Wie Griechenland mit der Rückkehr zur Drachme sein würde

27. Juli 2015 / Aktualisiert: 05. Oktober 2017 / Aufrufe: 5.642

Ein Grexit wird Griechenland in jeder Hinsicht isolieren

Die Untersuchung präsentierend sagte der geschäftsführende Vorstand der E&Y Hellas, Panos Papazoglou: „Mit dieser Studie glaubt die E&Y, zu der erforderlichen Informierung hinsichtlich der Auswirkungen eines Ausscheidens des Landes aus der Eurozone beizutragen. Es geht um ein Ereignis, dass selbst auch im Szenarium des koordinierten Ausscheidens die Zukunft des Landes für die kommenden Jahrzehnte kennzeichnen würde. Bei der E&Y haben wir zu unserer Mission bestimmt, signifikant zu der Schaffung einer besseren Welt für unsere Menschen, für unsere Kunden und für die Gesellschaft beizutragen. In diesem Rahmen glauben wir, dass wir schulden, die Befunde dieser signifikanten Untersuchung zu teilen.

Auf Basis der Prognosen der Oxford Economics schätzt die Analyse der E&Y ein, dass ein eventuelles Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone selbst im besten Fall, sprich dem eines koordinierten Ausscheidens, die griechischen Haushalte und Unternehmen mit ungeheuren Kosten belasten und das Land geopolitisch, strategisch und wirtschaftlich isoliert dastehen lassen würde.

Mit der Ausgabe der neuen Währung wird der Wechselkurs drastisch abgewertet werden, um wenigstens 50%. In dem positivsten Szenarium und unter der Voraussetzung, dass es eine eingeschränkte politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Instabilität geben wird, könnte der Wechselkurs sich nach der drastischen anfänglichen Abwertung bei -30% stabilisieren. Es ist jedoch anzumerken wert, dass in dem Fall, in dem der Staat es nicht schaffen wird, den anfänglichen Reaktionen der Märkte zu begegnen und eine gelockerte Währungspolitik mit steigenden inflationären Tendenzen umsetzt, die Abwertung 50% weit übersteigen kann. In diesem Fall wäre die Erzielung einer Balance für etliche Jahre nicht möglich, wobei die Auswirkungen auf das BIP höchst tief und langfristig spürbar sein werden.

Die Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität wird dramatisch sein, während nicht mit einer baldigen Umkehr der Kaufkraftverluste gerechnet wird. Während der ersten 18 Monate nach dem Ausscheiden des Landes aus dem Euro wird der Zusammenbruch der Inlandsnachfrage möglicherweise 25% übersteigen und der kumulative Rückgang des BIP 15% übersteigen. Unter Berücksichtigung der aktuellen Prognosen internationaler Organisationen für das Jahr 2015 können die Auswirkungen aber auch erheblich schwerer sein. Damit jedoch die dramatische Größe des Gesamtrückgangs des BIP begreifbar wird, ist anzumerken wert, dass die griechische Wirtschaft in den letzten sechs Jahren um 25% schrumpfte, was bedeutet, dass die Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität insgesamt 50% der Vorkrisen-Größen erreichen wird.

Verschuldung würde keine Lockerung der Fiskalpolitik erlauben

Im weiteren Verlauf und unter der Voraussetzung einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und des Anstiegs der Export könnte das BIP wieder zu wachsen beginnen. Es ist jedoch außerordentlich ungewiss, ob mit den strukturellen Schwächen der griechischen Wirtschaft und ihrer eingeschränkten Exportbasis als gegeben diese Verbesserung mittel- bis langfristig aufrecht erhalten werden könnte. Fakten in Zusammenhang mit vorherigen Abwertungen gefolgten Exportergebnissen bestätigen diese Feststellung, da nach dem anfänglichen Auftrieb ein abrupter Rückgang des Anstiegs der Exporte innerhalb weniger als eines Jahres folgte.

Zusätzlich beruht fast die Gesamtheit der Exportaktivitäten Griechenlands auf importieren Produktionsmaterialien, deren Kosten wegen der Abwertung in die Höhe schießen und den wie auch immer gearteten Vorteil der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit erheblich mindern werden. Schließlich ergibt sich für Aktivitäten wie den Tourismus der Anstieg der Wettbewerbsfähigkeit nicht nur aus der Senkung der Kosten, sondern hauptsächlich aus dem Profil des touristischen Produkts. Es ist sicher, dass die dramatischen Umstände auf gesellschaftlichem Niveau, wie der mögliche Anstieg der Kriminalität, negativ zu dem Kurs der Branche beitragen werden.

Sogar auch in dem fiktiven Szenarium einer Vereinbarung über eine signifikante Reduzierung der Verschuldung um eine Quote von 50% würde das Unvermögen der Umwandlung der Verschuldung in die neue Währung in Kombination mit der erheblichen Abwertung das Verhältnis der Verschuldung zum BIP über 130% halten. Die hohe Verschuldung (und die Notwendigkeit ihrer Bedienung) wird als einschränkender Faktor für die Fiskalpolitik fungieren. Falls eine expansive Fiskalpolitik adoptiert wird, werden die Auswirkungen an anderen Fronten schnell zu ihrem Umsturz führen, da sie mittels einer numismatischen Finanzierung finanziert werden müsste, was zu einer unkontrollierten inflationären Dynamik nebst erhöhtem Druck auf eine weitere Abwertung und eine Schrumpfung der Kreditvergaben führen würde.

Die Abwertung würde unmittelbar zu einer hohen Inflation führen, da die Preise der importierten und der handelbaren Güter abrupt steigen werden. Laut den Einschätzungen der Studie wird die Inflation im optimistischsten Szenarium wahrscheinlich wenigstens 10% erreichen. Ihre schrittweise Deeskalation wird von den befolgten Politiken entschieden werden, da jede numismatische Lockerung in eine Spirale der Inflation und Abwertung mit dem fast sicheren Ergebnis einer Hyper-Inflation führen wird, in welchem Fall es nicht paradox wäre, wenn sie sogar 30% übersteigen würde.

Der Grexit wird die Arbeitslosigkeit (einschließlich der Jugendarbeitslosigkeit) kurzfristig auf über 30% in die Höhe treiben, wogegen die Arbeitslosigkeit heute langsam, aber stetig sinken könnte, speziell wenn es umgehend gezielte Aktionen des Staates und der EU zur Stützung des Wachstums geben würde, unter Einbezug auch der mittelständischen Unternehmen.

Selbst ein koordinierter Grexit wäre sehr schmerzhaft

Es ist ebenfalls bedeutsam zu betonen, dass die Importe von Gütern und Dienstleistungen zusammenbrechen werden, mit dem Resultat des dramatischen Anstiegs der Kosten nach der Abwertung, was zu Engpässen bei einer Reihe von Basisgütern und -produkten führen wird, Für die Verbraucher und die Haushalte werden die Auswirkungen aus den Versorgungsengpässen erheblich sein. Für gewisse Basisgüter und -produkte wie Benzin und Diesel, Erdgas, Medikamente und sonstige pharmazeutische Produkte sowie auch bestimmte Nahrungsmittel wäre es überhaupt nicht absurd, anzunehmen, dass die Einführung von Rationierungen nötig sein wird. Für die übrigen, einschließlich der Hightech-Produkte und Textilien, wird es auf dem Markt ungeheure Versorgungslücken geben.

Die realen Löhne werden sinken, was zu einer großen Komprimierung des tatsächlichen verfügbaren Einkommens führt, speziell für die Haushalte mit stabilen Einkommen, wie Rentner, junge Leute und Geringverdiener. Die internationale Erfahrung zeigt, dass am härtesten die Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen beeinträchtigt werden, mit einer unmittelbaren Auswirkung auf Armut und Anstieg der Ungleichheit. In Argentinien gab es 2001 einen dramatischen Anstieg der Armut, während auf Basis von Daten hervorgeht, dass bis 2002 der Anteil der unterhalb der Armutsgrenze lebenden Bevölkerung 53% erreichte.

Die verwaltungstechnische Handhabung der Unternehmung wird außerordentlich komplex sein. Für wenigstens sechs Monate nach dem Ausscheiden aus der gemeinsamen Währung wird die Wirtschaft ohne offizielle Währung funktionieren. Alle von dem griechischen recht geregelten Preise, Verträge, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in eine neue Währung umgewandelt werden müssen, während eine ausgedehnte Einstellung des Betriebs des Finanzsystems nötig sein wird. Unter solchen Umständen ist auch die Ausbreitung einer Tauschwirtschaft (barter trading) wahrscheinlich.

Für die Banken, deren Überlebensfähigkeit erheblich auf die Probe gestellt wird, wird nach dem Ausscheiden die erste Priorität die Aufrechterhaltung ihrer ausreichenden Kapitaldeckung sein. In Kombination mit der Ungewissheit über das wirtschaftliche Umfeld wird dies zu einer ungeheuren Reduzierung der Kreditvergaben führen (credit crunch). Die abrupte Schrumpfung der Investitionen im Nachhall eines Ausscheidens ist sehr wahrscheinlich. Es wird erwartet, dass die Investitionen in den beiden ersten Jahren um 30% zurückgehen werden und mit welchen Aussichten auch immer auf einen Anstieg wird nicht vor Verstreichen des dritten Jahres gerechnet.

Die Befunde der Studie kommentierend endet Herr Papazoglou: „Das Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone stellt keine einfache und schnelle Weise zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme des Landes dar. Wenn Griechenland nicht fertigbringt, mit schwierigen und gezielten strukturellen Reformen einen starken Exportsektor zu schaffen, wird jede beliebige Bemühung um die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit mittels der Annahme einer neuen Währung keine beibehaltbaren und handhabbaren Resultate haben. Dagegen werden selbst auch im Fall eines koordinierten Ausscheidens aus dem Euro die negativen Auswirkungen für die griechische Wirtschaft und Gesellschaft besonders schmerzhaft sein.

(Quelle: Imerisia)

Artikel weiterlesen: Seite 1 Seite 2

  1. Bella
    27. Juli 2015, 02:01 | #1

    Vernichtet nicht auch das Spardiktat die griechische Wirtschaft, aber ohne Aussicht auf Besserung? Grexit bedeutet Leiden mit Aussicht auf ein Ende. Das Spardiktat ist Leiden ohne Ende!

  2. Peter Adam
    27. Juli 2015, 06:45 | #2

    So ein Schwachsinn. Alles nur Panikmache. Die haben doch nur Angst, dass die Ostflanke des US-amerikanschen Kolonialreichs wegbrechen würde und Griechenlands Rohstoffe nicht mehr so ohne weiteres plünderbar wären. Ich könnte gerade im Strahl kotzen …

  3. georgios.b
    27. Juli 2015, 08:27 | #3

    E&Y bekam den Auftrag zu dieser Studie von deren Kunden. Das sagt schon viel, denn E&Y ist, wie auch deren Kunden an einem Euro in GR als Währung interessiert. Ein Aspekt wurde in dieser Studie kaum berücksichtigt. Die Rolle der EU. Das geschilderte Szenario würde in vielen Bereichen von Brüssel abgefedert werden, insbesondere die Stabilisierung des BIP und somit automatisch auch, die Inflation. Ohne Zweifel sind sehr viele geschilderte Aspekte nicht von der Hand zu weisen. Insbesondere jene, die sich einfach auch mathematisch nachvollziehen lassen.

  4. friedensblick
    27. Juli 2015, 09:36 | #4

    Ich wäre sehr vorsichtig mit dieser „Experten“-Meinung, da sie sich in der Vergangenheit als rotzfreche Propagandeure für neoliberale Reformen entpuppten. Sogar die britische Königin Elisabeth II. wunderte sich 2009, wie die Wirtschaftswissenschaften nicht die Finanzkrise 2008 vorhersehen konnten. Professor Garicano antwortete ihr, dass “sich in jedem Bereich jemand auf jemand anderen verlassen hat und jeder dachte, alles wäre eine gute Sache.” (telegraph)
    Noch Mitte 2000 lobte der damalige IWF-Präsident Horst Köhler in Argentinien: “Ich bin daher optimistisch, dass diese entschlossenen Maßnahmen in die richtige Richtung gehen und sich letztlich für die Menschen auszahlen werden.” (Köhler & IWF) 2001 war der Staat Argentinien abgewirtschaftet und pleite.
    Kritik an der neo-liberalen Wirtschaftspolitik

  5. Omnipraesent
    27. Juli 2015, 10:03 | #5

    Und wieder wird das / ein Scheckgespenst (raus aus dem Euro Fiasko) durchs Dorf gejagt, und wer hats erfunden, nein nicht die Griechen selbst, sondern Auslaender, man fragt sich warum hoert das nicht auf, den Griechen von allen Seiten mit Horrormaerchen zu bedrohen, lasst die Griechen selbst ausrechnen, was gut ist fuer sie und was nicht.

  6. Anton
    27. Juli 2015, 12:39 | #6

    Studie ist wenig aussagekräftig. Zum einen wird jede Unterstützung z.B. von Seiten der BICS-Staaten völlig ausgelassen und das, obwohl Russland bezüglich Pipeline bereits ein Angebot gemacht hat. Zweitens wird einfach unterstellt, dass Griechenland – zumindest ein Teil – seiner Schulden begleichen muss, was bei Staatsnotstand fraglich ist. Und drittens wird einfach angenommen, dass Griechenland prinzipiell genauso wirtschaften würde wie bisher. Ein Blick nach vorn fehlt völlig. Ebenso dass Griechenland Beispielcharakter haben könnte, der eine starke Ausstrahlungskraft hätte. Fast hätte ich es Vergessen – woher kommt überhaupt die Annahme, dass das alles nur ein griechisches Problem ist bzw. bleibt?

  7. Lilo
    27. Juli 2015, 13:39 | #7

    Solche Auftragsstudien von Unternehmensberatungen, welche in diesem Fall leider wenig Expertise besitzen, da ein Land anders als ein Unternehmen zu behandeln ist, sind wenig bis nichts wert. Man sollte besser bei volkswirtschaftlichen Fachleuten und Professoren schauen, was diese wissen und meinen und da ist der hier geäußerte Pessimismus lange nicht so stark ausgeprägt.

  8. Konstantin
    27. Juli 2015, 13:52 | #8

    Die Rückkehr zur Drachme würde Griechenland um viele Jahre zurückwerfen und natürlich würde es eine lange Durststrecke geben mit vielen Entbehrungen. Doch ohne Austieg aus dem Euro, hat das Leiden in GR kein Ende. Es gibt immer gerade soviele Hilfen um die Gläubiger bedienen zu können. Sollte doch was über bleiben, teilen sich das die Politiker nebst deren Unternehmer unter sich auf. Der EURO ist Gift für Griechenland, die Haupteinnahmequelle Tourismus wird weiterhin schrittweise zerstört werden.

  9. Volker
    27. Juli 2015, 14:45 | #9

    BRICs ein gutes Stichwort. Bisher haben sich weder Russland, noch China, Indien oder Brasilien bereit erklärt, Griechenland einen bilateralen Kredit zu geben. Sie wissen, daß Griechenland ein Faß ohne Boden ist, und selbst die reichen (Auslands)griechen im eigenen Land nicht investieren, und die Inlandsgriechen massenhaft Kapital ins Ausland verschieben.
    Dem Land, und deren super korrupten Politiker und Oligarchen, traut eben keiner, nicht einmal Rußland. Statt Worte und Propaganda ist kein einziger Rubel bisher nach Griechenland gerollt.

  10. EuroTanic
    27. Juli 2015, 19:02 | #10

    Lasst doch endlich die Menschen selber entscheiden. Alles andere ist Zwang und Sklaverei. Jeder soll für sein eigenes Leben selbst verantwortlich sein. Im positiven wie im negativen.

  11. WikiWaki
    27. Juli 2015, 19:06 | #11

    Frei würde Griechenland sein, sonst gar nichts. Bei Fortlauf der Austerität wird Griechenland zuerst ein Protektorat der Brüsseler Junta und nach Abverkauf des Tafelsilbers ein Dritte Welt Land, dagegen ist Kenia das reinste Erholungsgebiet.
    Die Griechen müssen selbst versuchen ihr korruptes System in Ordnung zu bringen. Das geht am besten, in dem man aus dem Keller heraus agiert. Dann kanns nur noch besser werden.

  12. Weekend01
    27. Juli 2015, 19:32 | #12

    Leider investieren Investoren nicht in ein schoenes Land mit vielleicht geringeren Gewinnen, dann lieber in Laender mit Atomreaktoren und vielversprechenden, wenn auch giftmischenden Fabriken, Geld stinkt nicht – leider! Und wenn diese vielversprechenden Laender vergiftet und ausgeraubt sind, dann ziehen sie weiter – wie ein Krebsgeschwuer.
    Dann wuensche ich Griechenland lieber, sie schaffen es mit der Drachme und koennen frei leben, es ist ein langer und muehsamer Weg, aber am Ende koennen sie nur gewinnen.
    Warum, wenn andere Laender wirklich „helfen“ wollen, geben sie an Griechenland teure Kredite, Gelder die sie fast zum Nulltarif finanziert bekommen – wenn sie doch so „helfen“ wollen und am Ende des sogenannten Hilfspakets stehen politische Verhandlungen, wo mit Demuetigungen und Erpressungen nicht gespart wird?
    Da hoert sich diese Hilfe eher so an, dass Hilfe gleichgestellt wird mit Erniedrigung und Missachtung, das zum Ausverkauf offiziell und legal freigegeben wird und sich die Lobbyisten und Finanzmaerkte in hoehstem Masse austoben koennen. Bereichern an einem Volk, das mit falschen Vorstellungen bewusst in ihr Verderben gelenkt wurde.

  13. Heidi Preiss
    27. Juli 2015, 20:04 | #13

    Fakt ist, deutsche und griechische Steuerzahler sitzen in einem Boot. Sie wurden und werden ausgenommen wie geangelte Fische. Erst haben sich zinsgierige Spekulanten an GR bereichert, danach haben sich die Finanzanleger durch Rettungsprogramme schadlos gehalten. Nun bürgen und haften neben den armen Griechen auch die überschuldeten Steuerzahler in Europa anstelle der raffenden Banken und Anleger, die ihre Risiko- und Vermögenspflicht erlassen bekamen.
    Mit ergaunerten Geldern kaufen die Gauner nun griech. Tafelsilber zu Dumpingpreisen und finanzieren Konzerne, damit diese den griech. Markt bereinigen können. Verlierer sind die griech. Bürger und die Bürger Europas. Die Griechen werden nun von modernen Sklaventreibern in die Mangel genommen. Es wird ihnen das HartzIV-Drückersystem unter dem Etikett „Hilfsprogramm“ aufgezwungen. Das griech. Parlament ließ sich von Troika u. Tsipras dazu zwingen, die eigene Bevölkerung in die Obdachlosigkeit zu schicken. Und die Reichen? – denen passiert nichts, niente.
    Griechenland wäre besser mit einem Grexit bedient. Was jetzt folgt, ist ein Schrecken ohne Ende. Island wäre doch ein wunderbares Beispiel gewesen. Schade. Der Sommerschlußverkauf in Griechenland ist im vollen Gange – Sale, alles muss raus.

  14. Felix Klinkenberg
    27. Juli 2015, 21:00 | #14

    Ja soll Russland, sein hart Erarbeitetes Geld, unseren Tooo Biiiig Toooo Fail Banken, in den Rachen schmeißen? Erst wenn Griechenland Unabhängig und Souverän geworden ist, kann es eine gleichberechtigte Beziehung, zu den BRICS Staaten, zu dem Schanghai Kooperation Rat und zur Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft aufnehmen. Aber solange die Mehrheit der Griechen, noch an den Hollywood Plot glaubt, statt an die Realität, wird das nichts.

  15. Erich Mühsam
    27. Juli 2015, 21:23 | #15

    Es wäre echt mal interessant zu wissen, wie viele der fanatischen Drachmefans den Grexit aus hinterhältigen Motiven vertreten, denn jeder Grunzrentner und Hartzer kann sich damit dann in Hellas zum Gott aufschwingen; die versteckte Agenda von Meister Unsinn heisst ja schliesslich auch seit Jahrzehnten D-Mark.
    Generell ist es allerdings auch eh egal, wie die Währung heisst, zu der man ausgebeutet wird, nur ist sicher, die, die davon profitiert haben auf Euro umzustellen, würden jetzt erst recht die Leute absaugen und für Menschen, die so oder so dazu gezwungen sind, mit wenig bis gar keinem Geld auszukommen, macht es überhaupt keinen Sinn, überhaupt eine Währung zu haben – und das muß man dann einfach mal zu Ende denken, denn eins der augenscheinlichsten Merkmale des kapitalistischen Systems ist die Geldwirtschaft und Freiheit geht nur ohne.

  16. Erwin
    27. Juli 2015, 22:58 | #16

    Griechenland befindet sich in deutscher Schuldknechtschaft, die nie enden wird. Wäre es da nicht besser, aus dem Völkergefängniss EU und Euro auszubrechen? Sicher das ist risikoreich und niemand kann sagen, wohin dieser Weg führt. Aber es ist ein selbstbestimmter Weg. Die deutsche Schuldknechtschaft ist ein Weg ohne jede Hoffnung. Das griechische Volk muß nun entscheiden …

  17. 28. Juli 2015, 02:05 | #17

    Die biblischen Plagen und die 4 apokalyptischen Reiter wurden wahrscheimlich vergessen. Auch das zu erwartende Versinken Grichenlands im Mittelmeer wurde nicht erwähnt. Ernst & Young solten diese Punkte unbedingt noch einfügen.

  18. Philipp
    28. Juli 2015, 03:43 | #18

    In seinem Krimi „Abrechnung“ aus 2012 führt der griechische Schriftsteller Petros Markaris nach einer Neuwahl die Drachme wieder ein und spielt geistig mit den Folgen für die kleinen Leute: 50% Abwertung, Bankenschließung, Renten- und Gehaltskürzung, mehrmonatiger Gehaltsstopp bei den Beamten, Kapitalverkehrskontrollen, Dieselknappheit, unverkaufbare leerstehende Häuser, Geschäfte und Autos, Studenten und Erwachsene, die wieder bei den Eltern wohnen müssen, Obachlose,.. Markaris bewies also damals schon Weitblick und das Meiste davon ist nun eingetreten – allerdings im EURO. Dank tatkräftiger „Unterstützung“ durch Troika und EURO-„Partner“ braucht es hierzu keine Drachme.

  19. Frank-Uwe Albrecht
    28. Juli 2015, 21:49 | #19

    Ein großer Teil der Annahmen ist doch bereits jetzt infolge der seit 2010 herrschenden Austeritätspolitik eingetreten, die mit dem „Memorandum III“ ihre Fortsetzung findet. Für mich stellt dieses „Gutachten“ nur eine Auflistung möglicher Auswirkungen dar, die an keiner Stelle belegt werden. Die griechische Wirtschaft wird durch die Umsetzung der geforderten „Reformen“ aus dem Memorandum auch keinen Schub erfahren, denn die Bevölkerung wird angesichts der zum Teil drastischen Erhöhungen bei der Mehrwertsteuer ihren Konsum und damit die Binnennachfrage einschränken. Wie lange der Tourismus eine Mehrwertsteuererhöhung um 10 auf 23 % ertragen wird, ist auch unklar. Das neue Memorandum enthält einen großen Teil an Maßnahmen, die gegen die Weiterentwicklung Griechenlands, die Bewältigung der humanitären Krise und das Erstarken des Landes gerichtet sind.

  20. max
    29. Juli 2015, 21:51 | #20

    Das es am Anfang schwer wird ist klar aber es wird von jahr zu jahr besser. Mit dem verbleib im Euro unter diesen Bedingungen wird Griechenland einen sozialen Absturz erleben. Island hat es genau richtig gemacht und denen geht es auch von Jahr zu Jahr besser. Wie gesagt entweder man geht die Griechenland Kriese komplett anders an oder Griechenland sollte seine eigene Währung wieder einführen.

Kommentare sind geschlossen