Einkommensteuererklärung 2016 in Griechenland

9. April 2016 / Aufrufe: 757
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Infolge der Verzögerung des Beginns der Abgabe der diesjährigen Steuererklärungen in Griechenland wurde die Abgabefrist bis zum 30 Juni 2016 verlängert.

Gemäß einem von dem stellvertretenden Minister für Finanzen, Tryfonas Alexiadis, unterzeichneten Beschluss wurde in Griechenland die Frist für die Abgabe der diesjährigen (sprich sich auf das Vorjahr 2015 beziehenden) Einkommensteuererklärungen natürlicher Personen um 2 Monate, also bis zum 30 Juni 2016 verlängert.

Parallel appellierte der Minister an die Steuerpflichtigen, ihre Steuererklärungen baldmöglichst und nicht erst kurz vor Auslaufen der gesetzten Frist abzugeben.

Finanzministerium hofft auf zügigen Abschluss des Verfahrens

Konkret lautet es in dem besagten Ministerialbeschluss:

1. Der gesetzlich vorgesehene Stichtag (30 April) für die Einreichung der Steuererklärungen natürlicher Personen wird wegen der Probleme, die auftraten und die Verzögerung des Beginns der Abgabe verursachten, bis Donnerstag, den 30 Juni 2016 verlängert.

2. Sollten bei der Abgabe der Erklärungen Probleme (im Datenverarbeitungssystem usw.) auftreten, wird das Datum entsprechend verschoben werden, damit den Steuerpflichtigen keine Probleme verursacht werden.

Wir betonen, dass das Ziel des Ministeriums die fristgemäße Einreichung der Erklärungen ist, und aus diesem Grund legen wir für deren Abgabe von Anfang an einen Zeitraum von drei Monaten fest. Unser Bestreben ist, dass es keine weiteren (Frist-) Verlängerungen gibt und das ganze Verfahren rechtzeitig abgeschlossen wird.

Wir rufen die Steuerpflichtigen auf, diese ihnen obliegende Pflicht nicht bis zu den letzten Tage aufzuschieben, in denen üblicherweise die meisten Probleme auftreten. Wir rufen sie auf, umgehend zu handeln und das ganze Prozedere abzuschließen.

Wir appellieren an die Buchhalter – Steuertechniker, auf jede mögliche Weise zur Abgabe der (Steuer-) Erklärungen beizutragen und andere Formen der Mobilmachung wegen ihrer existenten Probleme zu wählen. In Begegnungen mit ihren Trägern werden wir umgehend versuchen, jene Lösungen zu finden, die den reibungslosen Abschluss der Erklärungen gestatten werden.

2% Skonto bei Sofortzahlung

Es ist anzumerken wert, dass das Thema der Neubestimmung der Anzahl der Raten für die Zahlung der auf den Steuerbescheiden der diesjährigen Erklärungen ausgewiesenen Steuerschuld weiterhin anhängig bleibt. Informationen zufolge wird erwartet, dass dem Parlament bald eine Novelle vorgelegt werden wird, die für die Steuerpflichtigen die alternative Möglichkeit vorsieht, die auf den Bescheiden ausgewiesenen Steuern in bis zu 8 Monatsraten anstatt wie von der geltenden Gesetzgebung vorgesehen in maximal 3 zweimonatlichen Raten zu begleichen.

Weiter ist in diesem Jahr wieder ein „Skonto“ in Höhe von 2% vorgesehen, wenn die gesamte Steuerschuld in einer einmaligen Zahlung spätestens bis zur Fälligkeit der ersten Rate vollständig beglichen wird. Diese altbekannte Regelung wurde im vergangenen Jahr abgeschafft, was etliche Steuerzahler demotiviert haben dürfte, ihre Steuern schon lange vor deren Fälligkeit zu entrichten.

(Quellen: dikaiologitika.gr, dikaiologitika.gr)

Steuerberater und Rechtsanwälte in Griechenland „streiken“

Ergänzend sei angemerkt, dass der ursprünglich ab Ende Januar / Anfang Februar 2016 geplante Beginn der Abgabe der diesjährigen Einkommensteuererklärungen sich wegen gesetzgeberischer und damit einhergehender technischer Probleme bis zum 05 April 2016 verzögerte, womit die gesetzlich vorgesehene Abgabe der diesjährigen Steuererklärungen bis zum 30 April natürlich unmöglich wurde.

Parallel beschlossen die kollektiven Organe der Buchhalter und Steuerberater, aus Protest gegen die – wie sie vertreten, sie „grob“ beeinträchtigenden – Änderungen im (gesetzlichen Sozial-) Versicherungssystem, ihre Mitwirkung bei der Abgabe der Steuererklärungen zu verweigern. Nachdem die Abgabe der diesjährigen Steuererklärungen überhaupt erst ab dem 06 April möglich wurde, gaben die die Buchhalter und Steuertechniker umgehend ihren nunmehr bis auf weiteres bis zum 18 April 2016 befristeten „Streik“ bekannt.

Gemäß einschlägigen Rechenbeispielen kann infolge sogenannter Reformen die Gesamtbelastung (Steuern plus Pflichteiträge zur gesetzlichen Zwangsversicherung) auf bis zu 80% der realen oder – noch schlimmer – „fiktiv“ (sprich z. B. auf Basis des Hubraums eines gehaltenen / genutzten Pkw, der Fläche einer Eigentums- oder Mietwohnung sowie sonstiger sogenannter Einkommens- / Vermögenskriterien) veranlagten Einkommen steigen. Dies trifft im übrigen auch für andere Berufsgruppen wie beispielsweise für die seit Anfang 2016 im Ausstand befindlichen Rechtsanwälte zu.

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