Rückgang der Bankguthaben in Griechenland trotz Kapitalkontrollen

31. Dezember 2015 / Aufrufe: 1.182

Trotz der im Juni 2015 verhängten Kapitalverkehrskontrollen gingen in Griechenland die Bankguthaben auch im November 2015 wieder zurück.

Gemäß den am 30 Dezember 2015 von der Griechischen (Zentral-) Bank publizierten Angaben gingen in Griechenland im November 2015 die Bankguthaben der privaten Haushalte und Unternehmer im zweiten aufeinanderfolgenden Monat erneut zurück.

Auf Monatsbasis sanken die Guthaben der privaten Haushalte und Unternahmen bei den griechischen Banken um 180 Mio. Euro bzw. 0,15% und erreichten insgesamt 120,9 Mrd. Euro, sprich das – wie Reuters anmerkt – niedrigste Niveau seit Mai 2003.

Während der Verhandlungen mit den Gläubigern flossen 42 Mrd. Euro ab

Es sei angemerkt, dass die Guthaben bei den griechischen Banken nach einer zweimonatigen Periode der Zunahme im Oktober 2015 wieder leicht (konkret auf 121,08 Mrd. Euro) zurückgingen. Auf Jahresbasis erreichten die Abflüsse der Kontoguthaben rund 43,4 Mrd. Euro, da sie im November 2014 insgesamt 164,3 Mrd. Euro tangierten.

Wegen der sich hinziehenden Verhandlung mit den Gläubigern Griechenlands, die in der Verhängung der Kapitalverkehrskontrollen am 28 Juni 2015 gipfelte, damit die (Kapital-) Flucht eingeschränkt wird, verzeichneten die Guthaben bei den griechischen Banken ab Dezember 2014 bis Juli 2015 einen Rückgang um rund 42 Mrd. Euro

(Quelle: in.gr)

  1. Leonidas
    31. Dezember 2015, 10:35 | #1

    Wem wird denn da mehr misstraut? Den Banken oder der Regierung?

  2. GR-Block
    31. Dezember 2015, 15:46 | #2

    Zweck erfüllt?! Offensichtlich werden jetzt im Inland vermehrt Banküberweisungen getätigt und Plastikgeld verwendet. Beschränkt werden nur Auslandsüberweisungen von griechischen Konten. Die Geldbeschränkung sollte aber auch, so die Theorie, die potenzielle Schattenwirtschaft (Bargeld) auf 60 € pro Konto pro Tag „bremsen“. Das allerdings schafft der Grieche bei weitem nicht, weil er nicht soviel ausgibt, wie er könnte. Die Schattenwirtschaft pro Kopf ist in Ländern mit hohem BIP selbstverständlich deutlich höher.

    Wenn also jetzt Ende 2015 die Bankeinlagen „liquidiert“ werden, dann müsste es der Privatwirtschaft 2016 eigentlich glänzend gehen. Nun sind aber durch Draghis Geldhahnsperre griechische Unternehmen ohne Auslandskonten (d.h. im wesentlichen kleine und mittlere) gegen die Wand gefahren worden.
    Ja, wer soll denn jetzt von der steigenden Liquidität profitieren …? Ah … es gibt ja zum Glück seit 2015 FRAPORT und Konsorten. Die werden schon wissen, was man mit der geplant herbeigeführten Liquidität durch das ehemalige Geld der Privathaushalte anfängt. Na dann … Καλή Χρονιά!

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