Griechenland ruft Botschafter aus Tschechei zurück

22. Dezember 2015 / Aufrufe: 1.417

Auf die stetigen Attacken von Seite Tschechiens gegen Griechenland reagierte Athen nun mit der Rückberufung seines Botschafters aus Prag.

Die Geduld des griechischen Außenministeriums scheint nach einer Reihe gegen Griechenland gerichteter feindlicher Erklärungen aus Tschechien, die im vergangenen Sommer begannen und sich ohne Anzeichen eines „Rückziehers“ fortsetzten, endgültig erschöpft zu sein.

Der griechische Botschafter in der Tschechei, Panagiotis Sarris, wurde nun zu Beratungen nach Athen zurückbeordert. Wie diplomatische Quellen bestätigten, erhielt Herr Sarris die Order am Abend des 21 Dezember 2015 auf Anweisung des Außenministers Nikos Kotzias, nachdem der tschechische Präsident Milos Zeman mittels der Presse neulich zum wiederholten Mal Griechenland angegriffen hatte.

Tschechien will Eurozone beitreten, sobald Griechenland ausscheidet

Bei seiner letzten Attacke gegen Griechenland vor einer Woche hatte Milos Zeman gegenüber der slowakischen Nachrichtenagentur TASR erklärt, „Tschechien wird der Eurozone am ersten Tag nach dem Ausscheiden Griechenlands aus dieser beitreten„, und betonte, er sei „außerordentlich enttäuscht, dass die Verhandlungen im Sommer zwischen Griechenland und seinen Gläubigern letztendlich nicht zu dem Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone führten, obwohl dies recht wahrscheinlich erschien„.

Nach einer Reihe feindlicher Erklärungen gegen Griechenland, die im Sommer 2015 begannen und sich trotz der zurückhaltenden Antwort des griechischen Außenministeriums mittels seines Sprechers Konstantinos Koutras ohne Anzeichen eines „Nachgebens“ bis in die vergangene Woche fortsetzten, scheint die Geduld des Außenministeriums sich erschöpft zu zu haben. Herr Koutras hatte in seiner Erklärung in Erinnerung gerufen, „Tschechien ist nicht zuletzt auch dank Griechenlands ein Mitglied der Europäischen Union„, und ansonsten keinen weiteren Kommentar zur Sache abgegeben, um der anderen Seite offensichtlich den Spielraum zu lassen, die von ihr zwischen den beiden Ländern geschaffene Kluft zu überbrücken. Jedoch ergebnislos.

Der Rückruf des griechischen Botschafter Panagiotis Sarris aus Prag zu Beratungen nach Athen stellt eine klare Botschaft sowohl an Milos Zeman und die Tschechei als auch an die Führer anderer Länder dar, die sich von Zeit zu Zeit abwertenden und abfälligen Erklärungen gegen Griechenland hingeben.

Diplomatische Quellen betonten, der Rückruf eines Botschafters stelle angesichts der Tatsache, dass es sich praktisch um den letzten Schritt vor dem Abbruch diplomatischer Beziehungen handelt, eine sehr ernsthafte Entwicklung in den bilateralen Beziehungen zwischen Staaten dar.

(Quelle: SKAI)

  1. GR-Block
    22. Dezember 2015, 18:48 | #1

    Hey, dream team, Ihr wisst doch, dass der Begriff Tschechei in Tschechien unbeliebt, weil seinerzeit von den Nazis benutzt, ist. Der ältere Begriff Tschechien ist heute wieder korrekt. Außer man versteht Tschechei als Provokation, wegen deren unflätigen Benehmens gegen GR. Dann ist es wieder politicly correct.

  2. Data
    22. Dezember 2015, 19:37 | #2

    Es ist eine gesamteuropäische Schande, wie mit den Menschen in Griechenland umgesprungen wird. Nicht nur, dass den Menschen jede Perspektive genommen wird, nein, es wird auch noch fleissig auf ihnen herumgetrampelt. Die immer weiter um sich greifende Empathielosigkeit und das Desinteresse vieler Bürger in Europa und Übersee ekeln mich einfach nur noch an. Vielleicht sollte wirklich ein Reset stattfinden, damit der Rest der Menschheit sich wieder auf das Menschsein besinnen kann.
    Gruselige Weihnachten
    wünscht Data

  3. Hella
    23. Dezember 2015, 16:19 | #3

    Die feindseligen, rassistischen Aeusserungen der deutschen Medien (auch deutscher Politiker) Griechenland, seiner derzeitigen Regierung und den griechischen Buergern gegenueber, die Besserwisserei und irrefuehrende Berichterstattung erinnert an die Methode des Stuermer. Dazu kommt eine verblueffende Geschichtsamnesie der Deutschen. Da ist Tschechien nur ein weiterer Hetzer unter etlichen anderen.
    Weihnachten mit seinem gefuehlsdusseligen Brimborium ist ein Hohn, wenn man sich so anderen Menschen gegenueber auffuehrt. Ohne Erbarmen, gehaessig und uebelwollend wird ueber Griechenland hergezogen. Die Zwangsverarmung Griechenlands auf Kommando der Schuldner ist eine Bankrotterklaerung fuer Europa.

  4. GR-Block
    23. Dezember 2015, 23:41 | #4

    Was war? Milos Zeman, das Tschech-Ei erklärt was bitte? Er sei „… außerordentlich enttäuscht, dass die Verhandlungen … nicht zu dem Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone führten …„? Und deshalb diese lautstarken Verbalausscheidungen des ehemals exkommunizierten Alt-Kommunisten und heute verbitterten Sozialdemokraten und Staatspräsidenten? Das sollte Tsipras nicht ernst nehmen. Ob Prager Frühling oder Arabischer Frühling, was immer der Westen lostritt, es kommt nur darauf an, was hinten raus kommt … und das ist laut und stinkt, jedes mal.

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