Griechenland will Immobilien und Vermögen im Ausland besteuern

5. Oktober 2015 / Aufrufe: 1.683

Das griechische Finanzministerium plant, alle im Ausland befindliche Immobilien und Vermögenswerte in Griechenland ansässiger Steuerpflichtiger rigoros zu besteuern.

Das griechische Finanzministerium ist in Zusammenarbeit mit den „Institutionen“ zu einem Plan gelangt, auf dessen Basis alle in Griechenland (unbeschränkt) steuerpflichtigen Besitzer von Immobilien im Ausland verpflichtet sein werden, diese sowohl in dem (kurz vor der Aktivierung stehenden neuen) „Vermögensregister“ als auch in der (für inländische Immobilien bereits seit rund 10 Jahren obligatorischen) „Immobiliendeklaration“ (E9) zu deklarieren.

Ziel ist, auch auf diese konkreten (Auslands-) Immobilien die „Einheitliche Immobilien-Besitzsteuer“ (ENFIA) bzw. die ab 2016 in Kraft tretende neue allgemeine Vermögensteuer zu erheben. In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass gemäß der bisherigen griechischen Steuergesetzgebung sogenannte Steuerinländer zwar ihr „Welteinkommen“ in Griechenland deklarieren und versteuern müssen, jedoch bisher nicht verpflichtet waren, im Ausland befindliches (mobiles und immobiles) Vermögen explizit zu deklarieren.

Mach es wie Monti …

Wie es von zuständiger Seite lautet, wurde das „Rezept“, um zum ersten Mal auch alle Vermögenswerte im Ausland zu besteuern, über die in Griechenland lebende Steuerpflichtige bzw. Steuerinländer  verfügen, unter dem Motto „Mach es wie Monti“ von Italien abgekuckt (Italiens ehemaliger Premierminister Mario Monti erhob erstmalig 2011 eine solche Steuer, und zwar mit signifikanten Ergebnissen).

Gleichzeitig werden die einschlägigen Deklarationen eine Grundlage für die Überprüfung der Vermögensverhältnisse darstellen, wobei das griechische Finanzministerium feststellen können wird, ob die konkreten Steuerpflichtigen auch Sparkonten in den Ländern haben, in denen sie über Immobilien verfügen.

Wie aus einem Interview des stellvertretenden Finanzministers Tryfonas Alexiadis an die griechische Wirtschaftszeitung Naftemporiki hervorgeht, arbeitet das griechische Finanzministerium im übrigen auch an der Einführung steuerlicher Hemmnisse und Maßnahmen, die davon abschrecken sollen, im Ausland Gelder zu führen oder Vermögenswerte zu erwerben. Herr Alexiadis beschrieb gegenüber der Zeitung die Erhebung einer auf Immobilien, Guthaben und Investitionen im Ausland ausgeweiteten Steuer – die selbstverständlich nicht nur „Griechen“, sondern alle sogenannten Steuerinländer (be-) trifft!

(Quellen: dikaiologitika.gr, To Vima, Medienberichte)

  1. GR-Block
    5. Oktober 2015, 14:02 | #1

    Prinzipiell ist ja gegen die Anmeldung von Auslandsimmobilien beim Finanzamt nichts einzuwenden. Was ist aber, wenn man im Ausland (D) ansässig ist. Dann wird die „Auslandsimmobilie“ natürlich dort versteuert. Heißt das, dass ich meinen ausländischen Steuerbescheid nach Erhalt dem griechischen Finanzamt vorlegen muss?

    • Ronald
      8. Oktober 2015, 23:39 | #2

      Einfach mal die Headline lesen und verstehen … Ausländischer Immobilienbesitz in Griechenland ansässiger Steuerpflichtiger …

  2. xenya
    5. Oktober 2015, 14:43 | #3

    Erst wollten sie ENFIA abschaffen und jetzt schlachten sie alles aus, was sie nur bekommen koennen! Mittlerweilen habe ich tatsaechlich das Gefuehl, Tsipras wurde schon als Kind von den Amis auserkoren und zu dem gemacht, was er heute ist!

  3. fenk
    5. Oktober 2015, 20:51 | #4

    Greift da nicht eigentlich das Doppelsteuerabkommen? Das kann doch gar nicht Gesetzlich, sein oder?

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