Arbeitslosigkeit in Griechenland wird noch viele Jahre hoch bleiben

27. September 2015 / Aufrufe: 715

Laut einer Analyse der Eurobank wird die Arbeitslosigkeit in Griechenland nicht einmal in 10 Jahren auf europäische Mittelwerte sinken.

Damit die Arbeitslosigkeit in Griechenland in 6 Jahren auf dem Niveau der Arbeitslosigkeit in der übrigen Eurozone angelangt, hat der Anstieg der Beschäftigung sich zu verdoppeln und die Arbeitslosigkeit auf die Hälfte zu sinken, wird in einer Analyse bezüglich der griechischen Wirtschaft in der letzten Ausgabe des Journals „7 Tage Wirtschaft“ der Eurobank betont, jedoch auch angemerkt, dass ein solches Szenarium nicht realistisch und wahrscheinlicher ist dass mehr als 10 Jahre nötig sind.

Falls konkret gemäß der Analyse der Eurobank Research in den nächsten 6 Jahren (72 Monaten) auf monatlicher Basis die Anzahl der Beschäftigten um 0,31% steigt und die Anzahl der Arbeitslosen um 1,06% sinkt, wird erwartet, dass dann die Arbeitslosenquote in Griechenland im Juni 2021 den entsprechenden Wert der Eurozone erreicht.

Szenarien bezüglich der Dynamik des Arbeitsmarkts

In dem Szenarium dagegen, gemäß dem sich in Griechenland die Zunahme der Beschäftigung auf 0,23% und der Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 0,80% gestaltet, weitet der erforderliche Zeitraum, um europäische Niveaus zu erreichen, sich dann auf 8 Jahre (96 Monate) aus. Ein konstanter monatlicher Anstieg der Beschäftigung um 0,19% und ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 0,64% schließlich wird zu einer Annäherung der griechischen Arbeitslosenquote an die entsprechende Quote der Eurozone innerhalb eines Zeitraums von 10 Jahren (120 Monaten) führen.

Auf Basis der Daten der beiden letzten Jahre gestaltete sich jedoch der monatliche Rhythmus der Veränderung der Beschäftigung auf +0,16% und der Arbeitslosigkeit auf -0,56%. Die sich auf dem griechischen Arbeitsmarkt entwickelte (Aufschwungs-) Dynamik reicht folglich nicht aus, um selbst in einem Zeitraum von 10 Jahren die Arbeitslosenquote auf Niveaus ähnlich denen der Eurozone zu führen (annäherungsweise werden 11 Jahre und 3 Monate nötig sein).

Rückgang der Beschäftigung und des Arbeitskräfte-Potentials

Die Beschäftigung in der griechischen Wirtschaft erreichte im Mai 2008 einen historischen Höchstwert (4,611 Mio. Personen), während sie sich im Dezember 2013 auf dem historischen Tiefpunkt wiederfand (3,482 Mio. Personen). Innerhalb dieses Zeitraums von ungefähr 5,5 Jahren ging folglich die Beschäftigung um 1,129 Mio. Personen bzw. 24,49% zurück. Was die Anzahl der Arbeitslosen betrifft, lag der von dem Tief im Mai 2008 (363.000 Personen) bis zum Hoch im September 2013 (1,357 Mio. Personen) verzeichnete Anstieg in der Größenordnung von 994.000 Personen bzw. 273,88%.

Das Arbeitskräftepotential sank von seinem Hoch im Januar 2010 (5,048 Mio. Personen) bis zu seinem Tief im März 2015 (4,720 Mio. Personen) um 328.000 Personen bzw. 6,05%. Die hauptsächlichen interpretierenden Faktoren dieser Veränderung waren die Auswanderung, das Phänomen der Entmutigung bei der Arbeitssuche und demographische Entwicklungen.

Der Beschäftigungsanteil des sekundären Sektors sank von 22,24% im 2. Quartal 2008 auf 14,92% im 2. Quartal 2015. Die größte Schrumpfung wurde in den Zweigen der Konstruktionen (von 8,69% auf 4,12%) und der Weiterverarbeitung (von 11,87% auf 9,06%) verzeichnet.

(Quelle: newmoney.gr)

  1. windjob
    27. September 2015, 19:42 | #1

    Ich finde es hochinteressant, dass ausgerechnet eine Bank sowas feststellt. Sind doch die Banken die grössten Verbrecher in der Eurozone. Wo gehen denn die sogenannten Hilfsgelder hin. Zu den Banken, die sich hoffnungslos verspekuliert haben und nun auf Sanierung durch die Institutionen hoffen. Es ist unglaublich.

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