Griechenland ist ein sehr korruptes Land!

9. Februar 2016 / Aufrufe: 1.925

Laut dem bisherigen Generalinspektors der Verwaltung in Griechenland befinden sich die größten Herde der Korruption in den Krankenhäusern, Finanzämtern und Bauämtern.

Es ist wahr, dass Griechenland sehr korrupt ist„, erklärte Leandros Rakintzis, der 11 Jahre lang das Amt des Generalinspektors der öffentlichen Verwaltung bekleidete, in einem Interview an die Financial Times unter der Anmerkung, dass der Vergleich sich auf die Länder Nordeuropas und nicht jene des Ostens und des Balkans bezieht …

Wie er betont, werden die größten Herde der Korruption in den Krankenhäusern ausgemacht, da die Griechen sich fürchten, den Arzt anzuzeigen, „der sich möglicherweise rächen wird„, sowie auch bei den Finanzämtern und Bauämtern.

Zwei Drittel der Chirurgen in Griechenland verlangen Schmiergelder

Wie Herr Rakintzis einschätzt, nehmen / verlangen zwei Drittel der Chirurgen ein Schmiergeld („Fakelaki“), obwohl er anmerkt, dass die Ärzte ihre Forderungen zurückschraubten. „Ein Chirurg, der für eine ernsthafte Operation üblicherweise 5.000 Euro verlangte, findet sich nun mit 500 Euro ab„, führte er bezeichnend an.

Auf die Frage antwortend, aus welchem Grund es in Griechenland eine dermaßen große Korruption gibt, betonte er: „Es existieren verschieden Gründe für das Problem der Korruption. Es ist das Erbe des osmanischen Reichs und das Fehlen von Regelungen, aber hauptsächlich das Resultat der schlechten Funktion des Systems der Rechtsprechung. Sie ist sehr, sehr langsam.

Hilfe bei der Bekämpfung der Korruption behauptet er wiederum in den Memoranden gefunden zu haben und gelangt zu der Schlussfolgerung: „Das Memorandum ist etwas Positives. Es hilft, dass gewisse Dinge korrigiert werden, und bietet sich unumstritten für Verbesserrungen in der öffentlichen Verwaltung an. Alle müssen begreifen, dass wir niemals ein gesundes wirtschaftliches Wachstum haben werden, wenn diese öffentliche Verwaltung nicht richtig funktioniert.

(Quelle: Imerisia)

  1. Ingrid
    9. Februar 2016, 20:03 | #1

    Danke fuer diesen objektiven Artikel, der die wahren Probleme anspricht. Der die Memoranden mit ihren Reformen als einzige Loesung sieht, diese zu loesen.
    Denn ohne funktionierende Verwaltung wird sich in Griechenland nichts aendern, es wird weiterhin nur bergab gehen.

  2. Marga
    11. Februar 2016, 00:10 | #2

    Das Memorandum und die Verwaltung sind zwei komplett unterschiedliche Paar Schuhe. Nur weil das Memorandum eine Verschlankung des Staates fordert, bedeutet dies erstens nicht, dass damit die Korruption zurück geht, und zweitens nicht, dass ein besseres System an die Stelle träte. Faktisch beschäftigt sich die „Troika“ mit der Korruption so gut wie gar nicht, vielmehr nutzen die Beteiligten die korrupten Strukturen, wenn es z.B. um Vergabe von Bauaufträgen oder Privatisierungen geht. Ohne Korruption wäre wohl auch der Flughafen-Deal nie zustande gekommen, der ja explizit Bestandteil des Memorandums ist. Nein, die Lösung in Griechenland liegt sowohl in der Bekämpfung der Korruption als auch in der Abkehr vom Memorandum.

  3. Freigeist
    11. Februar 2016, 01:36 | #3

    Bau-Investitionen brachten bisher fast jede Wirtschaft wieder zum Laufen. Griechenland könnte dazu ein Programm starten. Ferien-Immobilien an Ausländer bewerben und für eine bestimmte Zeit steuerfrei stellen, so dass die ausländischen Käufer keine Angst vor dem griechischen Bürokratismus haben müssen. Es gäbe so viel Möglichkeiten, dass die Wirtschaft wieder anspringt.
    Wenn man im Kapitalismus lebt, sollte man diesen auch verstehen und zu nutzen versuchen.

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