Anstieg der Teilzeitbeschäftigung in Griechenland um 40 Prozent

19. März 2015 / Aufrufe: 1.014

Laut den Daten des Versicherungsträgers IKA nahm in Griechenland innerhalb nur eines Jahres die Teilzeitbeschäftigung um rund 40 Prozent zu.

Gemäß den Daten aus den bei der IKA eingereichten sogenannten „Analytischen Periodischen Deklarationen“ (APD) wurde im Juli 2014 im Verhältnis zu Juli 2013 bei den allgemeinen Unternehmen ein Anstieg der Teilzeitbeschäftigung um 38,83% verzeichnet.

Einem entgegen gesetzten Verlauf folgte dagegen der durchschnittliche Lohn, der bei den allgemeinen Unternehmen um 7,64% und bei den bautechnischen Projekten um 8,25% sank.

Fast ein Viertel der Beschäftigten bezeichnen sich als Bürokräfte

Aus den selben Daten geht hervor, dass der durchschnittliche (Monats-) Lohn bei der IKA versicherter Vollzeitbeschäftigter in allgemeinen Unternehmen 1.233 Euro und der durchschnittliche Tageslohn 51,48 erreichten. Entsprechend betragen dagegen für Teilzeitbeschäftigung der durchschnittliche Lohn 442,37 Euro und der durchschnittliche Tageslohn 24,06 Euro.

Im Juli 2014 wurden 241.039 Unternehmen verzeichnet (229.796 allgemeine und 11.243 aus bautechnischen Projekten). Entsprechend ergaben sich 1.811.164 Versicherte, von denen 1.775.927 aus allgemeinen Unternehmen herrühren und die übrigen 35.237 in bautechnischen Projekten beschäftigt sind.

Im Verhältnis zum Vormonat wird aus den Angaben der IKA ein Anstieg bei der Gesamtheit der Versicherten um 0,19% sowie ein Anstieg des Durchschnittslohns um 3,06% bei den allgemeinen Unternehmen und um 3,88% beiden bautechnischen Projekten festgestellt. Im Vergleich zu Juli 2013 zeigen die Daten der IKA für die Gesamtheit der Unternehmen einen Anstieg der Anzahl der Versicherten um 15,09%: Bei den allgemeinen Unternehmen stieg die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten um 11,16% und der Teilzeitbeschäftigten um 38,83% an. Ebenfalls nahm die Anzahl der ausländischen Versicherten um 21,54% zu.

Die Angaben der IKA weiter analysierend ergibt sich, dass 73,8% der Unternehmen ab 25 bis 49 Jahre alt sind, sowie ebenfalls, dass von der Gesamtheit der Versicherten 21,01% im Groß- und Einzelhandel, 19,36% in Hotels und Restaurants und 13,77% im Zweig der weiterverarbeitenden Industriebetriebe beschäftigt sind. Speziell in der Branche „Hotels und Restaurants“ sind fast einer von vier Versicherten (24,93%) Ausländer. Der entsprechende Ausländeranteil erreicht im Zweig des Bauwesens 26,91% und bei den weiterverarbeitenden Industriebetrieben 13,75%.

Bezüglich ihres Berufs bezeichnen sich die meisten Versicherten der IKA in den allgemeinen Unternehmen zu einem Anteil von 22,75% als „Bürokräfte“.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. peribalon
    19. März 2015, 20:07 | #1

    Ein sehr Großer teil dieser Neuen Teilzeitbeschäftigten sind scheinbeschäftigte, die Bezahlen den eigen Anteil des Beitrags an IKA damit sie eine Krankenversicherung haben.
    (2014 wurden die Jahresbeitrag von 100 auf 50 Tagessetzten heruntergesetzt. damit, sich Bürger bei IKA leichter Krankenversichern können.)

  2. Christian Schramayr
    20. März 2015, 00:19 | #2

    Ich konnte es nicht glauben und haben den Artikel „Αύξηση 38,83% στη μερική απασχόληση μέσα σε ένα έτος“ vom 12.3.2015 bei http://www.dikaiologitika.gr nachgelesen – der gleiche uninspirierte Zahlensalat! An der GR-Blog-Übersetzung kann es also nicht liegen!
    Gleichartige Zeitungsartikel habe ich in Griechenland schon öfters gesehen und mich als „ξενόγλωσσος“ jedesmal gewundert, was man aus diesen erfahren soll: z. B. …, dass 73,8 % der Unternehmen zwischen 25 und 49 Jahre alt sind, ist schön und gut – aber wie alt sind die übrigen 26,2%? – Was mich aktuell wesentlich mehr interessieren würde, wieviel „Jununternehmer“ oder „Neugründungen“ gab es? Derart tagespolitische Bezüge werden nicht nur im ggst Artikel „ausgeblendet“, sondern auch in anderen. Haben alle griechischen Journalisten die berühmte „politische Schere im Kopf“ oder lese ich derartige Berichte so gänzlich anders als „Giorgo-Normalgrieche“?

  3. Petroulla
    20. März 2015, 01:09 | #3

    Es handelt sich nicht um einen wirklichen Anstieg der Teilzeitbeschäftigung, sondern um einen Anstieg der Arbeitgeber, die ihre vollbeschäftigten Mitarbeiter nur teilzeit anmelden, um Geld zu sparen. Und aus Not, ehe man gar keine Arbeit hat, akzeptieren die Angestellten. Und werden zum Schluß noch damit erpreßt, z.B. dann, wenn sie auf die Idee kommen, ihre ausstehenden Löhne einzufordern. Ist auch mir persönlich so ergangen. Übrigens, die wirklichen Löhne im Hotelgewerbe betragen 20 – 25 € pro Tag bei 10 – 12 Stunden Arbeitszeit und 7 Tagen die Woche. So funktioniert das gesamte System, aber das will keiner sehen und sucht die Schuld immer anderswo.

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