Schweizer Bankguthaben im Visier Griechenlands

23. März 2015 / Aufrufe: 1.317

Bern und Athen wollen das Thema schweizerischer Guthaben griechischer Bürger angehen, zu denen entgegen der deutschen Medienhetze keine offiziellen Daten vorliegen.

Laut Angaben der schweizerischen Zeitung „Tages-Anzeiger“ betragen die griechischen Guthaben im Land 1,4 Milliarden Euro. Der schweizerische Staatsminister kommt wegen des Themas nach Athen.

Wie ein Sprecher des Schweizer Finanzministeriums bekannt gab, werden in dieser Woche die Gespräche zwischen Bern und Athen mit Thema die nicht deklarierten Guthaben bei schweizerischen Banken wieder aufgenommen werden.

Schweizer Regierung liegen keine Details über griechische Guthaben vor

Der für internationale Finanzangelegenheiten zuständige Staatsminister Jacques de Watteville begibt sich in der kommenden Woche nach Athen„, gab der Sprecher Roland Meier gegenüber der französischen Nachrichtenagentur bekannt und fügte an, die Gespräche werden die Regelung „der Vergangenheit“ zum Thema haben, ohne weitere Angaben zu machen. Wie der Sprecher erklärte, ist es ist das erste Mal seit Amtsantritt der neuen Regierung, dass Bern und Athen das Thema erörtern werden.

Laut den von der – sich auf die Athener Nachrichtenagentur berufenden – schweizerischen Zeitung „Tages-Anzeiger“ am Samstag publizierten Angaben betragen die griechischen Guthaben in der Schweiz 1,5 Milliarden Schweizer Franken (1,4 Milliarden Euro). Roland Meier bestätigte diesen Betrag jedoch nicht.

Was diese Summe betrifft, ist ein Teil davon deklariert worden. Ein weiterer Teil der Summe stellt ein Produkt der Steuerhinterziehung dar oder es handelt sich um Beträge, deren Berechtigte von generösen Steuerbefreiungen in Griechenland (Reeder) profitiert haben und die gesetzlich von jeder Belastung befreit sind.

Die schweizerischen Behörden haben von ihrer Seite bisher erklärt, keine Einzelheiten über diese Guthaben zu kennen. Eine einschlägige Frage eines Abgeordneten beantwortend erklärte die Finanzministerin der Schweiz, Eveline Widmer-Schlumpf, am 09 März: „Der Bundesrat (die Schweizer Regierung) hat keinerlei Information in Zusammenhang mit der Höhe der nicht versteuerten griechischen Guthaben in der Schweiz.

In den letzten Tagen brachten die schweizerischen Medien ihre Überraschung über den Umstand zum Ausdruck, dass Athen trotz des dringenden Liquiditätsbedarfs nichts zur Rückgewinnung der Beträge unternommen hat, welche griechische Bürger auf Konten bei den Schweizer Banken führen. Am Freitag (20 März 2015) erklärte der griechische Premierminister Alexis Tsipras aus Brüssel, in der kommenden Woche werde der Staatsminister der Schweiz Athen für einen „essentiellen Gedankenaustausch“ besuchen, der sich auf Guthaben von Griechen bei Banken der Schweiz bezieht, die nicht versteuert worden sind.

Die letzte Begegnung auf hoher Ebene zwischen Bern und Athen in Zusammenhang mit dem selben Thema ist auf den 04 Februar 2014 datiert. Der Schweizer Finanzminister hatte sich damals mit seinem griechischen Amtskollegen Giannis Stournaras getroffen und laut den schweizerischen Medien eine Lösung zur Regelung des Themas vorgeschlagen.

Ergänzend sei angemerkt, dass im Rahmen einer konzertierten Hetzkampagne deutscher Medien gegen Griechenland jüngst die völlig hirnverbrannte Behauptung verbreitet wurde, die in Rede stehenden Guthaben belaufen sich auf insgesamt 800 Mrd. Euro.

(Quelle: euro2day.gr)

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  1. V 99%
    23. März 2015, 20:21 | #1

    Die 800 Milliarden waren eine Erfindung der WELT am Sonntag. Alle anderen haben abgeschrieben. Wieviel da wirklich rumliegt wird bestimmt keiner in der Zeitung schreiben …
    Auf 799,2 Milliarden mehr oder weniger kommt es bei Griechenland auch nicht mehr an

  2. LiFe
    23. März 2015, 20:30 | #2

    Ich denke Griechenlands Geschichte ist es zu verdanken, dass nie unternehmerische Tätigkeiten zustande kommen konnte. Wäre Griechenland ein freies Land gewesen, dann hätte Onassis statt in Monaco ganz gewiß in Griechenland investiert. Viele Griechen ließen sich in Nordafrika nieder. Aufgrund von politischen Ereignisse erfuhren Exil-Griechen Enteignungen. Ich denke man kann Reiche verdammen, man kann sie aber auch verstehen, denn einmal die Leiter nach unten fallen, dann weiß man wie schwer es ist wieder nach oben zu kommen. Nichts fürchtet der Reiche mehr als Armut.

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