Über 500000 Immobilien in Griechenland hängen in der Luft

25. Februar 2015 / Aufrufe: 1.476

In ganz Griechenland werden sich mehr als eine halbe Million Eigentümer von Immobilien in ehemaligen Forstgebieten mit Ansprüchen des Fiskus konfrontiert sehen.

Das Finanzministerium in Griechenland hat begonnen, an mehr als 500.000 Immobilienbesitzer Bescheide zu verschicken, mit denen es Flächen beansprucht, die einmal Forstflächen waren und legal bebaut wurden, jedoch nicht ihren öffentlichen Charakter verloren. Der Staat beansprucht in Regionen in ganz Griechenland Flächen, die irgendwann – sogar auch vor 100 Jahren – als Forstflächen charakterisiert waren, und stellt laut einer Reportage in der Zeitung „Ta Nea“ sogar auch (Besitz-) Titel und Ersitzungen in Frage.

Es handelt sich allerdings um Gebiete, die regulär in den Bebauungsplan aufgenommen und völlig legal bebaut wurden, dabei jedoch nur den Forst- und nicht den öffentlichen Charakter verloren haben. Laut Quellen der Bezirksdirektion Attikas für öffentliches Vermögen sind inzwischen bereits rund 19.000 Benachrichtigungen an Eigentümer von Immobilien in (den Athener Vorstadtbezirken) Galatsi, Agia Varvara, Nea Ioni, Irakleio, Peristeri und Chaidari verschickt worden.

(Quelle: in.gr)

  1. GR-Block
    25. Februar 2015, 23:01 | #1

    Über 500000 Immobilien in Griechenland hängen in der Luft“ – Das achte Weltwunder? Nein, die hängenden Gärten werden dem Fiskus kein Geld bringen. Es ist sinnlos, auf solche Wunder zu warten. Immobilien waren in GR noch nie ein gutes Spekulationsobjekt, auch nicht für den Staat. Zu viele Menschen hatten nämlich noch ihre eigenen Immobilien, die sie nicht verkonsumiert hatten, wie in den industrialisierten Konsumstaaten mit gewuchertem BIP.
    Wenn man bei den Menschen nicht mehr Einkommensteuern abziehen kann, weil kaum jemand mehr ein Einkommen hat, dann ist es sinnlos, deren Immobilien „einzuziehen“. Denn die sind nichts wert. Und mit nicht-spekulierbaren Immobilien kann eine Regierung keine … Waffen, Autobahnen usw. kaufen.

  2. Fritz Harmsen
    27. Februar 2015, 19:00 | #2

    Damit bestätigt sich wieder die Rechtsunsicherheit in Griechenland. Der griechische Staat kann nach Belieben Grundstücke einziehen ohne Rücksicht auf die Besitzer, die damit mittellos auf der Straße sitzen. Das ist auch der Hauptgrund, warum es in Griechenland zu keinem Zeitpunkt möglich sein wird, ein Katasterwesen einzuführen. Erst wird verstaatlicht und anschließend zum Nulltarif an bevorzugte Kreise (griechische Oligarchen) reprivatisiert.

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