher der Finanzminister der Eurozone den Gedanken zurück, Griechenlands Verschuldung sei nicht tragfähig.

Wir haben bereits viel getan, damit sie tragfähig wird – indem wird die Zinssätze senkten, die Fristen Verlängerten“, sagte der holländische Präsident Jeroen Dijsselbloem der aus den Finanzministern der Währungsunion bestehenden Eurogruppe. Somit denke ich nicht, dass es für die kommenden zehn Jahre ein großes Problem in der Bedienung der Verschuldung geben wird. Ich nehme an, dass die Griechen auf Jahresbasis zahlen können werden.

Dijsselbloem fügte jedoch an, die Regierungen der Eurozone seien vielleicht bereit, zusätzliche Schritte zu unternehmen, damit die Verschuldung Griechenlands besser handhabbar wird, falls der Aufschwung schwach ist. Er führte ebenfalls Optionen wie die Einführung von tilgungsfreien Perioden an, damit die Last der Verschuldung erleichtert wird.

Beziehungen zwischen IWF und Griechenland sind gespannt

Die Beziehungen zwischen IWF und Griechenland sind nach der im vergangenen Monat durch WikiLeaks erfolgten Veröffentlichung von Protokollen einer Telekonferenz gespannt, bei der Amtsträger des Fonds sich über die griechischen Verhandlungen unterhielten.

Der durchgesickerte Text unterstreicht die Differenzen zwischen dem IWF und den Amtsträgern der Eurozone darüber, um wie viel die fiskalischen Ziele zu lockern sind. (Hierzu ist allerdings anzumerken, dass aus den Dialogen ganz klar auch die Absicht zu entnehmen war, Griechenland bewusst in die Zahlungsunfähigkeit zu treiben und einen „Unfall / Default“ zu provozieren, um die Europäer zum Handeln zu zwingen.) Nach der Veröffentlichung des umstrittenen Dokuments verlangte Christine Lagarde von Griechenland, den persönlichen Charakter interner Diskussionen des IWF zu respektieren.

Bezüglich der Rolle des IWF im Programm zur Rettung Griechenlands erklärte Christine Lagarde, „wir werden uns nicht zurückziehen. Die Form unserer Beteiligung kann variieren, analog zu den Verpflichtungen Griechenlands und den Zügen der europäischen Partner.

(Quelle: sofokleous10.gr)

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