Deutschland bleibt größter Lieferant Griechenlands

9. September 2015 / Aufrufe: 940

Deutschland bleibt der mit Abstand größte Lieferant Griechenlands, während das bilaterale Handelsdefizit zu Lasten Griechenlands kontinuierlich ansteigt.

Die meisten Länder Europas mögen „keuchen“, die deutsche „Lokomotive“ fährt jedoch unaufhörlich zu arbeiten fort, wobei die Exporte im Juli 2015 einen Rekordanstieg verzeichneten und 103,4 Mrd. Euro erreichten.

Gemäß den jüngst an die Öffentlichkeit gegebenen Angaben des Bundesamts für Statistik (DESTATIS) stiegen die Importe um 2,2% auf 80,6 Mrd Euro, während die Ergebnisse in beiden Sparten die höchsten sind, die jemals in einem einzelnen Monat erreicht wurden. Die Handelsbilanz befindet sich bei 22,8 Mrd. Euro, gegenüber 22,1 Mrd. Euro im Vormonat.

Es lebe … Draghi

Wie das DESTATIS anführt, verzeichnet die Auslandsnachfrage nach deutschen Produkten einen starken Anstieg in allen Exportregionen, wobei der größte Anstieg um über 6% bei Ländern außerhalb der EU verzeichnet wird. Es folgen mit 6% die Länder innerhalb der EU und mit 5,5% die Länder der Eurozone.

Deutschland scheint besonders von dem „schwachen“ Euro zu profitieren, der die Produkte „Made in Germany“ für die Regionen außerhalb der Eurozone billiger werden lässt. Wie der Ökonom der ING, Carsten Brzeski, charakteristisch gegenüber dem Focus erklärt, müssen die deutschen Exporteure dem EZB-Chef Mario Draghi danken, da mit dem Anleihen-Aufkaufprogramm der Euro seit Anfang des Jahres um 4% sank und die Exporte um 17% stiegen. „Die deutschen Produkte sind von außerordentlicher Qualität, jedoch stellte der schwache Euro ganz klar ein besonderes Paket, ein Konjunkturpaket dar„, fügt der Ökonom an.

Deutschlands Handelsbeziehungen zu Griechenland

Zur selben Stunde ist Deutschland der zweitgrößte Handelspartner Griechenlands (in Bezug auf die Summe der griechischen Exporte) mit einem Anteil von 9,69% für das erste Quartal 2015. Auf dem ersten Platz liegt mit 14,40% Italien und auf dem dritten mit 6,23% Bulgarien. Hinsichtlich der Sparte der griechischen Importe (unter Ausnahme der Mineralölprodukte) hält Deutschland weiterhin den ersten Platz (mit einem Anteil von 15,25% an der Gesamtheit der griechischen Importe) als Lieferland Griechenlands, mit einem deutlichen Abstand gefolgt von Italien (10,93%), China (9,33%), Holland (6,93%), Frankreich (6,60%).

In dem Bericht wird angemerkt, dass die bilateralen Handelsbeziehungen Griechenlands zu Deutschland sich diachronisch auf einem sehr guten Niveau befinden. Über einen langen Zeitraum stellte Deutschland Griechenlands wichtigsten Handelspartner dar, ab 2011 und nachfolgend sank es jedoch – allerdings nur hinsichtlich der Sparte der griechischen Exporte (unter Ausnahme der Mineralölprodukte) – hinter Italien auf den zweiten Platz, mit Ausnahme kurzer Zeiträume wie das 1. Quartal 2014, in dem Deutschland vorübergehend auf den ersten Platz zurückkehrte.

Die griechischen Exporte nach Deutschland verzeichneten im 1. Quartal 2015 einen Rückgang um 1,3% und gestalteten sich auf das Niveau von 432 Mio. Euro, gegenüber 438 Mio. Euro im 1. Quartal 2014 und 435 Mio. Euro im 1. Quartal 2013. Die griechischen Importe aus Deutschland verzeichneten dagegen im 1. Quartal 2015 einen signifikanten Anstieg um 8% und gestalteten sich auf das Niveau von 1,238 Mrd. Euro, gegenüber 1,146 Mrd. Euro im 1. Quartal 2014 und 1,103 Mrd. Euro im 1. Quartal 2013.

Signifikanter Anstieg des Handelsdefizits zu Lasten Griechenlands

Das Volumen des bilateralen Handels zwischen Deutschland und Griechenland stieg im 1. Quartal 2015 um 5,4% und gestalteten sich auf das Niveau von 1,670 Mrd. Euro, gegenüber 1,584 Mrd. Euro im 1. Quartal 2014 und 1,539 Mrd. Euro im 1. Quartal 2013.

Das Handelsdefizit zu Lasten Griechenlands verzeichnete im 1. Quartal 2015 eine signifikante Ausweitung der Größenordnung von 13,7% und folgte dem Anstieg um 6% des entsprechenden Zeitraums des Jahres 2014 und gestaltete sich auf das Niveau von 805 Mio. Euro, gegenüber 708 Mio. Euro im 1. Quartal 2014 und 668 Mio. Euro im 1. Quartal 2013.

Der Grad der Deckung der deutschen Importe nach Griechenland durch die griechischen Export nach Deutschland ging im 1. Quartal 2015 auf 34,9% zurück, gegenüber 38,2% im 1. Quartal 2014 und 39,5% im 1. Quartal 2013.

Schließlich wird betont, dass die vorstehend angeführten Angaben über den Außenhandel zwar das Moment der griechischen Exporttätigkeit nach Deutschland wiedergeben, „jedoch keine sicheren Schlussfolgerungen hinsichtlich der finalen Gestaltung der Größen des bilateralen Handels Griechenlands – Deutschlands im Jahr 2015 zu bieten vermögen, angesichts der Tatsache, dass der untersuchte Quartalszeitraum für die Erstellung und Bewertung chronologischer Serien als statistisch unzureichend gilt„.

(Quelle: Zeitung der Redakteure)

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