ATM-Limit in Griechenland gilt nicht für ausländische Karten

29. Juni 2015 / Aufrufe: 2.445

Das in Griechenland verhängte Tageslimit von 60 Euro für Abhebungen an Bankautomaten gilt nicht für im Ausland ausgestellte Debit- und Kreditkarten.

Die in Griechenland verhängte Maßnahme der Einschränkung des Kapitalverkehrs bezieht sich nicht auf Transaktionen oder Abhebungen an Bankautomaten (ATM) unter Verwendung außerhalb Griechenlands ausgestellter Debit- und Kreditkarten.

Nachdem die Bankautomaten seit dem Mittag  des 29 Juni 2015 wieder in Betrieb gesetzt wurden, brauchen sich beispielsweise Touristen um das Tages- bzw. 24-Stunden-Limit von 60,- Euro für Barauszahlungen an ATMs keine Gedanken zu machen und können ihre (mit ausländischen Bankkonten verknüpften) Karten wie gewohnt nutzen.

Im Handel könnte allerdings das „Plastikgeld“ zunehmend nicht mehr akzeptiert werden, weil die mit Debit- und Kreditkarten erfolgenden Zahlungen im Rahmen der allgemeinen Einschränkungen praktisch automatisch eingefroren werden.

(Quelle: dikaiologitika.gr, diverse Medienberichte)

  1. Volker
    29. Juni 2015, 17:03 | #1

    Ist doch eine Super Sache, mit den Kapitalverkehrskontrollen hat die Tsipras Regierung genau das Richtige gemacht. Für den normalen Griechen reichen 60 Euro am Tag vollkommen aus. Den Superreichen (Oligarchen, Reeder, 500 „staatstragenden“ Familien, Politiker usw.) reicht das natürlich nicht, aber diese Gruppe hat ja auch ausländische Kredit bzw. Bankkarten, z.b. aus der Schweiz. So fließt das vorher abgezogene Geld nach und nach nach Griechenland zurück.

  2. Ronald
    29. Juni 2015, 18:01 | #2

    Traditionell holen sich die Rentner in GR die Rente am Schalter ab. Die haben weniger ein Problem mit den limitierten Auszahlungen an Bankautomaten als mit der Tatsache der geschlossenen Banken … . Im Prinzip bedeutet die Schliessung der Banken, dass Rentner nicht an ihre Renten kommen. Und das ist sicherlich kein Versehen.

  3. RDA
    29. Juni 2015, 21:45 | #3

    Na, dann hat die obere Mittelschicht ja eine Sorge weniger. Deren Geld ist laut Targetsaldo schon bis Ende Februar ins Euro-Ausland geflossen. Wer also – völlig legal – ein Konto bei einer deutschen Bank eröffnet hat, kann munter weiter Geld abheben. Ein kleiner Trost ist hierbei, dass diese Zahlungen den Targetsaldo wieder senken.
    Das Geld der Superreichen war nie in GR und die untere Mittelschicht hat seit den Spar-Orgien ohnehin nur noch das, was sie zum täglichen Leben braucht.

  4. Catalina
    30. Juni 2015, 17:27 | #4

    Ich habe gerade versucht, mit meiner griechischen Alpha-Bank Kreditkarte Geld abzuheben (bei Deutsche Bank in Stuttgart). Karte ist gültig, Konto ist gefüllt. Aber nichts ging, weder 300 Euro noch 60 Euro. Zum Schluß kam immer die Meldung: keine Transaktion möglich? Der Bankomat war übrigens okay. Gilt für griechische Touristen in D nicht das Gleiche wie für ausländische Touristen in Griechenland?

  5. Dora
    30. Juni 2015, 18:56 | #5

    @ Catalina
    Leider nein, denn sie würden ja damit Geld von Ihrem griechischen Konto nach Deutschland transferieren, und das ist z. Zt. kaum möglich. An die Option „griechische Touristen im Ausland“ ist wohl leider nicht gedacht worden …

  6. Catalina
    30. Juni 2015, 19:58 | #6

    @Dora
    Herzlichen Dank für die schnelle Information. Kapitalverkehrskontrolle für so kleine Beträge – daran haben wir gar nicht gedacht.

  7. Philipp
    30. Juni 2015, 22:38 | #7

    Bei der Berliner Sparkasse bekommt man seit gestern die Meldung, dass Zahlungen/Überweisungen nach Griechenland und Zypern derzeit gesperrt sind (nicht direkt auf der Startseite, sondern erst wenn man online die Überweisung vorbereitet). Auch Western Union hat sich seit gestern erledigt. Damit sind dann auch normale Geschäfte nicht mehr möglich.

  8. Catalina
    1. Juli 2015, 09:46 | #8

    Exakt! Das ist der totale Finanzkrieg gegen Griechenland, denn wie mir heute morgen ein Mitarbeiter von Western Union am Stuttgarter Hauptbahnhof sagte, kommt diese Anweisung (Überweisungen NACH Griechenland dürfen nicht getätigt werden) wohlgemerkt aus Brüssel und nicht aus Athen!

  9. WiWo
    1. Juli 2015, 16:18 | #9

    Wenn mit „Brüssel“ die EU gemeint ist, so ist das nicht richtig.
    Das Handelsblatt hat dazu gemeldet: Die US-Bank Western Union hat ihre Filialen in Griechenland vorübergehend geschlossen. Die Niederlassungen des Geldhauses würden mindestens bis Ende der Woche nicht öffnen, hieß es von der Bank. Das berichtet der amerikanische Nachrichtensender CNN. Damit reagiert die Bank auf die unsichere Situation in Athen.
    Ich denke, dass auch griechische Rentner, die im Ausland leben, nicht an ihre Rente herankommen.

  10. Team
    3. Juli 2015, 05:46 | #10

    @ Catalina
    Gemäß dem aktuellen Stand der Dinge (03 Juli 2015) können von griechischen Banken ausgestellte (Kredit-) Karten im Ausland (nur) für bargeldlose Zahlungen verwendet werden. Barabhebungen im Ausland sind dagegen nach wie vor allgemein nicht möglich bzw. fallweise zu beantragen / zu genehmigen.

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