Nicht Griechenland, sondern Italien ist Europas Zeitbombe

22. Februar 2015 / Aufrufe: 6.070
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Laut einem in der Washington Post publizierten Beitrag ist nicht Griechenland, sondern Italien die wirkliche Zeitbombe für Europa.

Italien und nicht Griechenland ist die wirkliche Zeitbombe Europas„, berichtet in einem neulich publizierten  Artikel die Washington Post mit einer Analyse, die von den italienischen Medien mit besonderem Nachdruck kommentiert wurde.

Laut der amerikanischen Zeitung „hat seit der Schaffung des Euro vor 16 Jahren die italienische Wirtschaft einen Zuwachs von knapp 4% verzeichnet, was eine noch schlechtere Leistung als die Griechenlands ist„.

Italiens Verschuldung ist zu hoch, um ignoriert werden zu können

Die Probleme beziehen sich auch auf Angebot und Nachfrage, es ist sehr schwierig, ein neues Unternehmen zu gründen, sehr schwer, es zu stützen, aber auch sehr schwer, Personal zu entlassen. Etwas, das in günstigen Perioden die Wirtschaft dysfunktional macht und sie zum Untergang verurteilt, wenn es eine Krise gibt„, führt die Washington Post ebenfalls an.

Im weiteren Verlauf schreitet die Zeitung zu folgender Analyse: „Portugal und Griechenland haben viele Schulden und wurden in Rettungsprogramme aufgenommen, allerdings begannen sie sich zumindest zu erholen und sind Wirtschaften kleiner Dimensionen, was Europa gestattet, die Lösung des Problems zu übernehmen. Italien zeigt jedoch keine Anzeichen für einen Aufschwung und seine Verschuldung ist übermäßig hoch, um ignoriert werden zu können. Was bedeutet, dass dieses Land beginnen muss, ein größeres Wachstum als von nur 0,25% im Jahr zu haben„.

Es sei angemerkt, dass die italienische Regierungsführung – mit jüngstem Beispiel den Finanzminister Pier Carlo Padoan – als beständige Position betont, die öffentliche Verschuldung sei absolut handhabbar und es gehe absolut keiner Grund zur Beunruhigung über die fiskalische Situation des Landes einher.

(Quellen: To Pontiki, Washington Post)

  1. H.Trickler
    22. Februar 2015, 08:46 | #1

    Bezüglich der aktuellen Schulden ist zweifellos Italien die grösste Bedrohung für den Euroraum. Längerfristig darf man aber auch Frankreich nicht übersehen!

  2. Ego
    22. Februar 2015, 09:08 | #2

    Zum letzten Satz des Artikels nur eine Anmerkung: Das hat Papandreu seinerzeit auch gesagt, als die Griechenlandkrise begann …

  3. luna
    22. Februar 2015, 11:45 | #3

    Als Italienkenner lese ich diesen Bericht nicht gern, muss ihm jedoch Recht geben. Momentan arbeitet die Regierung Renzi an der Umsetzung seiner Jobacts. Lockerung des Kündigungsschutzes, Anreize für Unternehmen … . Ein großes Problem in Italien ist die Mafia, die kriminell mehr Umsatz erwirtschaftet als Italien selbst. Diese kriminelle Organisation sollte beseitigt werden und der Korruption muss noch mehr der Kampf angesagt werden. Erst dann kann Italien wachsen. Die Regierung Renzi ist seit einem Jahr im Amt und wird weitere richtige Schritte einleiten, damit es wieder aufwärts geht. Berlusconi hat sich und Italien 20 Jahre korrumpiert da braucht es eine Weile bis das Land auf den richtigen Weg kommt.

  4. Europäer
    22. Februar 2015, 18:37 | #4

    Italien kann es schaffen, wieder wettbewerbsfähig zu werden. Anders als Griechenland hat Italien Produkte, die durchaus auf dem Weltmarkt gefragt sind. Italien muss nun sparen und reformieren, um wettbewerbsfähig und vor allem günstiger zu werden. Dann können sie es schaffen. Bei Griechenland leider habe ich so meine Bedenken.

  5. rene
    22. Februar 2015, 19:28 | #5

    Selbstverstaendlich ist Griechenland oder Italien Augenwischerei. Die groesste Bedrohung stellt Deutschland dar, sorry die BRD. In ihrer Eigenschaft als besetztes Land, respective heute US-Kolonie stellt sie die groesste Gefahr fuer Europa, dessen Wirtschaft dem Euro und den Frieden ueberhaupt dar. Die Elite wird also irgendwann der USA die Erlaubnis geben, Deutschland endgueltig zu fleddern, zu opfern oder sonstwohin zu schicken … das wird Europa in seine 3. Katastrophe fuehren. DEUTSCHLAND als BRD ist DAS Problem Europas.

  6. space night
    22. Februar 2015, 19:45 | #6

    Kommt Leute … seit Jahrzehnten weisen die sogenannten „Verschwörungstheoretiker“ darauf hin, dass eine massive und nicht rückführbare Verschuldung aller EU Länder gewollt ist. Das selbe trifft auf die unkontrollierte Massenzuwanderung durch offene Grenzen und die fortschreitende Deindustrialisierung zu. Italien, Griechenland, Portugal, Frankreich … alles defacto Pleite-Staaten und ebenso das Migrationsdesaster ist nicht mehr aufzuhalten. Alles gesteuert und genau so wie es kommt, gewollt! Das derzeit noch „halbwegs“ demokratische Europa soll eine Faschistdoide Staatsregierung übergestülpt bekommen und dazu ist das herannahende völlige Chaos notwendig um diese Pläne umzusetzen. Ich kann das Gefasel über Rettungspläne und Hilfsschirme nicht mehr hören, das sind genau die Mittel um den Zusammenbruch noch zu beschleunigen. Wir stehen kurz vor einer globalen Apokalypse mit Ankündigung … und das hat schon lange nichts mehr mit einer Theorie zu tun, das ist tägliche Praxis. Vom herannahenden Kriegen ganz zu schweigen. Kriege, aus welchen Deutschland dank seiner politischen Vollpfosten nur als Verlierer hervor gehen kann! Ich sag nur: die Guide Stones von Georgia.

  7. andreas kahl
    22. Februar 2015, 23:23 | #7

    Es ist völliger Quatsch so über verschiedenen Länder zu reden. Es ist so, dass einige Länder wie Italien, Spanien und Portugal über ihre Verhältnisse leben und einsparen sollten und Deutschland seit Jahren Überschüsse produziert und langsam Probleme hat sie loszuwerden, weil halb Europa pleite ist. In Deutschland sind die Reallöhne seit über 10 Jahre nicht mehr gestiegen!! Frankreich hat die Maastrich-Kriterien eingehalten und wird von Deutschland dafür abgestraft. Es gibt eine Möglichkeit: Die Löhne in Deutschland müssen enorm steigen,damit die Lohnstückkosten steigen, die Produkte demtentsprechend teurer verkauft werden müssen und andere Länder die Möglichkeut haben, auf dem Markt wieder ihre Produkte verkaufen zu können. Dies müssen auch die Gewerkschaften endlich kapieren. Die GDL (Gewerschaft der Lokomotivführer) macht es vor und kriegt ständig Anfeindungen von allen Seiten. Deutschland muss über seine Verhältnisse leben, Schulden machen, damit die anderen EU-Länder mal wieder aus dem Klammergriff sich befreien können. Die eigentliche Gefahr geht von dem Billiglohnland Deutschland aus, Lohndumping und Zeitverträge sind an der Tgesordnung. Auch hier sehe ich ständig Rentner in Mülltonnen suchen. Das gibt es auch in Deutschland. Diese Agenda soll der Weg für ganz Europa sein. Der Binnenmarkt in Deutschland wird immer schwächer, weil keiner mehr Geld hat die Produkte zu kaufen. Wer kauft die Produkte. Deutschland produziert sich doof. Aber sonst keiner mehr. Ist doch albern Nur die Regierung kapiert es nicht. Sie sparen bis es kracht. So What? Was ist das für eine EU wo jeder auf das letzte Hemd ausgezogen wird, jeder gegen den anderen hetzt und ein paar Multinationale Konzerne sich die Taschen aber so was von voll machen. Sie bunkern und spielen Casino. Keiner investiert. Viel zu unsicher. Nur wer soll demnächst noch die Produkte kaufen? Wenn die europäische Linke es nicht schafft für die Menschenrechte viele Menschen zu mobilisieren wird alles andere dann, ich will es kaum aussprechen, rechtsradikal geordnet. Alles schon dagewesen.
    -Es ist elendig- alles dreht sich um Zahlen. Langsam vergessen wir was das Zusammenleben ausmacht. –
    (Dieser Text ist inspiriert von dem grandiosen Heiner Flassbeck, schönen Gruß – „economics“).

  8. GR-Block
    22. Februar 2015, 23:25 | #8

    Das wirkliche Problem sind in der Tat die selbsternannten „Exportstaaten“. Da deren Glück nach eigenem Ermessen vom Exportüberschuss abhängt, werden sie nach dem Highlander-Motto, einen erbitterten Kampf ausfechten. Der Sieger daraus steht noch lange nicht fest.
    Anders sieht die Situation z.B. in GR aus. Weil GR zu seiner Gesundung lediglich seinen eigenen Markt zurück braucht, ist es prinzipiell einfach. Die Schwierigkeit ist nur, die korrupte Klientelwirtschaft der FUKG-US-Staaten hinaus zu komplimentieren aus Athen. Mit der Wahl von SYRIZA hat das Volk diesbezüglich einen ersten Schritt getan. Wenn die EU nicht spurt, dann folgt der Austritt aus dem Binnenmarkt. Es besteht also Hoffnung. Insofern ist der Aufstand der Alt-EU gegen die Umbruchsversuche GRs 2012 und 2015 ein gutes Zeichen. Jetzt liegt es an Spanien nachzuziehen. Wenn es zu einer Paella-Souvlaki-Koallition kommt, dann schwimmen den „Investoren“ aus den westeuropäischen Steuerparadiesen die Schmiergeld-Milliarden weg.

  9. Sven
    23. Februar 2015, 01:04 | #9

    „über die Verhältnisse gelebt“ haben nicht die Südländer, sondern vielleicht das reiche 1% in diesen Ländern. Wenn Sie sich heute in Griechenland umschauen, werden Sie sehen, dass die öffentliche Infrastruktur um etwa 20-30 Jahre hinten dran ist. Veraltete Krankenhäuser, kaputte Strassen, Athen hat nur 3 Metrolinien für 4 Millionen Menschen, wo in Europa gibt’s denn sowas? Die neuen Autobahnen waren auch nur Alibi-Projekte, um das Versickern der Milliarden auf Privatkonten zu verschleiern. Beim Militärbudget haben die Griechen wirklich als Staat über ihre Verhältnisse gelebt, aber auch hier nicht ohne Beteiligung der Bundesregierung. Diese hat nämlich immer wieder Kreditzusagen an Rüstungsdeals gebunden, so dass die Griechen mindestens dazu überredet – wenn nicht sogar gezwungen – wurden, Waffen zu kaufen. Also, alles Vetternwirtschaft zwischen den Deutschen und den Griechischen Eliten, und jetzt soll das Volk zahlen. Klingt vielleicht verschwörungtheoretisch, ist aber so, sorry.

  10. Walter
    24. März 2015, 22:08 | #10

    Frankreich hält keins der Maastricht Kriterien ein, Gesamtschulden liegen mit 92% weit über 60% des BIP und Neuverschuldung mit ca. 100 Mrd. € bei 5% – 6% vom BIP statt max. 3%.

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