Deutsche Polizeibeamte in Griechenland

6. März 2016 / Aufrufe: 735
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Seit März 2016 unterstützen in Griechenland auf der Insel Samos stationierte deutsche Polizeibeamte nebst zwei Booten die griechischen Kollegen bei der Jagd auf Schlepper.

Fünf deutsche Polizeibeamte, die im Rahmen der Frontex im Gebiet bei der griechischen Insel Samos in der Ägäis agieren, versuchen mit zwei deutschen Booten, (Flüchtlings-) Schlepper zu erwischen und Immigranten-Leben zu retten. „Unser Motiv ist die Solidarität.

Ihr Standort ist seit Anfang März 2016 der Ort Vathy auf der Insel Samos. Die Patrouillenboote der deutschen Küstenwacht, die normalerweise Deutschlands Seegrenzen im Norden überwachen, wurden per Schiff aus Rostock verfrachtet und operieren nun rund um die griechische Ägäis-Insel. Es geht um die Boote „Börde“ und „Uckermark“ der deutschen Bundespolizei, die in den Dienst der Frontex gestellt worden sind und wenigstens bis Juni 2016 bei Samos mit dem Ziel patrouillieren werden, Schlepper zu fassen.

Gefahr droht nicht nur von Schleppern, sondern auch von Flüchtlingen

Die Operation ist nicht leicht. Zusammen mit einem griechischen Kollegen fahren fünf deutsche Polizeibeamte am Abend aus dem Hafen bei Vathy mit ausgeschaltetem Licht hinaus, damit das Boot nicht wahrgenommen wird, und versuchen, Schlepper zu jagen. „Die Schwierigkeit bei deren Festnahme liegt darin, dass sie zu allem entschlossen sind„, erklärt gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur der Leiter der Operation, Frank Rogatti. „Wir vermögen nicht vorzuaussehen, welches Gewaltpotential sie bergen können, müssen jedoch damit rechnen, dass sie gefährlich sein und Waffen bei sich führen könnten.“ Dies ist auch der Grund, aus dem alle Polizeibeamten auf den Booten bewaffnet sind.

Herr Rogatti findet einen treffenden Vergleich. „Es ist, wie eine Kontrolle auf der Straße durchzuführen, man weiß nicht, was einen erwartet.“ Die Gefahr beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Schlepper. Sogar auch die Flüchtlinge können in jeder Hinsicht gefährlich sein. Beispielsweise müssen die an solchen Missionen teilnehmenden Polizeibeamten ein breites Spektrum an Schutzimpfungen gegen die ansteckenden Krankheiten gemacht haben.

Wir zeigen Solidarität, das gibt uns ein Motiv

An jenem Abend, an dem die Mitarbeiterin der deutschen Nachrichtenagentur, Alexia Angelopoulo, das Boot bestieg um ihre Reportage zu machen, dauerte die Patrouille nicht lange. Das Boot kehrte mit eingeschalteten Lichtern und 13 Flüchtlingen an Deck in den Hafen zurück. Sie saßen aneinander gedrängt, in spezielle Overalls gegen die Kälte gehüllt und verängstigt. Sobald das Boot anlegte, halfen ihnen die Polizeibeamten. Sie brachten auch ihr Schlauchboot an Land, das dermaßen klein war, dass es in ein Schwimmbecken passt. Hier endet die Arbeit der deutschen Polizeibeamten und beginnt die der freiwilligen Helfer und der griechischen Küstenwacht.

Bernd Gerhard enthüllte einige Berufsgeheimnisse. Die Polizeibeamten sind immer darum bemüht, dass auf Deck keine Panik ausbricht und gar ein Flüchtling ins Meer fällt. Die meisten können nicht schwimmen. Falls notwendig, leistet die Besatzung ihnen erste Hilfe und gibt ihnen Wasser. Auf die Frage, wie er die politische Lage einschätze, antwortet Bern Gerhard mit einem Schulterzucken: „Darüber mache ich mir keine besonderen Gedanken, Wir sind hier, um den griechischen Kollegen zu helfen. Wir zeigen Solidarität in einer Region Europas, in der es brodelt, und retten Leben. Das ist es, was zählt und das Team motiviert.

(Quelle: Deutsche Welle / DPA – Irini Anastasopoulou)

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