Griechenland kriminalisiert Bullying

22. März 2015 / Aufrufe: 1.126

Nachdem in Griechenland ein Student vermutlich von Kommilitonen in den Selbstmord getrieben wurde, soll das sogenannte Bullying mit Freiheitsstrafen geahndet werden.

Gemäß einer von dem Justizministerium in Griechenland in einen aktuellen Gesetzentwurf über die Abschaffung der Hochsicherheitsgefängnisse aufgenommenen Bestimmung wird das sogenannte Bullying fortan mit einer Freiheitsstrafe von wenigstens sechs Monaten geahndet.

Der griechische Justizminister Nikos Paraskevopoulos strebt damit an, eine gesetzliche Lücke abzudecken, die mittels der Tragik des aus Kreta stammenden und an einer Fachhochschule in Ioannina immatrikulierten Studenten Vangelis Giakoumakis ans Licht geriet, der dem Bullying zum Opfer gefallen sein soll, bevor in Ioannina der dramatische Epilog seines Lebens geschrieben wurde.

Freiheitsstrafen auch wegen Unterlassung

Mit einer Strafe belegt werden wird fortan ebenfalls, wer böswillig seine Pflichten vernachlässigte und das Geschehen nicht – wie geschuldet – abwendete. Die neue gesetzliche Bestimmung, mit der Artikel 312 des griechischen Strafgesetzbuchs und der Titel des Artikels substituiert wird, lautet wörtlich:

Artikel 312. Verursachung eines Schadens durch fortgesetztes hartes Verhalten.

Wenn kein Fall einer schwereren Straftat einhergeht, wird mit einer Freiheitsstrafe bestraft, wer durch ein kontinuierliches hartes Verhalten einem Dritten eine körperliche Misshandlung oder sonstigen Schaden seiner körperlichen oder psychischen Gesundheit zufügt.

Wenn das Opfer noch nicht das Alter seines achtzehnten Lebensjahr vollendete oder sich nicht zu verteidigen vermag und es der Fürsorge oder dem Schutz des Täters untersteht oder dem Haushalt des Täters angehört oder in einem Beschäftigungs- oder Dienstverhältnis zu ihm steht oder der zu seiner Fürsorge Verpflichtete es dessen Macht überließ, wird eine Freiheitsstrafe von wenigstens sechs Monaten verhängt.

Mit der selben Strafe wird bestraft, wer unter böswilliger Vernachlässigung seiner Verpflichtungen hinsichtlich der vorstehend angeführten Personen zum Anlass wird, dass sie eine körperliche Misshandlung oder einen Schaden ihrer körperlichen oder psychischen Gesundheit erleiden.

(Quelle: The TOC)

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