Dreht Schäuble wieder mal am (Griechenland-) Rad?

10. April 2016 / Aufrufe: 1.322
Einen Kommentar schreiben Kommentare

Aus Deutschland wurde offiziell beschieden, Griechenland müsse einen völlig irrealen Erlös in Höhe von 50 Milliarden Euro aus Privatisierungen erzielen.

Eine Sprecherin des deutschen Finanzministeriums erklärte 06 April 2016, für Deutschland gelte weiterhin die im Sommer des vergangenen Jahres mit Griechenland abgeschlossene Vereinbarung, die Einnahmen in Höhe von 50 Mrd. Euro aus Privatisierungen vorsah.

Laut der Sprecherin hatte Griechenland mit seinen internationalen Gläubigern vereinbart, dass in das Memorandum Einnahmen in Höhe von 50 Mrd. Euro aus Privatisierungen einbezogen werden. „Was uns betrifft, gilt dieses Memorandum weiterhin„, erklärte die Sprecherin bei einer Pressekonferenz.

Der Gedanke an 50 Mrd. Euro aus Privatisierungen war … utopisch

Diese Position des deutschen Finanzministeriums (sprich des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble) steht in völligem Gegensatz zu dem, was die griechische Regierung sich zum Ziel gesetzt hat, und es wird erwartet, dass dies einen neuen Zyklus der Gegenreaktionen und möglichen Probleme in den Verhandlungen hervorruft

Sich auf den unter Gründung stehenden Privatisierungsfonds beziehend, der den TAIPED ablösen wird, erklärte der griechische Finanzminister Giorgos Stathakis am 05 April 2016, der Erlös aus dem Verkauf des öffentlichen Vermögens werde sehr viel geringer als anfänglich vorgesehen sein, und meinte: „Ich denke, wir sind uns alle einig, dass der Gedanke an 50 Milliarden Euro utopisch war.“ Besagter Betrag wurde im weiteren Verlauf anfänglich auf 25 Mrd. Euro und danach auf 15 Mrd. reduziert.

Wie der Minister anfügte, sind bisher 2,5 Mrd. Euro eingenommen worden, und zum Schluss werden die Einnahmen „vielleicht 6 – 7 Mrd. Euro“ erreichen. Weiter stellte er klar, aus den voraussichtlich in absehbarer Zukunft stattfindenden 11 Privatisierungsfällen können vielleicht 7 Mrd. Euro eingenommen werden – welcher Betrag „halbwegs realistisch“ sei.

In einem am 06 April 2016 in der Berliner Zeitung „Tagesspiegel“ publizierten Interview brachte Finanzminister Giorgos Stathakis seine Überzeugung zum Ausdruck, wenn die Einigung zwischen den Gläubigern und der griechischen erreicht werde, könnte Griechenland im zweiten Halbjahr 2016 zum Wachstum zurückkehren.

(Quelle: Imerisia)

  1. windjob
    10. April 2016, 18:50 | #1

    Dieser Kerl wird langsam unerträglich. Warum sorgt er nicht erst für seinen eigenen Haushalt bevor er andere bevormundet. Einfach peinlich.

  2. karnapas
    10. April 2016, 19:15 | #2

    Deutschland hatte keine nennenswerten Kolonien, als alle anderen welche hatten. Heute hat es welche. Halb bzw. fast ganz Europa läuft nach neoliberalistischem Plan made in / supported by D.

    Mein Vorschlag: unbedingt ‚den eigenen Laden aufräumen‘, Schulden, die Vorgängerregierungen eingefädelt haben, nicht mehr bedienen (sind trotz SPAREN immer mehr geworden), nix kaufen – nix bezahlen, raus aus dem €, raus aus der europ. Wirtschaftsgemeinschaft, raus aus der NATO. Neue Partner suchen (ich sage absichtlich PARTNER und nicht FREUNDE – das sind die auch nicht): China, Russland. Die entgeisterten Fressen in Nordeuropa möchte ich gerne noch sehen, ich bin 63 J. alt …

  3. Griechenlandfreund
    11. April 2016, 12:37 | #3

    Müsst ihr denn über jedes hingehaltene Stöckchen springen ?! Was soll denn eine Ministersprecherin anderes sagen, als dass man sich weiter an die „gemeinsam abgeschlossene Vereinbarung“ halte? Jeder weiß, dass der 50 Mrd. Betrag irrealistisch ist, aber dies durfte die Sprecherin nicht sagen. Also: Einfach mal ignorieren.

  4. GR-Block
    11. April 2016, 13:17 | #4

    Was „Kolonien“ angeht, hatte es Deutschland immer bequem im Vergleich zu seinen westlichen Konkurrenten. Die mussten Ozeane überwinden. Der Lebensraum im Osten ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts, sondern eine Tatsache seit dem Mittelalter (Deutscher Orden etc.). Die slawischen Völker mussten als Leibeigene immer zwischen deutschen und den eigenen Junkern hin und her, denn im „fernen“ Osten war das für die Osterweiterung zu starke Hindernis Russland.
    Was über Jahrhunderte nicht klappte, erreichte Kohl über den „Europäischen“ Binnenmarkt. Und beinahe hätte es geklappt, wenn nicht … ja, wenn nicht der damals zu kurz gekommene Wolfgang-ein-jeder-kehr-vor-seiner-Tür-Schäuble aus lauter Torschlusspanik und übereilt die deutschen kEUlonien in Gefahr gebracht hätte. Auch misslang bislang, ebenfalls aus unbedachter Eile, der Import frischer, syrischer Leibeigener. Mal sehen wie es weitergeht. Hm, vielleicht die Ukraine … GR ist jedenfalls als Ablenkung medial out. Zum Glück!

  1. Bisher keine Trackbacks

Hinweis: Kommentare werden erst nach Freischaltung durch einen Administrator sichtbar.
Bitte beachten Sie die Hinweise und Regeln bezüglich der Abgabe von Leserkommentaren.