Nein zu Spaltung und Unterwerfung aus Griechenland

14. Juni 2015 / Aktualisiert: 05. Oktober 2017 / Aufrufe: 2.206

Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras erklärte, sich weder vor einem schmerzhaften Kompromiss noch vor einem endgültigen Bruch zu scheuen.

Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras ließ für den neuen Zyklus der Verhandlungen alle Möglichkeiten offen und betonte, die Vereinbarung müsse tragfähig sein. Jedoch schickte er eine Botschaft an die Partner, in Griechenland keine Bedingungen der Unterwerfung hervorzurufen, weil er dann gezwungen sein wird, das große Nein zu sagen.

Der Premierminister verwarf die Möglichkeit vorgezogener Neuwahlen oder eines Referendums im Fall einer tragfähigen Vereinbarung, auch wenn sie das Resultat schwieriger Kompromisse sein sollte, und sagte, das griechische Volk habe der Regierung vertraut, schwierige Entscheidungen zu treffen, deren Handhabung ausschließlich ihr obliege.

Wenn Europa Spaltung und Unterwerfung will, werden wir Nein sagen

Regierungsquellen zufolge sagte am 12 Juni 2015 während der Dauer einer Konferenz im Megaro Maximou der Premierminister zu seinen Gesprächspartnern: „Vergessen Sie jeden Gedanken an Wahlen und Volksabstimmung. Die Regierung hat einen erst neulich erteilten Auftrag des Volkes, die große Mehrheit des griechischen Volkes mit sich und eine bequeme Mehrheit in Parlament.“ Die selben Quellen führen ebenfalls an, Alexis Tsipras habe erklärt, „das griechische Volk vertraute uns, damit wir kritische Entscheidungen treffen und die Schwierigkeiten zu handhaben. Niemand glaubte, dass eine es leichte Sache sein würde. Die Entscheidungen und ihre Handhabung obliegen ausschließlich uns, so schwer sie auch sein mögen.

Die Vereinbarung ansprechend äußerte der Premierminister, „wenn wir eine tragfähige Vereinbarung haben, wie schwer auch immer der Kompromiss sein wird, werden wir die Last stemmen, weil unser einziges Kriterium der Ausgang aus der Krise und den Memoranden der Unterwerfung ist„. Der Premierminister unterließ jedoch nicht, auch die Möglichkeit des Bruchs offen zu lassen und dass die griechische Seite spezieller zu einer Vereinbarung „Nein“ sagen wird, die von der „Fortsetzung der Unterwerfung“ abhängig ist. Herr Tsipras führte an, in diesem Fall werde er um die Würde des Volkes und die nationale Souveränität kämpfen, und sagte konkret: „Wenn jedoch Europa die Spaltung und die Fortsetzung der Unterwerfung will, werden wir wiederum die große Entscheidung treffen, uns zu weigern, wir werden das große Nein sagen und den Kampf um die Würde des Volkes und unsere nationale Souveränität austragen.

Die Botschaft richtet sich ganz klar sowohl an das Innere der Partei, dass ein schmerzhafter Kompromiss kommen kann, als auch an das Ausland, dass es einen Bruch geben kann. Und es ist kein Zufall, dass die Regierung die Äußerungen des Premierministers wenige Stunden vor der neuen Verhandlungsrunde, praktisch auf der Zielgeraden zum 18 Juni, durchsickern ließ.

(Quelle: Imerisia)

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  1. N. Ritter
    14. Juni 2015, 01:37 | #1

    Viel Erfolg. Allerdings habe ich wenig Hoffnung, dass bei der „Troika“ und ihrem Kutscher Schäuble noch wirtschaftliche Vernunft einkehrt. Die glauben wahrscheinlich wirklich daran, eine Volkswirtschaft könne ein Schuldenproblem genauso durch eiserne Sparsamkeit lösen wie ein einzelner Privathaushalt.

  2. 14. Juni 2015, 04:08 | #2
  3. Jannis
    14. Juni 2015, 11:20 | #3

    Besteht denn noch irgend ein Zweifel, dass genau das, nämlich die Fortsetzung der Unterwerfung, seitens der EU gewollt ist? Glaubt jemand wirklich, dass die EU auf die Besicherung von Krediten durch Verkauf des „Tafelsilbers“, auf die Plünderung der sozialen Sicherungssysteme usw. verzichten wird? Jeder „Kompromiss“ kann bestenfalls ein Zeitgewinn für die griechische Bevölkerung sein, aus dem verfehlten Wirtschaftskonstrukt Europäische Union auszusteigen; und schlimmstenfalls ist er eine Gelegenheit für die EU, die Fesseln mit verfeinerten Mitteln fester zu zurren.

  4. LiFe
    14. Juni 2015, 22:18 | #4

    Was die Troika bzw. die Institution von Griechenland verlangt ist m.E. ein unmögliches Unterfangen. Als wenn am Ufer ein „Helfer“, auf einem sicheren Boden stehend einem Ertinkendem zuruft: „Fass dich am Kragen und ziehe dich selber aus dem Wasser heraus!“

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