Neue Fluchtwelle auf öffentlichem Sektor in Griechenland

10. August 2015 / Aktualisiert: 05. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.443

Aus Angst vor neuen Kürzungen ihrer Pensionen schicken sich in Griechenland zigtausende Beschäftigte des öffentliche Sektors zur Flucht in den Ruhestand an.

Der öffentliche Sektor in Griechenland begegnet in den letzten Wochen einer neuen Fluchtwelle, da zehntausende Bedienstete mit fundamentierten Rentenansprüchen aus Angst vor den neuen Regelungen und Kürzungen im Versicherungssystem massenweise ihre Pensionierung beantragen.

Ersten Schätzungen zufolge fundamentieren in diesem Jahr über 60.000 Bedienstete einen Pensionsanspruch (erfüllen also sowohl die erforderlichen Versicherungs- bzw. Wartezeiten als auch die Altersgrenzen). Wie die Zeitung „Ethnos“ in einer Reportage berichtet, wurden allein in den letzten Wochen mehr als 5.500 Pensionierungsanträge gestellt.

Verschlechterung der Situation im Gesundheits- und Bildungswesen

Hauptgrund für die neue … „große Flucht“, auf die sich tausende öffentliche Bedienstete vorbereiten, ist das neue Versicherungsgesetz, mit dem die Altersgrenzen angehoben werden – und zwar trotz der Beteuerungen der politischen Führung des Arbeitsministeriums, dass alle Bediensteten mit fundamentierten Rentenansprüchen nicht beeinträchtigt werden.

Wie allerdings in der Reportage der Zeitung „Ethnos“ betont wird, dient zwar die Massenflucht den Diskussionen mit den Gläubigern, die einen Personalabbau wollen, verschlechtert jedoch auf der anderen Seite noch mehr die an die Bürger erbrachten Dienstleistungen – mit allem, was dies impliziert. Das Problem wird noch größer, da Informationen zufolge die Gläubiger nur 3.000 Neueinstellungen akzeptieren, während die Lücken (sprich unbesetzten Stellen) im Gesundheits- und Bildungswesen ein Vielfaches betragen.

Es ist anzumerken wert, dass die Anzahl der Beschäftigten des öffentlichen Sektors in Griechenland seit 2009 bis heute um 340.000 zurückgegangen ist.

(Quelle: Imerisia)

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