Neue Abzocke für Immobilienbesitzer in Griechenland

10. Dezember 2015 / Aufrufe: 2.792

Obligatorische Energieausweise und Heizungsprüfungen bescheren den Eigentümern von Immobilien in Griechenland ab 2016 neue Belastungen und Abzocken.

Das Jahr 2016 bringt für Eigentümer von Immobilien in Griechenland neue Verpflichtungen, wobei die finanziellen Belastungen aus diesen Verpflichtungen signifikant sein werden.

Zu diesen neuen Verpflichtungen zählen  der obligatorische Energieausweis bei Verkauf oder Vermietung von Immobilien jeder Art und die ebenfalls obligatorische Überprüfung der Brenner von Heizungsanlagen.

Vermietungen und Verkäufe nur noch mit Energiepass

Konkret ist bei allen gewerblichen Anzeigenschaltungen in der Presse und im Internet, mit denen Gebäude oder Gebäudeteile zum Verkauf oder zur Vermietung angeboten werden, die über einen „Energieausweis“ (Energie-Effizienzbescheinigung / PEA) verfügen, die Angabe des Energieeffizienz-Indexes (Energieklasse) des Gebäudes erforderlich, so wie dieser aus dem Energiepass hervorgeht. Dies bedeutet, dass jeder, der eine (Klein-) Anzeige zwecks Vermietung oder Verkauf einer Immobilie schalten möchte, sich zuerst an einen „Energie-Inspektor“ wenden muss, um besagte Bescheinigung zu erhalten – natürlich unter Entrichtung eines entsprechenden Betrags.

Parallel ist gemäß Artikel 12 des Gesetzes N. 4122/2015 ab dem 01/01/2016 fortan die Ausstellung eines Energiepasses auch für Gebäude (bzw. Gebäudeteile, sprich Wohnungen, Geschäftsräume usw.) mit einer Fläche von weniger als 50 qm obligatorisch, wenn diese vermietet oder verkauft werden. Dies war bisher nicht vorgesehen und die Vermietung erfolgte ohne die Bescheinigung.

Ebenfalls müssen ab dem 01/01/2016 die Heizungssysteme der Gebäude obligatorisch wenigstens alle fünf (5) Jahre bei Systemen mit Brennern von einer Nutznennleistung von bis zu zwanzig Kilowatt (20 kW) und wenigstens alle zwei (2) Jahre bei Systemen mit Brennern von über einhundert Kilowatt (100 kW) überprüft werden (bzw. alle 4 Jahre, wenn Gas als Brennstoff verwendet wird).

Geldstrafen von bis zu 10.000 Euro

Die Nichteinhaltung der obigen Verpflichtungen kann eine Geldstrafe von 1.000 bis 10.000 Euro nach sich ziehen, analog zu der Fläche und der Nutzung des Gebäudes, dem Grad der Schuld des Verpflichteten usw.

Gemäß Artikel 58 des Gesetzes N. 4342/2015 muss seit dem 09/11/2015 bei jeder Vermietung einer Immobilie die Protokoll-Nummer der Energiebescheinigung obligatorisch in der elektronischen Anwendung „Deklaration von Informationsangaben über Vermietungen immobilen Vermögens“ auf der Website des Generalsekretariats für Informationssysteme (www.gsis.gr) angeben werden.

Zu letzterem sei angemerkt, dass Vermietungen und Verpachtungen in Griechenland seit 2014 grundsätzlich obligatorisch in elektronischer Form (per TAXISnet) zu deklarieren sind, und zwar unabhängig davon, ob die jeweilige Vereinbarung schriftlich (notariell, privatschriftlich usw.) oder einfach nur mündlich getroffen wurde. Ausgenommen sind nur einige Sonderfälle, wie beispielsweise unter bestimmten Voraussetzungen die Modifizierung oder Verlängerung bestehender Mietverhältnisse oder die Verpachtung landwirtschaftlicher Nutzflächen mit einem Pachtzins von (monatlich) bis zu 80 Euro.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Moppel
    12. Dezember 2015, 17:45 | #1

    Solange bestenfalls (sofern überhaupt verfügbare) Daten aus Baugenehmigungen abgeschrieben oder (wie für praktisch alle älteren Bestandsbauten üblich) „Energiebilanzen“ am Schreibtisch nach Pi x Daumen ausgewürfelt werden, ist die Bezeichnung Abzocke noch äußerst schmeichelhaft gewählt und der Energieausweis nicht mehr als die „EU-Gurkenkrümmungs-Verordnung“ wert.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Energieausweis
    https://www.verbraucherzentrale.de/energieausweis

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