Griechenland lädt österreichische Innenministerin aus

26. Februar 2016 / Aufrufe: 847
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Wegen der im Flüchtlingsthema herrschenden Spannungen zwischen Österreich und Griechenland lehnte Athen einen Besuch der österreichischen Innenministerin ab.

Auf ihre zum Ausdruck gebrachte Absicht, sich für Erklärungen in die griechische Hauptstadt begeben zu wollen, erhielt die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner ein „Nein“ aus Athen zur Antwort. Wie diplomatische Quellen gegenüber der Athener Nachrichtenagentur ANA-MPA anführten, stellte die griechische Seite klar, dies könne nicht geschehen bevor nicht die Maßnahmen gegen Griechenland aufgehoben werden.

Dies ist die letzte Entwicklung mit dem offensichtlichen Einknicken Österreichs nach der harten Haltung und der heftigen Reaktion des griechischen Außenministeriums, das gestern (25 Februar 2016) Griechenland Botschafterin Chrysoula Aliferi aus Wien zu Beratungen nach Athen beorderte.

Österreich schädigt Griechenland und die EU

Wenn Griechenland seine Grenzen nicht zu schützen vermag, ist das Thema zu stellen, ob es weiterhin Außengrenze der Schengen-Zone sein kann„, führte gestern (25 Februar 2016) die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner an. Sie verteidigte sogar Österreichs Beschluss, die Kontrollen an der Grenze zwischen Griechenland und der FYROM mit dem Ziel zu verstärken, dass die Flüchtlingsströme reduziert werden.

Bei der gestrigen Konferenz der Innenminister in Brüssel, an der die 28 plus die an der sogenannten Balkanroute liegenden Länder teilnahmen, herrschte Spannung. Der griechische Migrations-Minister Giannis Mouzalas lastete Österreich Verantwortungen für die einseitigen Handlungen an und betonte, die Haltung Österreichs sei nicht freundlich und verletze ältere Beschlüsse der Gipfelkonferenzen der EU. Er fügte an, die Haltung Österreichs schädige Griechenland und nehme ihm die benötigte Zeit, sich vorzubereiten, und schädige gleichzeitig auch die EU, weil es nationale einseitige Lösungen in Verbindung mit anderen Staaten (Visegrád) und Staaten vorschiebt, die keine EU-Mitglieder sind.

Laut Giannis Mouzalas „schob Skopje die Schuld auf Serbien, Serbien auf Kroatien, Kroatien schwieg, Slowenien verurteilte die Haltung Österreichs, der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks ebenso, und die Kommission und das Präsidium schließlich verlangten von den Mitgliedstaaten, von einseitigen Handlungen abzusehen und die Beschlüsse der EU zu unterstützen„.

(Quelle: Imerisia)

  1. 26. Februar 2016, 19:20 | #1

    Kritik an Hellas ist scheinheilig und heuchlerrisch. „Hellas steht seit Monaten in der Kritik, weil es aus der Türkei kommende Flüchtlinge bisher weitgehend ungehindert Richtung Norden weiterreisen lässt.“ WIE soll Griechenland die Grenzen schützen, mit Waffen oder die Menschen ertrinken lassen? (Wäre eine Lösung, passt aber nicht ins heuchlerrische Bild) Oder aber wir erfinden einen Seezaun mit Selbstschußanlage. Außerdem wollen die Flüchtlinge ja auch immer weiter Richtung Norden (ins ja-wir-schaffen-das-Land). Ach ja, und die Türkei macht was (außer Milliarden Kassieren und Luftraumverletzungen über Hellas)? Merkel hat fertig!

  2. windjob
    26. Februar 2016, 21:06 | #2

    Wenn man selbst Tageskontingente festlegt und ein bestimmte Menge an Flüchtlingen einfach durchleitet, hat man jedes Recht verloren, andere zu kritisieren. Dieser unfassbare Vorgang zeigt einmal mehr, mit welcher Geschwindigkeit die sogenannte „Europäische Gemeinschaft“ gegen die Wand fährt. Diese kleine Alpeninsel soll doch mal vormachen, wie man Grenzen wie in der Ostägäis schützen kann. Ein Zaun über die Alpen wäre auch nicht schlecht und würde uns alle vor diesen Dummschwätzern schützen.

  3. Götterbote
    26. Februar 2016, 23:19 | #3

    Gut gemacht, Griechenland! Menschenverachtendes Verhalten kann man nicht entschuldigen und muss man sich auch nicht von solchen Möchtegern-Politikern erklären lassen.

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