23 Prozent MwSt. auf Milchgetränke in Griechenland

19. Januar 2016 / Aufrufe: 962
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Für Milchgetränke, die weitere Zusätze außer Zucker oder Süßstoffen enthalten, beträgt in Griechenland die Mehrwertsteuer fortan 23 Prozent!

Gemäß einem Runderlass, den das Generalsekretariat für öffentliche Einnahmen in Griechenland erließ, wird Milch mit Zusätzen wie Kakao und Kaffee mit 23% MwSt. belastet, während bestimmt wird, dass auf pure Milch ein MwSt.-Satz von 13% erhoben wird.

Schilda ist überall …

Die Generaldirektion für Zollämter und Sonderverbrauchssteuern gab am Freitag (15 Januar 2016) ein Rundschreiben über die Einordnung von Milchgetränken in Bezug auf Zoll- und Mehrwertsteuer-Sätze aus. Darin wird der MwSt.-Satz bestimmt, der auf Schokoladenmilch (Kakao), aber auch auf pure Milch sowie Milchrahm und andere Nebenprodukte erhoben wird.

Konkret beträgt der auf Milch und Milchprodukte, also Milch und Milchrahm / Sahne, gleich ob kondensiert oder nicht oder mit Zusatz von Zucker oder anderen Süßstoffen, angewendete MwSt.-Satz 23%. Auf Schoko-Milch (Kakao), Milchgetränke mit Kaffee-Geschmack und ähnliche auf Milch basierende Getränke kommt dagegen ein MwSt.-Satz von 23% zur Anwendung.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

Es sei angemerkt, dass solch hirnverbrannte Bestimmungen und Erlässe in Griechenland eher die Regel als eine Ausnahme darstellen und nicht nur mehr Probleme verursachen als Einnahmen für den Fiskus generieren, sondern auch immer wieder die absurdesten „Strafbestände“ kreieren. So wurde beispielsweise für Schweinefleisch ein MwSt.-Satz von 13% beschlossen, streute der Metzger jedoch etwas Salz und Pfeffer darauf, stieg der MwSt.-Satz damit auf 23%.

Nicht weniger hanebüchend war der Beschluss, auf Rindfleisch (das in Griechenland überwiegend importiert werden muss) einen MwSt.-Satz von 23% zu erheben. Für gemischtes Hackfleisch wurde danach im Rahmen eines ergänzenden Erlasses der MwSt.-Satz auf ebenfalls 23% bestimmt, wenn der Rindfleisch-Anteil über 50% betrug. Lag jedoch der Schweinefleisch-Anteil über 50%, galt für die gesamte Menge ein MwSt.-Satz von 13%!

  1. windjob
    19. Januar 2016, 11:37 | #1

    Bevor wir uns hierüber lustig machen empfehle ich einen Blick in das deutsche Steuerwesen. Dort gibt es noch wesentlich groteskere Einordnungen, die seit Jahren die Steuergerichtsbarkeit beschäftigen. Genauso Firmen, die diese schamlos ausnutzen. Ich denke nur an Müller Milch.

  2. LiFe
    19. Januar 2016, 12:53 | #2

    Das Steuerwesen kennt nur Zahlen. 23% Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel halte ich für bedenklich. Sie wird die Falschen hart treffen. Besonders Kinder und Jugendliche und schwangere Frauen.

  3. Ronald
    19. Januar 2016, 15:45 | #3

    Das Problem der teuren Nahrungsmittel in GR sind nicht die Steuern, sondern die mafiösen Kartellstrukturen im Handel

  4. GR-Block
    19. Januar 2016, 19:58 | #4

    Weder die Mafia noch deren Unterabteilung Finanzamt sind schuld. In GR wurde die Landwirtschaft und insbesondere die Viehwirtschaft europäisch weggefördert. Fleisch und Milchprodukte werden zu einem hohen Anteil aus der Überproduktion der Industriestaaten (IS) importiert (Butterberg und Milchsee). Da man aus ideologischen Gründen die eigene Wirtschaft nicht schützen darf (Maastricht: die IS sollen ihre Märkte für Industriegüter als auch Agrarprodukte behalten) bleibt nur der Weg, ganze Marktsegmente hoch zu besteuern, wenn deren Importanteil hoch ist. Dann gleichen sich die Preise von lokalen und importierten Massenwaren etwas an. Und es lohnt sich wieder, in die lokale Produktion zu investieren.

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