Tschechien lenkt gegenüber Griechenland ein

24. Dezember 2015 / Aufrufe: 824

Nach dem Rückruf des griechischen Botschafters aus Prag mäßigt Tschechien gegenüber Griechenland den Ton und zeigt sich versöhnlich.

Mit einer Einladung des griechischen Außenministers Nikos Kotzias zu einem baldigen Besuch in Prag und einem umgehenden Gegenbesuch seines tschechischen Amtskollegen Lubomir Zaoralek in Athen mäßigt die tschechische Regierung die Töne nach der harten Linie des Außenministers Nikos Kotzias, infolge der wiederholten abfälligen Erklärungen des tschechischen Staatspräsidenten Milos Zeman gegen Griechenland den griechischen Botschafter Panagiotis Sarris zu Beratungen nach Athen zurückzubeordern.

Die vorgestern Abend (22 Dezember 2015) von dem tschechischen Außenministerium – in einem Versuch, die Gemüter zu beschwichtigen – angekündigte Kommunikation zwischen dem tschechischen Außenminister und seinem griechischen Amtskollegen Nikos Kotzias fand am 23 Dezember 2015 nach Beendigung der Kabinettsitzung etwas vor 3:00 Uhr nachmittags statt.

Griechenland ist weder an Finanzkrise noch Flüchtlingskrise schuld

Während des besagten Telefonats brachte Herr Zaoralek sein Bedauern über die Erklärungen des Präsidenten seines Landes zum Ausdruck und betonte dabei, diese drücken nicht die Regierung Tschechiens aus, die erachte, Griechenland sei weder für die wirtschaftliche noch die Flüchtlings- und Immigrations-Krise verantwortlich. Herr Zaoralek bat ebenfalls Herrn Kotzias, der griechische Botschafter solle an seinen Posten zurückkehren.

Auf der selben Wellenlänge bewegte sich vorgestern auch der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka mit seinen Erklärungen und übte Kritik an dem Präsidenten Zeman, man könne nicht sagen, wer in der Eurozone sein müsse, ohne dass Tschechien dieser selbst angehört, und betonte, solche Züge wie jener Griechenland seien angesichts der gegebenen Nähe der beiden Länder in der EU überflüssig.

Ich bin nicht dafür, den Schwächsten zu treten„, fügte Herr Sobotka an und unterstrich, „Griechenland war das ‚geliebte schwarze Schaaf‘ in der Periode der Wirtschaftskrise, nun ist es das ‚geliebte schwarze Schaf‘ in der Periode der Immigrationskrise. Das bedeutet nicht, dass es alles perfekt gemacht hat. Ich möchte nur anmerken, dass nicht Griechenland der Anlass der Finanzkrise war, sondern die Habgier der Finanzmärkte. Und es war auch nicht Griechenland, das den Krieg in Syrien verursachte.

Schließlich betonte der tschechische Ministerpräsident, sein Land „müsse vermeiden, Ratschläge darüber zu erteilen, wer in der Eurozone zu sein hat und wer nicht, wenn es selbst es nicht ist„, und endete: „Wenn wir beitreten werden, dann können wir den übrigen Mitgliedern klar unsere Ansichten sagen. In der Diskussion mit Griechenland haben wir klar die griechischen Fehler anzuführen, wie die in Zusammenhang mit dem Thema der Schengen-Grenzen.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Theo
    24. Dezember 2015, 16:01 | #1

    Sage nicht alles was Du denkst, wisse aber, was Du sagts.“ Der Tschechische Präsident Herr Zeman sollte wegen seine Äußerungen über Griechenland zurücktreten.Solche Worte sind unerträglich.

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