Plan für 100000 Flüchtlingsplätze in Griechenland

2. März 2016 / Aufrufe: 1.563
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Ein Plan zur Beherbergung von 100000 Flüchtlingen und Immigranten in Griechenland sieht unter anderem die Nutzung von Hotels, Campingplätzen und Kasernen vor.

Der von dem stellvertretenden griechischen Minister für Migrationspolitik Giannis Mouzalas ausgearbeitete und von dem TV-Sender ANT1 enthüllte Notstandsplan sieht die Beherbergung von 100.000 Flüchtlingen und Immigranten vor.

Die Kosten des Plans, der bereits an die Europäische Kommission geschickt worden ist, die erklärte, ihn inzwischen zu studieren, und ihn vermutlich adoptieren wird, tangieren eine halbe Milliarde Euro bzw. betragen konkreter ungefähr 470 Millionen Euro. Griechenland verlangt seine Finanzierung aus europäischen Mitteln und Geldern der Vereinten Nationen.

Auffanglager und Bereitstellung von Personal

Der „Plan Mouzalas“ hat zwei Basispfeiler: die Schaffung von Auffangzentren mit einer Kapazität von 50.000 Menschen und die Beherbergung weiterer 50.000 in Hotels und anderen Unterkünften nahe der großen urbanen Zentren.

Der Hauptpfeiler betrifft die Schaffung von Auffangzentren auf dem ganzen Staatsgebiet für insgesamt 50.000 Menschen. Für deren Erstellung sind „Mammut“-Bestellungen vorgesehen: Zelte, Planen, Container, Wasserbehälter, Heizkörper, Klimaanlagen, chemische Toiletten, portable Duschen, Betten und Matratzen, Fahrzeuge und Kleinbusse, Krankenwagen, Festnetz- und Mobiltelefone, aber auch ein ausreichendes Volumen an Hygiene-Material.

Der „Plan Mouzalas für die Flüchtlinge“ sieht parallel die Bereitstellung 8.200 Menschen zählenden Personals (davon 5.000 Polizisten), spezialisierter Bediensteter der Asyl- und Registrierungsbehörden, aber auch die Bereitstellung ausreichenden medizinischen und Pflegepersonals zur Deckung der Bedürfnisse der Zehntausende zählenden Flüchtlinge und Immigranten vor. Weiter ist ein Posten von über 50 Millionen Euro ausschließlich für die Verpflegung der auf griechischem Boden beherbergten Flüchtlinge vorgesehen.

Unterbringung in Hotels und anderen Unterkünften

Der zweite Pfeiler des „Mouzalas-Plans“ sieht die Schaffung weiterer 50.000 „Aufenthaltsplätze“ in Hotels und sonstigen Unterkünften vor. Wie in dem nach Brüssel geschickten Schriftsatz angeführt wird, werden diese Unterkünfte sich in einer Entfernung von mehr als 20 Kilometern von den urbanen Zentren befinden und somit diese Last hauptsächlich zu verfügbaren Hotelanlagen in der Umgebung von Athen und Thessaloniki verlagern.

Damit der erste Pfeiler des Notstandsplans funktioniert, bleibt das grundsätzliche Thema die Auffindung von Standorten, damit innerhalb der Woche sogenannte „Hotspots“ für die Unterbringung von Flüchtlingen und Immigranten geschaffen werden.

Bei einer breit angelegten Konferenz unter Teilnahme von Vertretern der lokalen Selbstverwaltung wurde vereinbart, dass Lokalitäten wie Campingplätze, Stadien, alte Fabriken, Ausstellungs- und andere Anlagen entlang der Verkehrsachse Athen – Idomeni und in geringer Entfernung davon gefunden werden sollen (10 – 15 km auf beiden Seiten der Nationalstraße).

Lokalitäten und Standorte

Informationen des TV-Senders ANT1 zufolge sind bereits zur Nutzung vorgeschlagene Einrichtungen und Standorte:

  • die verlassene Plattform im Gebiet Skaramagkas
  • das alte „Sarakakis“-Gebäude
  • der Campingplatz Voula
  • der ehemalige Athener Ost-Flughafen
  • eine Kaserne in Lagkadas bei Thessaloniki
  • eine Polizeischule in Karditsa

(Quelle: Imerisia)

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