Flüchtlingsphobie und Islamisierung

8. März 2016 / Aufrufe: 1.659
Einen Kommentar schreiben Kommentare

Die Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien versuchen, dem Krieg in ihren Herkunftsländern zu entkommen, und fallen einem Religionskrieg in Europa zum Opfer.

Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts trafen in Griechenland hunderttausende Menschen aus Regionen des Osmanischen Reichs ein. Sie hatten Krieg und Verfolgungen erlitten und sahen, wie ihre Städte zerstört und ihre Vermögen konfisziert wurden. Für sie war es eine Einbahnstraße, die Ägäis zu überqueren und sich in Griechenland niederzulassen, um ihr Leben zu retten.

In Griechenland wurden sie alles andere als willkommen geheißen. Es ist jedoch bekannt, dass diese Flüchtlinge der Wirtschaft und der Kultur Elan verliehen, bis sie schließlich von der griechischen Gesellschaft „absorbiert“ wurden. Sie waren Christen.

Griechenland integrierte hunderttausende Flüchtlinge

Gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts kamen hunderttausende Menschen aus Albanien und diversen Ländern des zusammenbrechenden Sowjet-Reichs nach Griechenland und suchten ein besseres Leben für sich selbst und ihre Kinder. Wir hießen jene Menschen nie willkommen, innerhalb von weniger als zwanzig Jahren wurden sie jedoch in die griechische Gesellschaft integriert. Die meisten waren fleißig und rechtschaffen, stimulierten die Wirtschaft und übernahmen eine Menge von Arbeiten, welche die Griechen nicht mehr zu verrichten bereit waren. Heute sind viele dieser Menschen wohlhabend – in einem Land, das unter dem Joch der ausländischen Gläubiger ächzt. Die meisten waren Christen.

Zu diesen beiden Zeitpunkten, also zu Beginn und gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts, hatte Griechenland nicht das selbe Gesicht. Zum dem einen war es ein bankrottes Land, das gerade eine lange Sequenz von Kriegen und Feldzügen hinter sich hatte, die es verelendet hatten, zu dem anderen war es ein Land, das den trügerischen Wohlstand genoss, den die frenetische Verschuldung und der noch frenetischere Konsum sicherstellten.

In beiden Fällen war der Zuzug einer großen Anzahl von Menschen für die Wirtschaft förderlich und führte in der Gesellschaft zu keinerlei Veränderung zum Schlimmeren. Zwischenzeitlich wurden aber auch große Bevölkerungsbewegungen in der gesamten übrigen Welt beobachtet, immer mit förderlichen Resultaten für die Aufnahmeländer.

Ohne Immigranten gäbe es das heutige Deutschland nicht

Ein klassisches Beispiel ist Deutschland, dass den Ausländern seinen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und Aufstieg zum mächtigsten Land Europas verdankt. Jedoch hießen auch die Deutschen die Ausländer, derer sie so sehr bedurften, nicht willkommen, sondern begegneten ihnen mit Verachtung, feindlich, ihre Integration in die Gesellschaft erschwerend. Die Einheimischen – speziell in überalterten Gesellschaften wie den europäischen – sehen die Ankunft der Fremden mit Missfallen, auch wenn sie die Geschichte gelehrt hat, dass deren Eintreffen ihnen letztendlich zu Gute kommt.

Es wird vertreten, der unterschiedliche Stil – Kleidung, Gewohnheiten – sei ein Problem. Die Sprache ein zweites, trotz der imponierenden Bereitschaft aller Ausländer, dass sie selbst und ihre Kinder schnell die Sprache des Aufnahmelands erlernen. Eine weitere Angst, nämlich dass die Ausländer uns die Arbeit wegnehmen werden, ist in der Geschichte der Migrationen viele Male beantwortet werden. Die Ausländer nehmen den Einheimischen nicht ihre Arbeit weg, die Ausländer decken Bedürfnisse und schaffen Arbeit. In England verbreitet eine Bewegung gegen die Ausländerphobie ein smartes Plakat, auf dem es lautet: „Er hat keine Wohnung, er kennt sich nicht in der Stadt aus, er spricht nicht Englisch. Wie unfähig musst Du sein, damit er Dir die Arbeit stehlen kann?

Flüchtlinge fallen einem Religionskrieg zum Opfer

Während jedoch all dies bekannt ist, errichtet Europa in einer seltenen Demonstration der Einmütigkeit Mauern, um die Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak daran zu hindern, in die europäischen Länder zu gelangen.

Die Europäer sprechen von Solidarität und sind bereit, viele Millionen Euro für die Flüchtlinge auszugeben, jedoch wollen sie diese nicht bei sich zu Hause haben. Nicht wegen des Stils und der Sprache, nicht wegen der Arbeitsplätze – all das sind Vorwände. Sie wollen sie nicht, weil sie die „Islamisierung“ fürchten, wie es eloquent in rechtsradikalen Broschüren beschrieben, in „renommierten“ Zeitungen analysiert und von dem Abgeordneten der Chrysi Avgi gegen den für die Migration zuständigen Minister gegeifert wird.

Die Flüchtlinge, Opfer eines Kriegs in ihrem Herkunftsland, werden zu Opfern eines nicht deklarierten Religionskrieg in den Aufnahmeländern. Vor wem und wie sollen sie sich retten?

(Quelle: Zeitung der Redakteure / EfSyn, Autorin: Margarita Koulentianou)

  1. pyramis
    8. März 2016, 14:03 | #1

    Na ja, die Assimilation der Muslime ist geschichtlich soweit gelungen, als dann vor fast hundert Jahren der Bevölkerungsaustausch von über hunderttausenden Menschen stattfand. Ueber eine Million Christen (vorwiegend Griechen) in Kleinasien wurden gezwungen nach Griechenland zu „siedeln“ und Muslime in Griechenland, in die Türkei. Warum wohl?

  2. m. sastre
    8. März 2016, 14:10 | #2

    Mit Verlaub: dieser Artikel ist ideologischer Nonsens. Berechtigte Sorgen und die Wahrnehmung eigener, legitimer Interessen der europäischen Souveräne als Krieg gegen Flüchtlinge darzustellen ist so realitätsverloren, daß nur Ideologen so argumentieren können. Wer die eigene Kultur, seine Identität schützen möchte und insgesamt seine Art zu leben und der deshalb gegen einen ungesteuerten, unbegrenzten Zuzug ist, der ist deshalb noch lange kein Nazi, Rassist oder Kriegsbefürworter.
    Jedes Staatsvolk hat das natürliche Recht, zu entscheiden, wer kommen darf und wer nicht. Genauso wie jeder Hausbesitzer festlegen darf, wer sein Haus betritt und wie lange diese Person bleiben darf. Es gibt kein weltweites Recht auf Migration, egal wo hin man will! Auch als Europäer darf man nicht beliebig und ohne Papiere in jedes Land der Welt einreisen und dann noch erwarten, mit sofortiger Wirkung an den dort den Einheimischen angebotenen Sozialleistungen zu partizipieren. Alles andere wäre weltfremd. Weder Deutschland noch Europa werden durch Aufnahme tatsächlicher oder vermeintlicher Flüchtlinge die Welt retten, dafür aber belastet die Aufnahme die Gesellschaften in jeder denkbaren Weise. Wer die Welt als eine einzige Solidargemeinschaft versteht, entwertet und plündert seine eigene Gemeinschaft und muß die Frage beantworten, ob er die gesamte Welt erretten möchte und ob er in diesem Zusammenhang auch die z.B. 100 Millionen chinesischen Wanderarbeiter aufnehmen möchte, denen es sicherlich sehr schlecht geht oder wie viele der ca. 180 Millionen Pakistaner kommen dürfen oder ob man alle Bangladeshis aufnimmt, wenn der Meeresspiegel weiter steigt.
    Die Opfer des derzeitigen migrationspolitischen Wahnsinns werden wir, unsere Kinder und deren Kinder sein. Sie werden in einem von ständigen sozialen Konflikten, Armut, Gewalt und Perspektivlosigkeit geprägten Europa leben müssen und nur noch in Geschichtsbüchern lesen können, wie prosperierend dieser Kontinent einmal war.

  3. Rudi
    8. März 2016, 17:52 | #3

    Fast jeder Mensch auf der Welt hat einen Immigrationshintergrund. Das ist auch überhaupt kein Problem, denn immer wenn, Ideologien keine Rolle spielten, war Zuwanderung für beide Seiten befruchtend. Sobald aber Fanatismus und Ausgrenzung herrschten, gab es Mord und Totschlag. Die Beispiele füllen Bibliotheken.
    Die Globalisierung beschleunigt die Wanderbewegung rasend. Kein Zaun kann so hoch sein, um den Wunsch nach einem besseren Leben aufzuhalten. Auch hierfür gibt es genügend Beispiele.
    Der Westen begründete seinen Reichtum durch jahrhundertelange Ausbeutung anderer Völker. Jetzt kommt die Rechnung. Nur wenn die sogenannte 1. Welt der 3. Welt ein menschenwürdiges Dasein ermöglicht, werden sich die Leute nicht mehr auf den Weg machen. Allein die Hütte zu verrammeln wird nicht funktionieren.

  4. Anton
    8. März 2016, 19:35 | #4

    Erstens gehört Ab- und Ausgrenzung von Migranten nicht zur deutschen Kultur. Zumindest ergibt sich dies, wenn man Goethe, Fichte, Kant, Hegel, Brecht usw. als Teil der deutschen Kultur versteht (klar, für manche gibt es andere „deutsche Größen“). Zum anderen sollte jede Nation für ihr Tun auch die Verantwortung tragen. So kann man z. B. nicht global wirtschaftlich agieren und die Folgen des eigenen Tuns nicht tragen wollen. Auch hier agiert Deutschland ganz vorn. Es kann deshalb nicht sein, dass Äusländer immer wieder Deutschlands Überleben gewährleisten sollen, und schnöde abgewiesen werden, wenn sie mal Hilfe brauchen. Ideologisch wäre es übrigens zu leugnen, dass nach dem Grundgesetz z. B. auch ein Muslim Deutscher werden kann, und dass bereits heute ein Fünftel der deutschen Bevölkerung einen Migrationshintergrund hat. Margarita Koulentianou hat also mit ihrer Einschätzung recht – zumindest von den Fakten her.

  5. GR-Block
    8. März 2016, 20:54 | #5

    Hm, vielleicht sind ja die Beweggründe für die Einladung und gleichzeitige Ablehnung der Einwanderer doch wo anders zu suchen. D gehört zu den Ländern auf diesem Planeten, der für Investoren einzigartig ist. Trotz des Reichtums scheint der propagandistische Wahn nach mehr Arbeitsplätzen noch nicht in Sättigung gegangen zu sein. Über die Hälfte der Bevölkerung glaubt einen (fremdbestimmten) Arbeitsplatz haben zu müssen, anstatt zuhause für sich zu arbeiten. Viel mehr kann man aber gar nicht steigern, wenn man nicht an die Minderjährigen oder Alten geht. Da bleiben für Investoren nur noch die Einwanderer zur weiteren Produktionssteigerung. Deshalb die Einladung.
    Die schon ansässige Bevölkerung hat dieses „wir brauchen Arbeitsplätze“ so verinnerlicht, dass sie jetzt in Bedrängnis gerät. Denn sie kann diese zusätzlichen Arbeitsplätze gar nicht selbst ausfüllen. Denn wer aus der Familie soll denn noch ans Fließband. Also haben die Aufstocker Angst um ihr Hartz IV und den schlecht bezahlten Job. Deshalb die Ablehnung. Fragt sich nur noch, auf wessen Seite steht zurzeit das Fähnchen-im-Wind-Merkel.

  1. Bisher keine Trackbacks

Hinweis: Kommentare werden erst nach Freischaltung durch einen Administrator sichtbar.
Bitte beachten Sie die Hinweise und Regeln bezüglich der Abgabe von Leserkommentaren.