Griechenland soll Bulgariens Beispiel folgen

20. März 2015 / Aufrufe: 2.077

Bulgariens Premier meint, Griechenland habe dem Beispiel seines Landes zu folgen, das eine der geringsten Verschuldungen, aber auch die größte Armut in der EU aufweist.

Bulgariens Premierminister Bojko Borissow erklärte, für Griechenland sei der Moment gekommen, sich ein Beispiel an der Wirtschaftspolitik seines eigenen Landes zu nehmen, das – wie er betonte – nach der Umsetzung eines drastischen Austeritäts-Programms mittlerweise zu den am geringsten verschuldeten Staaten der Europäischen Union zähle.

Es ist die Stunde gekommen, dass unsere Nachbarn, die der Eurozone und – was mit Bulgarien noch nicht der Fall ist – Schengen angehören wollen, ihre Verpflichtungen respektieren und die Regeln umsetzen„, erklärte Borissow am Rand des europäischen Gipfeltreffens in Brüssel am 10 März 2015 und fügte an: „Auch für uns ist es schwer, wir hatten Schwierigkeiten, die alten Kredite zu tilgen, jedoch haben wir es getan.

Durchschnittlich 400 Euro Lohn und 100 Euro Rente

Bulgarien, dessen öffentliche Verschuldung Mitte des Jahrzehnts 1990 rund 100% des BIP erreichte, wurde unter der Schirmherrschaft des Internationalen Währungsfonds nach der Krise 1996 – 1997 ein drakonisches Austeritäts-Regime auferlegt. Somit sank die fiskalische Verschuldung des Landes von 97,3% des BIP im Jahr 1997 auf 18,3% im Jahr 2013, laut Eurostat die zweitniedrigsten Verschuldung innerhalb der EU.

Das in Bulgarien weiterhin umgesetzte Austeritäts-Programm hatte die drastische Senkung der öffentlichen Ausgaben zum Resultat, was einen großen Rückgang des Lebensniveaus der Bulgaren verursachte. Bulgarien ist derzeit das ärmste Land der EU, wobei gemäß den Eurostat-Daten 48% seiner Einwohner von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Der durchschnittliche (Monats-) Lohn beträgt gerade einmal 400 Euro und die durchschnittliche (Alters-) Rente nur 100 Euro.

(Quelle: huffingtonpost.gr)

  1. Bella
    20. März 2015, 19:27 | #1

    Das Beispiel Bulgarien zeigt, wohin der Spartod führt, in die totale Verarmung. Dies den Griechen als Vorbild anzudienen ist wie einen Krebskranken zu sagen kurz vor seinem Tode würde es ihm besser gehen.

  2. LiFe
    21. März 2015, 00:41 | #2

    Den Baustop der South Stream konnte Bojko Borrisow nicht verhindern. Getätigte Investitionen für den Bau der Pipeline wurden in den Sand gesetzt und Transit-Tantiemen sind futsch. Damit wird die Armut gemeint sein.

  3. Hella
    21. März 2015, 10:26 | #3

    Griechen aus grenznahen Gebieten fahren nach Bulgarien um dort einzukaufen,denn Treibstoffe und Lebensmittel sind dort viel, viel billiger,wohlhabende Griechen melden dort ihre teuren Autos an, weil die KFZ Steuer dort ein Bruchteil der griechischen beträgt, Mieten, Autobahngebüren … sind dort viel niedriger, bei LIDL bezahlt man dort weniger als in Griechenland fürs nämliche Produkt. Ich will sagen ,man muss die Kaufkraft des Euro jeden Landes in Betracht ziehen. Davon ausgegangen bekommt ein Bulgare für seine 400 Euro Lohn möglicherweise mehr als der Grieche in Griechenland für seine Euro-einkommen. Mag auch sein dass die Rechnung auf Parität hinausläuft

  4. Willi Blersch
    15. April 2015, 23:08 | #4

    Dank an unseren alt-Bundeskanzler, der euro war und Ist das schlimmste, was er geschaffen hat. Es gibt irgendwann noch schlimmste Krisen deswegen. Dieser euro dient nicht dem Frieden der eurovölker, im Gegenteil …

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