Porsche made in … Griechenland

5. Februar 2016 / Aufrufe: 1.262
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Von der Replicar Hellas hergestellte Repliken von Porsche-Fahrzeugen sollen endlich eine Typgenehmigung erhalten und auch in Griechenland zugelassen werden können.

Ab diesem Jahr sollen auch auf den griechischen Straßen die Repliken historischer Porsche-Modelle verkehren können, die vollständig in Griechenland von der in Katerini ansässigen Replicar Hellas produziert und bisher ausschließlich ins Ausland verkauft werden.

Nach jahrelangen Bemühungen befindet die Firma sich näher als je davor, die begehrte Typ-Genehmigung zu bekommen, die ihr gestatten wird, ihre Fahrzeuge auch an die in Griechenland lebenden Verehrer des Automobilismus zu verkaufen. Nach dem Termin bei dem zuständigen Prüfungsträger am vergangenen Montag wird das Thema an die zuständigen Dienststellen des Verkehrsministerium weitergeleitet werden, deren Gutachten bis Ende Februar 2016 erwartet wird.

Repliken Porsche 356 Speedster und Porsche 550 Spyder

Das Interesse ist jedenfalls groß und die erste Bestellung wurde bereits von einem Einwohner der Insel Santorin aufgegeben. Wenn alles gemäß der Planung und den Erwartungen verläuft, wird das Debut der Replicar auch auf dem griechischen Markt die Erwartungen des Eigentümers Recht geben, der die Firma mit dem Vorhaben gründete, ein griechisches Fahrzeug herzustellen, das auch in Griechenland in Verkehr gebracht werden kann.

Ilias Gaganelis schuf die Replicar im Jahr 2008, wenige Jahre nach seiner Rückkehr aus Deutschland und nachdem er zuerst seine eigene Karosseriewerkstatt eröffnet hatte. Der Gedanke war, in guter Qualität Repliken der Porsche-Modelle herzustellen, die in dem Jahrzehnt 1950 im Verkehr waren und alle interessieren, die sich mit der Geschichte des Automobils beschäftigen. Die Firma, die bisher 55 Fahrzeuge verkauft hat, stellt zwei Modelle her, nämlich den 356 Speedster und den 550 Spyder. Letzteres ist der Wagen, den James Dean fuhr, als er 1955 bei einem Unfall ums Leben kam.

Giannis Notsios, Mechaniker und Führungskraft der Gesellschaft, sagt gegenüber der Zeitung „Ethnos tis Kyriakis“, die Fahrzeuge der Firma seien handgefertigt, werden vollständig in der Stadt Katerini hergestellt und analog zu dem Wunsch des Käufers gestaltet. „Das Äußere der Fahrzeuge ist aus Polyester gefertigt und hat kein Blech. Der 356 sitzt auf einem Chassis des Käfers von Volkswagen, der 550 dagegen auf einem Rahmen, der von der Replicar selbst gebaut ist. Die Motoren sind ebenfalls aus dem VW-Käfer, die wir aber restaurieren und aufwerten. Jede Replik wird analog zu den Wünschen des Kunden hergestellt„, sagt er und fügt an, einer der Gründe, aus denen das Chassis und der Motor des Käfers gewählt wurden, sei, dass der Mensch, der ihn anfänglich entwarf, der selbe ist, der auch den Porsche 356 entwarf.

Die Kosten – Replik des Porsche 356 bereits ab 40.000 Euro

Die für die Herstellung eines solchen Fahrzeugs ab dem Moment der Bestellung bis zur Übergabe des Schlüssels an den Fahrer benötigte Zeit beträgt ungefähr vier Monate. Die Kosten wiederum der Basisversion des 356 betragen ungefähr 40.000 Euro, während sie für die Basisversion des 550 auf 80.000 Euro steigen.

In den vergangenen Jahren bezog die Aktivität der Gesellschaft sich ausschließlich auf Kunden aus dem Ausland. Derzeit werden vier Vertretungen in Österreich, Großbritannien, Italien und Holland betrieben, zu denen die gesamte Produktion gelenkt wird. Wie Herr Notsios sagt, werden die meisten Fahrzeuge über Österreich in die Länder Zentraleuropas verkauft. „Direkt zu Beginn des Jahres 2016 bestellten sie bei uns 10 Fahrzeuge. Die Wahrheit ist, dass wir nicht die Möglichkeit haben, eine große Anzahl von Fahrzeugen zu produzieren. Das Maximum, das wir jedes Jahr erreichen können, sind 25 bis 30. Wir sind keine Fabrik. Wir sind praktisch ein Handwerksbetrieb.“ Und wenn der Mechaniker der Replicar Hellas von einem Handwerksbetrieb spricht, untertreibt er überhaupt nicht, denn die Firma weicht in der Größe nicht weit von einem durchschnittlichen Familienbetrieb ab.

Die Porsche-Repliken sind das Resultat der Arbeit eines kleinen Teams, das 10 Personen nicht übersteigt, jedoch sind alle in ihrer Arbeit sehr erfahren. „Die meisten hatten jahrzehntelang ihre eigenen Werkstätten. Der Chef-Mechaniker der Firma ist seit 40 Jahren auf VW-Fahrzeuge spezialisiert.“ Es ist klar – erklärt Giannis Notsios -, dass die Fahrzeuge als Repliken nicht mit dem Porsche-Emblem produziert werden können oder mit den authentischen 356 und 550 Spyder absolut gleich sind, da sie den international geltenden Regeln folgen müssen. „Die hergestellten Fahrzeuge werden von uns mit dem Emblem unserer Firma ausgeliefert. Von da an kann der Käufer, wenn er es wünscht, ein Porsche-Emblem anbringen. Das ist seine Sache. Wir haben mit der Firma keinerlei Vereinbarung und können ihr Emblem nicht anbringen„, sagt er.

Weil der Entwurf eines Fahrzeugs ein „Markenzeichen“ darstellt und geschützt ist, muss die Replik obligatorisch einige kleine, aber essentielle und wahrnehmbare Unterschiede aufweisen. „Allein das verwendete Käfer-Chassis reicht aus, unser Fahrzeug von den authentischen Porsche zu differenzieren. Es gibt jedoch auch weitere äußerliche Unterschiede. Beispielsweise sind bei dem 356 Speedster die Scheinwerfer anders. Ebenfalls ist er ein Cabrio, während die erste Version des Fahrzeugs es nicht war. Unterschiede existieren auch im Innenraum, der so wie so wie von dem Kunden gewünscht gestaltet wird„, merkt Herr Notsios an.

Das Käufer-Publikum – Warum kauft jemand eine Porsche-Replik?

Was ist es jedoch, das einen Fahrer dazu bringt, eine Replik der konkreten Porsche-Modell zu kaufen? Wie die Leute der Firma meinen, gibt es viele Gründe. Ein solches Fahrzeug kann von diversen Unternehmen gekauft werden, das es an seine Kunden vermietet. Ein geläufiges Beispiel sind die Retro-Fahrzeuge, die bei Hochzeitsfeiern eingesetzt werden. Natürlich richten sie sich auch an die Liebhaber des Automobilismus, die etwas fahren möchten, das den konkreten historischen Porsche-Modellen des Jahrzehnts 1950 ähnlich ist.

Herr Notsios meint, für die konkreten Modelle sei wegen ihrer Seltenheit und der absurden Preise, die ein authentisches Fahrzeug kostet, eine qualitative Replik das Beste und Erschwinglichste ist, was es auf dem Markt gibt. „Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Modelle sich vor vielen Jahrzehnten im Verkehr befanden und natürlich nicht massenweise produziert wurden. Es waren ungefähr 20.000 Porsche 356 Speedster und einige hundert 550 Spyder in Umlauf gebracht worden. Speziell der 550 wurde nur auf spezielle Bestellung gebaut. Dies bedeutet, dass alle heute noch existierenden Exemplare sich in den Händen von Sammlern befinden und ihre Preise sehr hoch liegen. Ein authentischer 356 in gutem zustand kostet 350.000 Euro, während der 550 auch eine Million übersteigen kann.

(Quelle: Ethnos, Autor: Stelios Vogiatzakis)

  1. Antonios Vassiliadis
    5. Februar 2016, 20:44 | #1

    Endlich einmal ein Grieche, der sich entgegen allen Widerlichkeiten des griechischen Bürokraten-Dschungels was traut und ein Zeichen setzt. Respekt! Bitte mehr von diesen couragierten Landsleuten, die fehlen hier an jeder Ecke. Die Millionen Coffee-Shops (speziell in Athen) fangen an, das Auge des Betrachters zu langweilen …, obwohl die guten Kaffee anbieten.
    Wünsche diesem Unternehmer, dass er nicht gleich wieder die Segel streicht, sobald er Post von der Steuerbehörde bekommt, die womöglich für noch nicht verkaufte Fahrzeuge die Steuern sofort im voraus will.

  2. petrus
    10. Februar 2016, 17:21 | #2

    Ich habe selbe ein 356 Speedster im Jahre 1990 Gebaut, viel damit rumgefahren, dann verkauft. Kenne mehrere Firmen welche solche Replikas bauen, so in d. USA oder Kanada. Wegen blöde EU Bürokratie ist es heutzutage unmöglich wäre den Bau zum wiederholen.

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