Griechenland als deutsche „Sonderdeponie“

18. Oktober 2015 / Aufrufe: 1.177

So viel Geld Deutschland auch bieten mag, lässt das Problem mit den Flüchtlingen und Immigranten sich nicht lösen, indem sie einfach in Griechenland festgesetzt werden.

Es wurde zutreffend geschrieben, „vor einigen Jahrzehnten war eine der Hauptsorgen unserer europäischen Partner, ihren Giftmüll loszuwerden. Um dies zu erreichen, waren sie bereit, die Länder reichlich zu bezahlen, die den Müll einlagern würden und denen dafür Investitionen usw. versprochen wurden.

Der heutige Müll, den die reichen europäischen Partner entsorgen möchten, sind Menschen, und man hat bereits auch die sanitäre Deponie für ihre Einlagerung ausgesucht: Griechenland!

Griechenland soll möglichst viel Flüchtlinge und Immigranten behalten

Die deutsche „Logik“ ist simpel und gestaltet sich durch die folgenden Fakten:

  • Der Flüchtlings- / Immigrantenstrom ist riesig und erfordert Wälle, um das Eintreffen der Millionen Unglücklichen in den reichen europäischen (deutschen) Salons einzuschränken.
  • Seine wirtschaftliche Hegemonie bietet Deutschland die Möglichkeit, seine politischen Ansichten und Ziele seinen Partnern aufzuzwingen, von denen manche (Griechenland) zu seiner Kolonie gemacht worden sind.
  • Da die griechische Wirtschaft unter absolute deutsche Kontrolle gelangt, meint Berlin, unter Ausübung des entsprechenden Drucks in Griechenland „Deponien“ für die Beherbergung der Millionen Menschen schaffen zu können, die ihre Vaterländer für ein besseres Schicksal in Europa verlassen.

Der deutsche Druck auf Griechenland, die immer größere Anzahl der Flüchtlinge auf seinem Gebiet zusammenzuhalten, hat begonnen und wird systematisch, institutionell und unverhüllt zum Ausdruck gebracht: Die deutsche „Idee“ bezüglich gemeinsamer griechisch-türkischer Patrouillen in der Ägäis wurde von Junckers Kommission in einen Entwurf umgewandelt.

Die Deutschen wissen offensichtlich, dass die gemeinsame Bewachung (durch Griechen und Türken) der Grenzen in der Ägäis ab dem Moment nicht möglich ist, wo diese Grenzen von der Türkei angefochten werden. In Berlin weiß man ebenfalls, dass die Vermittlung (und kontinuierliche Schlichtung) zur Beilegung der griechisch-türkischen Differenzen in den Händen Washingtons liegt, und die Kanzlerin wird nicht vorhaben, amerikanischen Füßen in die Quere zu kommen. Was Deutschland jedoch zu tun vermag, ist, das riesige griechische Problem, welches die Anzweiflung seiner Souveränität in Gebieten der Ägäis durch die Türkei und unter amerikanischer Duldung ist, zu seinem Vorteil auszunutzen.

Die Peitsche schwingend (erstickende wirtschaftliche Kontrolle – Druck auf griechisch türkische Patrouillen) und eine Karotte anbietend (Lockerung des Konsolidierungsprogramms und wirtschaftliche Hilfe) verlangt Berlin von der griechischen Regierung, eine möglichst große Anzahl von Flüchtlingen auf ihrem Boden zu „behalten“ und die Bürde eines Problems auf sich zu nehmen, das nicht lösbar ist, so viel Geld das reiche Deutschland auch bieten mag.

(Quelle: To Pontiki, Autor: Dimitris Milakas)

  1. Ingrid
    20. Oktober 2015, 20:17 | #1

    Solange die Staaten Europas sich gegenseitig Vorwuerfe machen, wird es keine Loesung geben. Weder fuer die Fluechtlinge, noch fuer den Weltfrieden.

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