Neue Provokation gegen Griechenland

21. Februar 2015 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 4.557

In der Bemühung, Schäubles Fauxpas zu rechtfertigen, verbreitet die Bild-Zeitung die Behauptung, Griechenland habe ein falsches Schreiben nach Brüssel geschickt.

Die deutsche Zeitung „Bild“ behauptet in einem Artikel, das von der griechischen Regierung an Brüssel geschickte Schreiben sei das falsche gewesen.

Unter Berufung auf Regierungskreise berichtet die Zeitung, der griechische Premierminister Alexis Tsipras in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden der Kommission, Jean Claude Juncker, und dem Vorsitzenden der Eurogrupe, Jeroen Dijsselbloem, hatten ein Schreiben vorbereitet, um die Unterstützung der europäischen Partner sicherzustellen.

Die kranke Fantasie gewisser Personen tangiert die Provokation

Laut der „Bild“ schickte jedoch der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis ein modifiziertes Schreiben, in dem die Versicherungen fehlten, dass Griechenland die von der vorherigen Regierung vereinbarten Rettungsbedingungen akzeptieren werde. Der Artikel endet mit der Behauptung, der griechische Premierminister habe dies im Gespräch mit Frau Merkel und Herrn Dijsselbloem auf einen „Verwaltungsirrtum“ zurückgeführt.

Es sei angemerkt, dass die Nachricht bereits in den deutschen Medien verbreitet wurde und auf diese Weise versucht wird, Schäubles anfängliches „Nein“ zu dem griechischen Vorschlag zu rechtfertigen. Die griechische Regierung wurde natürlich über den Artikel informiert, dementierte ihn kategorisch und sprach von „fantasievollen Szenarien“ und charakterisierte die Publikation als eine die Grenzen der Provokation tangierende Verleumdung.

Konkret wird in dem Non-Paper angeführt: „In den letzten Stunden sickert das fantasievolle Szenarium durch, es sei ein falsches Schreiben an die Eurogruppe geschickt worden und der Premierminister habe wegen dieses angeblichen Versehens Frau Merkel angerufen! Es ist offensichtlich, dass die kranke Fantasie gewisser Personen die Grenzen der Provokation tangiert. Die Realität steht in keinerlei Bezug zu den verleumdenden Verlautbarungen.

Aber auch Yanis Varoufakis erklärte aus Brüssel erzürnt, bei der Veröffentlichung der „Bild“, er selbst habe den Text – das Schreiben der griechischen Regierung geändert, handele sich um eine Provokation.

Ein weiterer Versuch, Griechenlands Finanzminister zu unterminieren

Die in Rede stehenden Publikation der Bild-Zeitung schließt augenscheinlich nahtlos an die Bemühungen an, die griechische Regierung und speziell den Finanzminister Yanis Varoufakis um jeden Preis „demontieren“ zu wollen.

Das „explosive“ Klima bei der Eurogruppe am vergangenen Montag (16 Februar 2015), nachdem die in Abstimmung mit Pierre Moscovici vorbereitete und in ihrem konkreten Wortlaut von Griechenland vollumfängliche akzeptierte Vereinbarung über die Verlängerung des bestehenden Programms auf Druck aus Deutschland überraschend umformuliert wurde, was wiederum in dem Ultimatum an Griechenland endete, enthüllte in einem diesbezüglichen Artikel die französische Zeitung „Liberation“

Du bist ein Lügner„, soll Finanzminister Yanis Varoufakis den Vorsitzenden der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, erzürnt angebrüllt haben. „Es war unglaublich. Wir dachten tatsächlich, dass sie sich prügeln werden„, erklärte einer der anwesenden Finanzminister gegenüber der Zeitung unter dem Wunsch nach Wahrung seiner Anonymität.

Lügner, rief Yanis Varoufakis außer sich. Jeroen Dijsselbloem, an die üblicherweise im Club der Finanzminister herrschende Höflichkeit gewöhnt, ist gelb geworden„, schrieb die Liberation und kommentierte: „Der holländische Vorsitzende der Eurogruppe erscheint zerbrechlich vor dem voluminösen griechischen Finanzminister mit der körperlichen Kraft des Bruce Willis„.

Es war unglaublich. Wir dachten tatsächlich, sie werden sich prügeln„, berichtet ein authentischer Zeuge des Vorfalls, der sich am Mittag des Montags vor der Aufnahme der Arbeiten der Eurogruppe des 16 Februar 2015 abspielte, die mit dem Ultimatum an die Regierung Tsipras endeten.

Yanis Varoufakis dementierte diese Darstellung allerdings einen Tag später auf Twitter:

@businessinsider I have bad news for you: You report is fake. Never was there such a moment between Jeroen and me. Sorry to disappoint.
— Yanis Varoufakis (@yanisvaroufakis) February 21, 2015

(Quelle: Imerisia, in.gr)

Relevante Beiträge:

  1. windjob
    21. Februar 2015, 09:14 | #1

    Wer Bild liest ist selbst schuld. Ich habe dieses Schmierblatt schon immer abgelehnt und würde es nicht mal aufs Klo hängen. Insgesamt hat aber die gesamte Presse eine grosse Mitschuld an dieser ganzen Misere.

  2. Omnipraesent
    21. Februar 2015, 09:38 | #2

    Gestern abends um ca. 23:00h habe ich bei Euronews die Verhandlungen Griechenland vs Eurogruppe verfolgt. Diesbezueglich moechte ich anmerken, dass nach den Verhandlungen sich alle diese Eurominister inkl. Dijsselbloem, Scheuble mit frechen Grinsen im Gesicht auf die Schenkelklopften. bzw. die „fuenf“ gaben, so als wuerden sie den Sieg ueber Griechenland feiern, oder auch, jetzt haben wir sie im Sack diese Anfaenger. Das hat mir als Buerger weh getan.
    Wenn das wirklich der Fall sein sollte, dann haben die Griechen ihren Royal Flash (Poker), und den hatten sie wirklich, noch dazu stand das ganze Volk hinter Griechenland, nicht richtig ausgespielt. Nach meiner b.M.n. haetten sie es auf den Grexit ankommen lassen sollen, denn vor diesem Austritt zitterten diese Politclowns aus Bruessel gewaltig, und sie haetten den Schwanz eingezogen, und nachgegeben.
    Also, wenn es wirklich so ist, dass die Griechen sich Weichklopfen liessen zu einem faulen Kompromiss, haben sie auf der ganzen Linie versagt, und mit Sicherheit werden eure Buerge fueher oder spaeter ihre Treue zu den Herren Tsipras und Varoufakis aufkuendigen. Das Volk sollte man nicht nochmal verar…en, das hat es wirklich nicht verdient. Ich gebe zu, dass ich mich in Rage geschrieben habe, aber als Buerger kann ich auch nicht aus meiner Haut, und muss Kroeten Schlucken, die *ich* nicht gefangen habe, danke fuer euer Verstaendnis.

  3. Ronald
    21. Februar 2015, 11:14 | #3

    Ach ja, die Bild-„Zeitung“. Weder ihr noch einem anderen Revolverblättchen wird es gelingen, die Erfolge der Herren Varoufakis und Tsipras zu unterminieren…

  4. Konstantin
    21. Februar 2015, 13:12 | #4

    Die Bild, man kann sie wirklich nicht Zeitung nennen, hat sich perfektioniert in ihrer demagogischen Rhetorik. Ohne Lobby wäre dieses Schmierblatt schon längst wegen Volksverhetzung und Einsatz als Verblödungsinstrument ihrer Leser verschwunden. Aber so erfüllt sie ihren Zweck im Sinne ihrer Lobbyisten.

  5. Roger Stadelmann
    21. Februar 2015, 15:59 | #5

    Es war unglaublich. Wir dachten tatsächlich, sie werden sich prügeln“, berichtet ein authentischer Zeuge des Vorfalls“ LOL – gibt’s dazu kein YouTube-Video?

  6. Gunni
    21. Februar 2015, 18:57 | #6

    Griechenland hat eine national-sozialistische Regierung in Amt und Würden gewählt. Es wird interessant sein, ob diese Regierung die griechische Gesellschaft nachhaltig reformiert und nach sozialen Gesichtspunkten besteuert oder ob sie doch eher auf europäische Raubzüge und Plünderungen aus ist.

  7. Kleoni
    21. Februar 2015, 20:30 | #7

    wer BLÖD liest wird eben für blöd verkauft! und genauso verlogen ist FOCUS – rechtspopulistisch eben.

  8. Dimi
    21. Februar 2015, 20:49 | #8

    Die BILD-Zeitung, ach herrje … . „BILD lügt wie gedruckt“, und das seit Jahrzenten. Alle wissen das, alle reden offen darüber und dennoch … BILD, unser täglich Brot … über elf Millionen Deutsche lesen BILD, von der Bundeskanzlerin bis zur Klofrau, und finanzieren das Lügengeflecht fleissig mit (was ich im Grunde im Moment eigentlich auch tue, indem ich Zeit dafür aufwende um einen Lügenbeitrag der BILD zu kommentieren). BILD entscheidet über Karrieren und Abstürze, die Macher bestimmen, worüber die Republik redet, usw usw.
    Mit Journalismus und den journalistisch-ethischen Grundregeln, die der deutsche Presserat in einem Pressekodex zusammengefasst hat und für Journalisten so etwas wie „Heillig“ darstellen soll, hat das nichts, aber auch absolut gar nichts zu tun. Die BILD dürfte sich mit Sicherheit jeden Morgen mit der Fragestellung „wie bekommen wir heute viele Klicks und verkaufen viele Blätter um ordentlich Geld zu verdienen” befassen, und braucht an dieser Stelle nur eine hetzerische Schlagzeile und ein Haufen “dumme” Menschen,die leichtfertig natürlich jeden Mist glauben und siehe da, die Kasse klingelt, die Rechnung geht auf, die Strategie stimmt! NUR … es sind elf Millionen (11.000.000) BILD-Leser. Erschreckend …
    Wie oft hat der deutsche Presserat der BILD eine Rüge ausgesprochen? Man traut sich die Zahl gar nicht auszusprechen, weil man dadurch den deutschen Presserat zwangsläufig in die Bedeutungslosigkeit katapultieren würde. Der Journalismus nimmt in der Gesellschaft eigentlich eine „Gewaltposition“ ein, die vor allem dazu da ist, die anderen „Gewalten“ zu kontrollieren, gesellschaftliche Probleme deutlich anzusprechen und den Finger genau in die Wunden zu legen, die am meisten brennen. Und das betrachte ich als wichtig und richtig und sehe die Medien als wichtigen Bestandteil unserer Gesellschaft … . “Bild ist eine Fehlentwicklung im deutschen Journalismus” meinte mal Günter Wallraff … und da bin ich voll und ganz bei ihm.

  9. Ego
    22. Februar 2015, 09:26 | #9

    Die 11 Millionen Bild-Leser sind noch lange nichts alles, was der Springer-Konzern zu bieten hat. Weitere Zeitungen, Zeitschriften und TV-Medien tun alles, um die mediale Macht dieser manipulierenden Presse auszuspielen. Dazu kommen noch etlich „Helfer“ aus der eigenen Branche, die ständig aus der Bild-Zeitung zitieren. Der sog. „Nachrichtensender“ n-tv beispielsweise bezeichnet nach eigenen Angaben viele seiner Meldungen mit dem Hinweise: „Wie die Bild-Zeitung“ berichet …“ Journalismus aus der untersten Schublade. Jedes „freie“ Presseorgan manipuliert – überall auf der Welt. Aber nirgends so schlimm wie im bildgeschwängertem Deutschland.

  10. Anja
    22. Februar 2015, 15:46 | #10

    Ich sehe die Bild als reines Satire-Blatt, sie ist auf jedenfall lustiger als die Titanic. Vorgestern titelte sie: WER IST GEFÄHRLICHER FÜR UNS – DER RUSSE ODER DER GRIECHE? Darunter ein großes Bild vob Putin und Tsipras.

  11. V 99%
    22. Februar 2015, 17:30 | #11

    Wie, die BILD verbreitet Lügen? Ach was, ich dachte die BILDET … blasen im Gehirn 😀

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