Griechenland soll einziger „Hotspot“ Europas werden

3. März 2016 / Aktualisiert: 03. März 2016 / Aufrufe: 1.577

Der Premierminister der Slowakei droht Griechenland, zum einzigen sogenannten Hotspot für Flüchtlinge und Immigranten in Europa gemacht zu werden.

Der slowakische Premierminister Robert Fitso erklärte, wenn Alexis Tsipras nicht das mache, was er an der Grenze Griechenlands zur Türkei zu tun schulde, werde es in Europa nur einen einzigen Hotspot geben, und der werde „Griechenland“ heißen.

Laut dem sozialdemokratischen, aber auch nationalistischen slowakischen Premierminister hatten die europäischen Führer Alexis Tsipras bereits seit Sommer 2015 davor gewarnt, was hinsichtlich des Flüchtlingsproblems geschehen würde.

Wenn Griechenland und Türkei die Flüchtlinge nicht zu stoppen schaffen, müssen sie anderswo abgewehrt werden

Herr Tsipras, wenn sie an den Grenzen nicht tun, wozu Sie sich verpflichtet haben, wird es nur einen einzigen Hotspot geben, der Griechenland heißen wird. Und dafür werden Sie verantwortlich sein, weil sie an der griechisch-türkischen Grenze bisher nichts unternommen haben„, meinte der Premierminister des zentraleuropäischen Landes an und vertrat weiter, wenn die Türkei und Griechenland es nicht schaffen, die Immigrantenströme zu stoppen, werden diese Ströme dann eben an einer anderen Linie – beispielsweise an der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedoniens (FYROM) – abgewehrt werden müssen.

Drei Tage vor den Parlamentswahlen in seinem Land besuchte Robert Fitso am vergangenen Mittwoch (02 März 2016) die Grenze der FYROM zu Griechenland, um mit den 25 slowakischen Polizeibeamten zu sprechen, die dort bei den Grenzkontrollen (am Grenzübergang Idomeni – Gevgelija) mitwirken und ihren Kollegen der FYROM helfen.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

Tausende Menschen kämpfen nur noch um das nackte Überleben

Ergänzend sei angemerkt, dass Presseberichten zufolge an dem besagten Grenzübergang am Mittwoch (02 März 2016) gerade einmal 300 Flüchtlinge nach peniblen Kontrollen in die FYROM gelassen wurden, während auf griechischer Seite mittlerweile über 12.000 Menschen – darunter sehr viele Frauen und Kinder – festsitzen. Das bei dem kleinen Grenzdorf Idomeni, dessen rund 100 Einwohner in der Mehrzahl ältere Menschen sind und sich buchstäblich in ihren Häusern verbarrikadiert haben, von Nicht-Regierungsorganisation und freiwilligen Helfern betriebene Durchgangslager fasst dagegen nur maximal 2.500 Personen.

Tausende zum Teil mittlerweile völlig mittellos und unter unsäglichen Bedingungen an der Grenze zur FYROM verharrende Menschen kämpfen derweilen (zunehmend auch unter- und gegeneinander) einfach nur noch um das nackte Überleben, sprich ein Sandwich, eine Flasche Trinkwasser oder irgend etwas Essbares – von sanitären Anlagen wie speziell Toiletten und Möglichkeiten, sich und die verdreckte Kleidung wieder einmal zu waschen, oder gar einer rudimentären medizinischen Versorgung ganz zu schweigen.

  1. Imandra
    3. März 2016, 07:44 | #1

    Zuerst wurde die Vorhut der jungen Männer ungehindert in die reichen europäischen Staaten gelassen! Jetzt wo Frauen, Kinder und Alte nachziehen sind die Grenzen dicht. Muss man das verstehen?

  2. Protagoras
    3. März 2016, 17:04 | #2

    Man sollte die Marine der Slowakei dazu verdonnern, die Seegrenze Griechenlands zu sichern. Von den Politikern der Binnenländer der EU, die die Aufnahme von Flüchtlingen verweigern, kommen die abenteuerlichsten Vorschläge, wie man die EU-Außengrenze Griechenlands lückenlos überwachen und schützen könnte. Das Beispiel Lampedusas sollte sie zum Schweigen veranlassen. Stattdessen wird von sicheren Außengrenzen schwadroniert. Ein Ausflug in die Ägäis sollte zum Pflichtprogramm dieser Maulhelden gehören. Wer keine Erfahrung mit dem Meer hat, sollte sich nicht über Seefahrt verbreiten.

  3. windjob
    3. März 2016, 19:02 | #3

    Welch ein Unsinn. Meine Frau und ich haben dieses Revier jahrzehntelang besegelt. Von den Dardanellen bis runter nach Finike. Den Dodekanes kennen wir in- und auswendig. Diese Grenze effizient zu schützen ist eine Illusion. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Verhältnisse aufgrund der Nähe zur Türkei eher fragwürdig sind, da es keine klare 3 sm Zone gibt und die Grenze mehr oder weniger verschwimmt. Wollen diese unverschämten Binnentrottel nun auch noch einen Konflikt zwischen GR und TR heraufbeschwören. Die Damen und Herren sollten erst mal in ihren Schulatlas schauen (falls sie jemals zur Schule gegangen sind) und sich auch noch über das Seerecht belehren lassen. Dann würden sie keinen solchen Unsinn reden.

  4. Die Deutsch-Griechin
    3. März 2016, 22:06 | #4

    Dass die Grenze geschützt werden kann, sehe ich im Drohnen-Kamera-Zeitalter schon gegeben.
    Aber es ist eine europäische Grenze und ein europäisches Problem und nicht das eines bettelarmen Staates, der das Pech hat nicht „mittendrin“ zu sitzen.

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