Die nächste Zäsur in der Eurokrise – Griechenland vs EU

20. März 2015 / Aufrufe: 1.235

Die sich um den Fall Griechenland ergebenden Entwicklungen stellen eine weitere Zäsur in der Eurokrise dar.

Nach der am Dienstag vorletzter Woche zwischen Athen und den Institutionen der EU erzielten vorläufigen Einigung wurde die Diskussion um den Euro-Raum neu angefacht. Die sich in Zusammenhang mit Griechenland ergebenden Entwicklungen stellen eine weitere Zäsur in der Eurokrise dar und es ist wichtig, diese neue Situation vertieft zu analysieren. Die Analyse erfolgt entlang dreier in der öffentlichen Diskussion in Deutschland dominanter Fragen, die hervorragend durch die Situation führen und auch den Hintergrund für die deutlich abweichende Bewertung der Ergebnisse und Situation von meiner Seite bieten:

  • Wichtigkeit der Berücksichtigung der Schuld Griechenlands an der Situation. Ist deswegen die Härte angebracht und es nur legitim, die deutschen und europäischen Interessen so zu vertreten?
  • Bewertung der Verhandlungen und Einschätzung zur Verhandlungsmacht der griechischen Regierung. Ist sie wirklich so schwach und eine „Laientruppe“?
  • Griechenlands Alternativen ohne die EU.

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KategorienPolitik
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  1. jensen
    20. März 2015, 11:31 | #1

    Mittlerweile haben beide Seiten einen Mangel an Alternativen, was die Vehandlungsoptionen angeht. Europäische Wähler haben die Rettungspakete von vornherein nur mit knirschenden Zähnen mitgetragen. Ein zu großes Entgegenkommen auf dieser Seite wäre politischer Selbstmord, nicht nur in Deutschland. Allzu große Entbehrungen wollen auch die Griechen auf der anderen Seite nicht mehr tragen. Hier steht sozusagen Wähler gegen Wähler, traurig, dass es soweit kommen musste. Die Zeit der politischen Spielchen sollte langsam mal zu Ende gehen. Gebraucht wird ein Konzept, an das beide Seiten glauben können und dass beider Seiten Interessen berücksichtigt. Der politische Spielraum ist zwar ausdrücklich sehr begrenzt, aber man muss halt mit dem arbeiten was man hat. Herr Tsipras hat jetzt verkündet ein solches Konzept vorzulegen, wenn dies nicht geschieht, weiß ich nicht wie man dem Wähler die Situatin noch länger erklären soll, da helfen dann auch keine politischen Taschenspielertricks. Irgendwann überwiegt der Nutzen eines Griechenlandaustritts seinen Schaden, dass werden auch die Politiker beider Seiten irgendwann einsehen müssen.

  2. Kleoni
    20. März 2015, 20:14 | #2

    ich denke, dass man auch mit vielen kleinen Gesten die vergangene verbale Klimavergiftung wieder entgiften könnte. Wenn die Kontrollorgane nicht mehr wie Kriminalkomissare in Athen aufmarschieren würden, sozusagen zur Inquisition schreiten, sondern etwas legerer und als Beraterteam angereist kämen. Beratung statt Bevormundung. Dabei sollen Fehler und Mängel durchaus auf den Tisch kommen, aber um effektiv zu korrigieren, braucht es fachkompetente Beratung, damit auch Effizienz erzielt werden kann.
    Um eine Verwaltung effizient zu machen, müssen erst mal Leute für spezielle Aufgaben geschult werden, das kann nur mit Wissenstransfer von Verwaltungsleuten aus Ländern, geschehen die eine funktionierende Verwaltung haben. Aufbau eines Katasters. Sicher gibt es viele griechische Vermessungsfachleute, aber auch hier muss ein spezifischer Wissenstransfer über den Aufbau einer entsprechenden Behörde erfolgen. Computerprogramme alleine genügen eben nicht, um Effizient zu erzielen, dazu braucht es einfach auch die entsprechende Erfahrung, damit vermieden wird, dass das Pferd am Schwanz aufgezäumt wird.

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