Griechenlands Premierminister droht Gläubigern mit Rücktritt

17. April 2016 / Aufrufe: 1.064
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Laut einem Pressebericht droht Griechenlands Premierminister mit seinem Rücktritt, falls die sogenannte Bewertung durch die Gläubiger nicht wie vereinbart abgeschlossen wird.

Entweder die Bewertung wird mit den Maßnahmen zum Abschluss gebracht, die wir im Sommer (2015) beschlossen, oder … ich trete zurück!„, soll das Ultimatum Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras an den französischen Präsidenten Francois Hollande bei ihrem Treffen am vergangenen Mittwoch (13 April 2016) in Paris gewesen sein.

Diese Botschaft soll der griechische Premier einen Tag später auch gegenüber dem Präsidenten des Europa-Parlaments, Martin Schulz, bei ihrer anschließenden persönlichen Begegnung wiederholt haben.

Premier droht mit Rücktritt, Regierung dementiert Neuwahlen

Dies vertritt zumindest, den Hintergrund der beiden Begegnungen enthüllend, die griechische Zeitung „Real News“ in der Sonntagsausgabe (17 April 2016) auf ihrem Titelblatt in einer Meldung mit der Überschrift „Er droht mit Rücktritt!„.

Laut dem Artikel war das Ziel des griechischen Minister sogar, dass die Botschaft nach Berlin und Washington überbracht wird, damit die Bewertung mit einer Vereinbarung zum Abschluss gebracht wird, die das Parlament zu passieren vermag, währenddessen die Regierung – mittels ihrer Sprecherin Olga Gerovasili – alle Szenarien vorgezogener Neuwahlen dementiert.

In einer von dem Pressebüro des Premierministers ausgegebenen Bekanntmachung wird in Zusammenhang mit „phantasiereichen Publikationen der Sonntagspresse“ unterstrichen: „Das Land hat eine neulich gewählte Regierung mit einem zeitlichen Horizont von vier Jahren und dem Ziel, die Gesellschaft und die Wirtschaft von der Beaufsichtigung (durch die Gläubiger des Landes) zu befreien. Alle, die immer noch von Intermezzos mit ‚Unfällen‘, Stolperfallen und jüngst auch Rücktritten träumen, sollen sich damit abfinden, mit dem ‚Gelüst“ verbleiben zu werden„.

Bietet Tsipras den Gläubigern endlich die Stirn oder … „zockt“ er?

Den in Rede stehenden Leitartikel der Zeitung signiert Christos Pasalaris, der schreibt, „der Premierminister spielt in diesen Tagen mit Ziel die ‚Bewertung‘ ein riskantes Spiel. Wenn die ‚Bewertung‘ innerhalb der kommenden Tage zum Abschluss kommt, wird sie das Gegengewicht zu den albtraumhaften Entwicklungen an den Fronten der Wirtschaft, des Flüchtlingsproblems, aber auch der türkischen Provokationen in der Ägäis sein„.

Christos Pasaliaris fragt sich, „ob der Premierminister zur Stunde, wo eine tatkräftige amerikanische Intervention zugunsten der griechischen Positionen im Gang ist, sich tatsächlich gegenüber den Gläubigern auf die Hinterbeine stellt, oder ob seine Züge ein weiteres kommunikatives Manöver sind. Die Bürger Griechenlands rechnen so wie so mit zwei noch schlimmeren Jahren und setzen ihre Hoffnungen auf sehr optimistische Entwicklungen im Jahr 2021, nach 200 Jahren der Unabhängigkeit …„.

(Quellen: Imerisia, real.gr)

  1. GR-Block
    18. April 2016, 21:20 | #1

    „Bietet Tsipras den Gläubigern endlich die Stirn oder … ‚zockt‘ er?“ Ja, er zockt! Dazu passt auch, dass der Langweiler Tsakalotos die Führung einer Gruppe „53+“ innerhalb SYRIZA übernimmt, quasi als neue „Linke Plattform“. Das ist klug von Tsipras. Einerseits droht er den Gläubigern mit Rücktritt und verweist auf „Widerstand“ seines Finanzministers. Andererseits bindet er innerparteiliche linke Kritiker in einem Konstrukt, dessen Vorsitz sein Vasall Tsakalotos hat. Mal sehen ob es klappt.

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