Regierung in Griechenland steht hinter Finanzminister Varoufakis

28. April 2015 / Aufrufe: 1.736

Entgegen hämischer Berichte in- und ausländischer Medien erhält Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis weiterhin volle Rückendeckung.

Die am vergangenen Sonntag (27 April 2015) unter Premierminister Alexis Tsipras einberufene Konferenz wiederholte, hinter Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis zu stehen. (Diesbezüglich sei angemerkt, dass der Premierminister schon in der Vergangenheit wiederholt ausdrücklich betonte, Finanzminister Yanis Varoufakis agiere gemäß den kollektiven Beschlüssen und Entscheidungen der griechischen Regierung.)

Im Rahmen der Konferenz wurde die Bildung eines – der Verantwortung des Finanzministers unterstehenden (!) – politischen Verhandlungsteams beschlossen, dessen Koordinierung dem stellvertretenden Minister für internationale Wirtschaftsbeziehungen, Evklidis Tsakalotos, angetragen wurde.

Geschickter Winkelzug, um Varoufakis aus der Schussline zu nehmen

Ebenfalls wurde von der sogenannten „Brussels Group“ der Generalsekretär für Fiskalpolitik, Professor Nikos Theocharakis, abgezogen und damit beauftragt, einen Konjunkturplan für die griechische Wirtschaft auszuarbeiten, der die Basis für die neue Vereinbarung (mit den „Partnern“) im Juni 2015 darstellen wird.

Quellen des Megaro Maximou (Anmerkung: gemeint ist der Regierungssitz) ließen verlauten:

  • Bei der Konferenz wurde die Unterstützung an den Finanzminister Yanis Varoufakis bestätigt, der Ziel methodisierter Publikationen der internationalen Presse wurde. Finanzminister Yanis Varoufakis bewegt sich immer im Rahmen der kollektiven Beschlüsse auch der Stabsorgane der Regierung. Auf genau die selbe Weise wird er darin fortfahren, an einer tragfähigen Lösung zu arbeiten.
  • Es wird ein politisches Verhandlungsteam unter der Verantwortung des Ministers Yanis Varoufakis gebildet und die Koordination des Teams Evklidis Tsakalotos angetragen.
  • Zur besseren Unterstützung der technischen Stäbe in Athen wurde die Schaffung eines speziellen Koordinierungsteams unter dem Generalsekretär der Regierung, Spyros Sagias, beschlossen.
  • Dem Generalsekretär für Fiskalplanung des Finanzministeriums, Nikos Theocharakis, wurde die Ausarbeitung eines Konjunkturplans für die griechische Wirtschaft angetragen, der die Basis für die neue Vereinbarung im Juni 2015 darstellen wird.
  • Die Verantwortung für die technischen Stäbe der Brussels Group übernimmt der Vorsitzende der beeidigten Sachverständigen (SOE), Professor Giorgios Chouliarakis.

Was im Rahmen der seit seinem Amtsantritts systematisch betriebenen Demontage nun als „Kastrierung“ des leidenschaftlich ver- bzw. gehassten griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis präsentiert und bejubelt wird, erweist sich nach genauerer Betrachtung als ein weiterer geschickter Zug der griechischen Regierung: Die „Partner“, die sich lustvoll kollektiv auf Varoufakis eingeschossen und ihn zum Symbol alles Bösen erkoren hatten, sehen sich nun plötzlich mit einem „anonymen“ Team konfrontiert … . Das ist doch wirklich zum Heulen, oder?

(Quellen: in.gr, diverse Medienberichte)

  1. Omnipraesent
    28. April 2015, 09:17 | #1

    Es ist schon erstaunlich wie die Pro EU Maechte gegen Griechenland agieren. Na ja, mit den Buergern kann man das wohl machen, ich moechte von daher mit diesem Spruch zu Ende kommen, „Wer nichts weiss, muss Glauben was man ihm erzaehlt“

  2. Kleoni
    28. April 2015, 14:55 | #2

    Noch schlimmer ist, was die oligarchieabhängigen privaten TV-Sender anstellen, indem sie dem griechischen Volk Horrorszenarien an die Wand malen, wenn nicht endlich nach „altem Muster“ das Parlament absegnet, was die Eurobanker und deren Sprachrohre in den Regierungen diktieren. Nämlich weiter das bisschen Geld, das die 90% der griechischen Bevölkerung teilweise noch hat, zu den 10% Reichen verschieben durch Lohn- u. Rentenkürzungen. Meine Freunde in Griechenland glauben leider diesen Schrott und sind verzweifelter denn je.

  3. Wilhelm
    28. April 2015, 23:03 | #3

    Die Einsicht, Herrn Varoufakis nach all seinen Fauxpas von der vordersten Verhandlungsfront abzuberufen, als geschickten Winkelzug zu verkaufen, ist entweder besonders dreist oder besonders blauäugig. Vielmehr versucht Tsipras doch nur, damit die letzte kleine Option auf weitere EZB-Hilfe aufrechtzuerhalten. Bleibt zu hoffen, dass die Eurogruppe nicht auf solche Taschenspielertricks hereinfallen, sie müssen auch einfach nur weiter die sachlichen Bedingungen aufrechterhalten.

Kommentare sind geschlossen