Fraport übernimmt Flughafen Thessaloniki in Griechenland

20. Dezember 2015 / Aufrufe: 1.638

Mit der Überlassung 14 peripherer Flughäfen in Griechenland übernimmt die Fraport auch den Flughafen in Thessaloniki, für den signifikante Erweiterungen vorgesehen sind.

Wie in Griechenland am 18 Dezember 2016 der Präsident des Fonds für die Verwertung privaten öffentlichen Vermögens bzw. sogenannten Privatisierungsfonds (TAIPED), Stergios Pitsiorlas, im Rahmen eines Informationstreffens in Thessaloniki auf Fragen von Journalisten antwortend bekannt gab, wird erwartet, dass – zumindest auf Basis der Bestimmungen in dem jüngst unterzeichneten Vertrag über die Überlassung des Nutzungsrechts an Thessalonikis Flughafen „Makedonia“ – bis 2020 die Anlagen für den Empfang und die Bedienung der Passagiere um 35.000 Quadratmeter bzw. 128% erweitert werden.

Ebenfalls ist die Fertigstellung einer Start- und Landebahn vorgesehen, die den Flughafen in Thessaloniki für Transatlantik-Flüge nutzbar machen soll, für die bisher nur der internationale Athener Flughafen „Eleftherios Venizelos“ geeignet ist.

Masterplan aus dem Jahr 1997 soll endlich vollendet werden

Obwohl der Präsident des Privatisierungsfonds sich nicht auf die genaue Höhe der Investitionen bezog, welche die Überlassungsnehmerin Fraport AG – Slentel Ltd an den 14 peripheren Flughäfen realisieren wird, betonte er, dass es für jeden Flughafen eine analytische Aufstellung gibt. Weiter fügte er an, dass mit dem überlassungsnehmenden Konsortium die Aufrechterhaltung eines konkreten hohen Dienstleistungsniveaus für 40 Jahre vereinbart worden ist – womit also zur Befriedigung dieses Bedürfnisses die jeweils erforderlichen neuen Investitionen erfolgen müssen, da die Beförderungsleistungen mit dem Verstreichen der Jahre zunehmen werden.

Die Erweiterung der Service-Anlagen des Flughafens „Makedonia“ stellt ein beständiges Verlangen sowohl seiner jeweiligen Leitungen als auch der Träger der Stadt Thessaloniki dar. (Anmerkung: Die Schaffung eines neuen Terminals mit einer Service-Kapazität von 8 Millionen Passagieren war in einem Masterplan für den Flughafen „Makedonia“ mit insgesamt 19 Eingriffen vorgesehen, der jedoch mangels des erforderlichen Kapitals 2005 Schiffbruch erlitt. Besagter Masterplan war 1997 präsentiert worden und seitdem wurden nur 17 von 19 Projekten ausgeführt, da abgesehen von dem annullierten Personen-Terminal auch die Vollendung der Lande- und Startbahn 10/28 anhängig ist, welche die Abwicklung transatlantischer Flüge gestatten wird.)

Politische Botschaft und Vertrauensvotum von unschätzbarem Wert

Herr Pitsiorlas charakterisierte den Vertrag über die Überlassung der 14 peripheren Flughäfen als sehr vorteilhaft. „Die Unterzeichnung des Vertrags stellt eine politische Botschaft von unschätzbarem Wert dar„, merkte er an und ergänzte, während Griechenland unter Druck stehe und es Zweifel gibt, ob es aus der Krise herauszukommen schaffen wird, beschloss die Fraport, in dem Land 1,2 Mrd. plus 300 Mio. in den kommenden vier Jahren zu investieren, welche Tatsache einen Ausdruck des Vertrauens in die Perspektive des Landes darstellt und „auf alle Zweifel antwortet„.

Stergios Pitsiorlas betonte, bei dem Ausschreibungsverfahren sei die zweite Offerte eine halbe Milliarde von jener der Fraport entfernt gewesen, und rief in Erinnerung, die Gesellschaft werde für die übernommenen Flughäfen jedes Jahr 23 Mio. Euro entrichten und einen sehr signifikanten Teil ihrer Gewinne an den Fiskus zurückzahlen.

Bestehende Verträge sollen erneuert werden

Die Erklärungen des zuständigen Ministers Christos Spirtzis kommentierend, nicht mit dem Modus einverstanden zu sein, mit dem die Überlassung der 14 Flughäfen erfolgte, und den Vertrag mit großem Schmerz unterzeichnet zu haben, betonte Herr Pitsiorlas: „Es ist absolut logisch, dass es auch innerhalb der Linken unterschiedliche Ansichten gibt. Ich achte die Haltung des Ministers, der trotz seiner abweichenden Meinung das Voranschreiten dieser Entscheidung nicht behinderte.

Was die bestehenden Basisverträge der innerhalb der 14 peripheren Flughäfen betriebenen Firmen betrifft (z. B. Ground Handling und Duty Free Artikel), betonte Herr Pitsiorlas, diese Verträge werden nicht gekündigt, sondern erneuert werden.

Ankündigung positiver Bekanntmachungen für Thessaloniki

Derweilen hatte Herr Pitsiorlas während seines Besuchs in Thessaloniki eine Reihe von Kontakten mit Trägern der Stadt in Bezug auf Themen wie Strandzone und Immobilien (z. B. der überdachte Modiano-Basar) in der Stadt, die der Privatisierungsfonds verwaltet.

Sehr bald, bis Ende 2015 oder Anfang 2016, werden wir in der Lage sein, Entwicklungen in Bezug auf Themen bekannt zu geben, die für Thessaloniki von Interesse sind und vielen Sektoren Atem verschaffen werden„, sagte er charakteristisch, ohne jedoch trotz der wiederholten Fragen auf weitere Einzelheiten einzugehen.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. theddo
    22. Dezember 2015, 15:10 | #1

    Muss man sich als Geschäftsführer der Fraport für diesen Akt der Überlassung nicht eigentlich schämen? Hier nutzt Deutschland den politischen und finanziellen Druck aus um Griechenland noch ein Stück ärmer zu machen und sich selbst mal wieder ein Stück reicher. Wer hat hier wem ins Hirn gelangt? Das nennt man „soziale Gerechtigkeit“. Wie sozial ist die Physis?

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