Griechenlands Antwort auf Schäubles Bankrott-Gerede

16. April 2015 / Aufrufe: 2.738

Griechenlands Regierung antwortet auf die von Wolfgang Schäuble geschürten Szenarien eines Bankrotts, die ultrakonservativen Kreise sollen endlich die Realität akzeptieren.

In Zusammenhang mit den Erklärungen des deutschen Finanzministers Herrn Schäuble über Szenarien des Staatsbankrotts Griechenlands gab die griechische Regierung ihre Antwort, worin sie die Verantwortung für die Situation in Griechenland den Politiken anlastet, die es mittels der Memoranden auf sich zu nehmen hatte.

Wie aus Regierungsquellen verlautet, „nimmt im letzten Zeitraum der finanzielle Druck zu, damit die Regierung rezessive Maßnahmen wie Kürzungen der Löhne und Renten, Massenentlassungen usw. akzeptiert“.

Das Memorandum ist gestorben

Laut den selben Quellen „wird die Regierung nicht ihre ‚roten Linien‘ überschreiten, die außerdem am 25 Februar 2015 auch die Wähler zogen. Das Problem bei der Verhandlung ist nicht, dass Griechenland keine detaillierten Listen, ausgearbeiteten Zeitpläne usw. vorlegt. Es existieren Vorschläge, die ihnen sehr wohl bekannt sind und die sie sogar selbst durchsickern lassen!

Wie die Regierungsquellen weiter anmerken, „weigern sich jedoch ultrakonservative Kreise in Griechenland und im Ausland, die Realität zu akzeptieren. Das Memorandum ist gestorben und die Austeritäts-Politiken werden nicht nach Griechenland zurückkehren. Diese Politiken wurden umgesetzt, scheiterten und führten das Land in die tragische Situation, welche die Mehrheit des griechischen Volkes durchlebt. Anstatt also schadenfroh Szenarien über einen Bankrott durchsickern zu lassen, sollen sie endlich die Sackgasse begreifen, in die ihre Politik führt, zumal Griechenland seine Verpflichtungen regulär entrichtet, ohne seit August 2014 auch nur einen einzigen Euro erhalten zu haben.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Roland Wolf
    16. April 2015, 09:17 | #1

    Dann ist es ja nicht so schwierig für beide Seiten. Griechenland erklärt die Vereinbarungen mit den letzten Regierungen für aufgelöst. Diese waren Bedingung für die Auszahlung der Gelder aus dem 2. „Rettungspaket“ also werden die verbliebenen Mittel nicht mehr ausgezahlt. Griechenland nimmt dann etv. notwendige Kredite am freien Markt auf und alle sind glücklich. Wenn Griechenland dann die Kredite des IWF und der EZB nicht zurückzahlen kann oder will ist es bankrott, da könnte Schäuble sogar recht haben.

  2. Kleoni
    16. April 2015, 10:56 | #2

    Schäuble & Co wollen Griechenland zwingen, wieder – ganz nach neoliberaler Art – die Renten und Löhne zu kürzen. Bis jetzt hat das griechische Volk die meisten Kürzungen hinnehmen müssen und soll nun weiter bluten, obwohl vielfach die Luft der Griechen kaum noch zur Schnappatmung reicht. Ich hoffe, dass die aktuelle Regierung keine Rentenkürzungen bei den niedrigen Renten vornimmt. Allerdings könnten hohe Beamtenpensionen durchaus gekürzt werden. Und die Mehrwertsteuer auf Santorin, Rhodos – also den reichen Touristeninseln durchaus angehoben werden. Der Normalbürger kann sich dort schon lange keinen Urlaub mehr leisten.
    Und wer hilft Griechenland bei den immer grösser werdenden Flüchtlingsströme bei Ernhährung, Unterkunft medizinischer Versorgung? NIEMAND – dafür aber schimpfen die Geldgeber, dass Hr. Tsipras den für arme Griechen eine medizinische Grundversorgung zugesichert hat und etwas kostenlosen Strom für eine warme Mahlzeit. Was für die Flüchtlinge als Selbstverständlichkeit von den Nordeuropäern gefordert wird, soll den eigenen Landsleuten verwehrt werden/bleiben. Die reichen Nordeuropäer sollten sich einfach nur schämen für ihre Politik der Ungerechtigkeit, für die nur noch die Spekulanten zählen!

  3. GR-Block
    16. April 2015, 13:02 | #3

    „…Erklärungen des deutschen Finanzministers Herrn Schäuble über Szenarien des Staatsbankrotts Griechenlands…“ – Jetzt könnte man meinen, endlich „der alte Mann will nicht mehr“. Gleichzeitig droht er aber in einem Interview mit Bloomberg News: „Was immer in Griechenland passiert: Griechenland bleibt Teil Europas und der Europäischen Union.“ Das Spiel mit den Bezeichnungen für das Problem der EU bleibt also erhalten.
    Auf keinen Fall wollen deutsche „Investoren“ ihre Jagdgründe in GR verlieren, deshalb soll GRs Volkswirtschaft fest im Europäischen Binnenmarkt verwachsen bleiben. Nur so können sich „Investoren“ die griechischen Absatzmärkte für ihre in der EU oder sonstwo produzierten Waren sichern und gleichzeitig für überteuerte Staatsaufträge dem Staat zu (für sie) günstigen Bedingungen Kredite „gewähren“, die auf viele Jahrzehnte nicht bezahlbar sind. Natürlich geht das nicht ohne Korruption.
    Als Jurist und „Minister für besondere Aufgaben“ während der EWG-Süderweiterung und später als Innenminister hatte er zusammen mit Kohl die dafür notwendigen gesetzlichen Bedingungen selbst geschaffen. (Wiki: Schattenwirtschaft – eine anschwellende Quelle für Schmiergeld). Unter Merkel hoffte er zu ernten was er gesät. „Doch nun habe die neue griechische Regierung die Zahlen zerstört“, so Schäuble kürzlich beim Council on Foreign Relations in New York (DIE WELT 15.4.2015). Ooooooh…. Das war bestimmt dieser Yanis „Stinkefinger“ Varoufuckis.

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