Schäuble bestreitet, Griechenlands Finanzminister beleidigt zu haben

13. März 2015 / Aufrufe: 1.528

Wolfgang Schäuble bestreitet, Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis als idiotisch naiv bezeichnet zu haben.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble bestritt gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, seinen griechischen Amtskollegen beleidigt zu haben. Aufgefordert, Athens Protest an das deutsche Außenministerium wegen des Themas zu kommentieren, antwortete er:  „Nein, ich habe meinen griechischen Amtskollegen nicht beleidigt, das ist Blödsinn.

Laut der Deutschen Welle führt Wolfgang Schäuble die ganze Sache (also Yanis Varoufakis idiotisch naiv genannt zu haben), auf eine schlechte Übersetzung zurück und ergänzte, es sei nicht üblich, dass die Gespräche zwischen Ministern nach draußen dringen.

Varoufakis: „Auge gegen Auge“ macht alle blind …

Das griechische Außenministerium hat wegen der am vergangenen Montag (09 März 2015) nach der Konferenz der Eurogruppe erfolgten Erklärungen des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble eine Protestnote übergeben.

Bei einem TV-Interview am 11 März 2015 vermied Yanis Varoufakis seinerseits, noch mehr Öl ins Feuer zu schütten, und erklärte, es sei seine politische Entscheidung und Haltung der Zivilisation, sich an einem solchen „Wettbewerb“ nicht zu beteiligen. Weiter fügte er – Gandhi zietierend – an, die Taktik „Auge gegen Auge“ führe dazu, dass schließlich alle blind sind.

Schäuble fordert tiefere Verbeugung
Schäuble: „Kannst Du Dich nicht tiefer bücken, wenn Du zu mir sprichst?“ – Dijsselbloem: „Kann ich, muss aber Spielraum lassen, damit Varoufakis sich noch tiefer bückt als ich.“ (Quelle: To Pontiki ©)

(Quelle: To Pontiki)

  1. Kleoni
    13. März 2015, 18:13 | #1

    Herr Schäuble ist es nicht gewohnt, dass ihm widersprochen wird. Herr Varoufakis argumentiert, widerspricht und sagt nicht – wie die bisherigen Regierungen – zu allem ja und Amen, wenn es darum geht, das wenige vorhandene Geld von 90% aller Griechen an die 10% griechische Oberschicht zu verschieben. Ich hoffe, dass das Vertrauen der griechischen Bevölkerung Herr Varoufakis hilft Haltung zu bewahren und für ein gerechteres Griechenland zu kämpfen.

  2. Bella
    13. März 2015, 19:47 | #2

    Hallo Griechenland, seit Beginn der Krise hattet ihr noch nie eine bessere Regierung, denn sie versucht euch eure Würde wieder zu geben. Freilich kann sie nicht zaubern und in 6 Wochen ein gerechtes Steuersystem zustandebringen, das ihre Vorgänger unter Troika-Aufsicht in 5 Jahren nicht fertig gebracht haben. Verliert Syriza, wird Griechenland eine zweite Ukraine, ein Land im Chaos. Syriza ist die letzte Chance für Griechenland … bitte nicht leichtfertig diese Chance verspielen …

  3. Jörg
    14. März 2015, 14:33 | #3

    Eine Regierung wird an ihren Taten gemessen , die sie vollbracht haben. Viele der hier zitierte Dinge müssen nicht neu erfunden werden, die liegen irgendwo in irgendwelchen Schubladen . Die einfache Variante ist natürlich: erhöht für den Normalbürger die Steuern, der hat ja immer so viel. Ich denke auch nicht das die griechische Darstellung der Dinge immer der Realität entspicht. Die kritischen Stimmen werden einfach weg gelassen und man lobt die Taten der jetzigen Regierung . Allerdings lebt Herr Varoufakis wirklich nicht schlecht und in der einschlägigen Presse sieht er immer gut aus. Ob das dem Normalbürger wirklich hilft, das bezweifele ich. Wie schon gesagt, kritische Stimmen veröffentlicht man gar nicht erst.

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