Enorme Umverteilung der Einkommen in Griechenland

4. April 2016 / Aufrufe: 693
Einen Kommentar schreiben Kommentare

In Griechenland erfolgte in den Jahren der Krise eine dramatische Kürzung der Löhne und Umverteilung der Einkommen zu Gunsten des Kapitals.

In den Jahren der Krise (2009 – 2015) gab es in Griechenland eine große Komprimierung des realen Durchschnittseinkommens (-28,1%) sowie ebenfalls auch einen signifikanten Rückgang der nominalen Bruttobezüge pro Arbeitnehmer (-26,1%). In der selben Periode wurde ebenfalls ein Rückgang der Arbeitsproduktivität (-10,2%) festgestellt.

Trotz der Bemühungen, die 2014 mit einem kleinen Rückgang der Arbeitslosigkeit erfolgten, die Situation umzukehren, wurde die Anstrengung 2015 nicht fortgesetzt und drückte sich nicht in Erhöhungen der realen Löhne aus.

Umverteilung mit ernsthaften makroökonomischen Auswirkungen

Grund sind laut dem Institut für Arbeit (INE) der GSEE die strukturellen Änderungen, die auf dem Arbeitsmarkt mittels der Umsetzung der Programme zur Angleichung der griechischen Wirtschaft durchgesetzt wurden und die Verhandlungskraft der Arbeitnehmer und ihrer gewerkschaftlichen Organisationen schwächten. Ebenfalls eine negative Auswirkung auf den realen durchschnittlichen Lohn hatten auch der Anstieg der Beschäftigung in arbeitsintensiven Zweigen, aber auch die Ausweitung der Teilzeitarbeit und die Beschäftigung ungelernter oder angelernter Arbeitskräfte.

In seinem Jahresbericht über die griechische Wirtschaft stellt das INE GSEE fest, dass während der Dauer der Krise sowohl die Beschäftigungs- als auch die Kapitaleinkommen sanken, allerdings in einem unterschiedlichen Grad. Konkreter reduzierte sich das Einkommen aus Arbeit (Löhne und veranschlagte Arbeitsvergütung Selbständiger, nach Entrichtung der Versicherungsbeiträge und vor Zahlung der Einkommensteuer) von 17,2 Mrd. Euro im letzten Quartal 2009 auf 10,7 Mrd. Euro im dritten Quartal 2015. Dabei handelt es sich um einen Rückgang um 6,5 Mrd. Euro bzw. 38%.

Entsprechend sank das Kapitaleinkommen (Gewinne, Zinsen und Verdienste) während der Dauer der Krise von 19,8 Mrd. Euro im letzten Quartal 2009 auf 17,2 Mrd. Euro im dritten Quartal 2015. Hier handelt es sich um einen Rückgang um 2,6 Mrd. Euro bzw. 10,3%. Wie die Analyse des INE GSEE schlussfolgert, gab es somit bei den Einkommen eine Umverteilung großen Ausmaßes zu Lasten der Arbeit, mit ernsthaften makroökonomischen Auswirkungen.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Autor: Vasilis Angelopoulos)

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks

Hinweis: Kommentare werden erst nach Freischaltung durch einen Administrator sichtbar.
Bitte beachten Sie die Hinweise und Regeln bezüglich der Abgabe von Leserkommentaren.