Griechenland wird seine Schulden niemals tilgen

24. Februar 2015 / Aktualisiert: 10. Oktober 2018 / Aufrufe: 1.844

Laut einer im CNBC publizierten Analyse werden die europäischen Amtsträger akzeptieren müssen, dass Griechenland seine Schulden in Höhe von 366 Mrd. Euro wahrscheinlich niemals tilgen wird, selbst wenn das Land eine Verlängerung des Rettungsprogramms erreichen wird.

Griechenland wird seine Verschuldung niemals abzahlen„, führt Kingsley Jones, Gründer und CEO der Jevons Global, an. „Wir müssen in diesem Fall Realisten sein. Die griechische Verschuldung befindet sich derzeit bei 175% und damit auf höheren Niveaus als damals, als diese Geschichte begann.

Irgendwann wird der ganze Schuldenberg zusammenbrechen

Schauen Sie sich Japan an„, fährt Kingsley Jones fort, „seine Verschuldung nähert sich zügig 300% des BIP. Eines Tages wird dieser ganze Schuldenberg einfach zusammenbrechen. Er wird nicht getilgt werden, so wie auch die griechische Verschuldung nicht getilgt werden wird.

Gemäß dem laufenden Rettungsprogramm fordern die europäischen Gläubiger Athens von Griechenland, seine Verschuldung bis 2022 unter 110% des BIP zu senken. Am vergangenen Freitag (20 Februar 2015) wurde das Programm um vier Monate verlängert, und zwar mit einer Vereinbarung der letzten Minute, die nicht das Verlangen der regierenden SYRIZA bezüglich eines „Schnitts“ oder der Senkung der ungeheuren Verschuldung umfasst.

Die finale Bestätigung der Vereinbarung von Freitag und der Verlängerung des Programms hängt jedenfalls von der am Montag (23 Februar 2015) von der Regierung Tsipras vorgelegten Liste der Reformen ab. „Die Bedingungen der laufenden Vereinbarung verlangen von Griechenland mehr oder weniger, für einen Zeitraum von über einem Jahrzehnt einen Primärüberschuss von über 4% zu erzielen. Kein Land mit einer problematischen Wirtschaft hat jemals etwas Entsprechendes erreicht. Somit glauben wir ehrlich, dass die laufenden Bedingungen, die diese Forderungen an Griechenland aufzwingen, nicht realisierbar sind„, fährt Kingsley Jones fort.

(Quelle: Büchse der Pandora)

  1. Ronald
    24. Februar 2015, 08:37 | #1

    Niemnand, erst recht nicht nicht die „europäischen Amtsträger“ erwartet – was auch immer sie verlautbaren lassen – dass Griechenland seine Schulden vollständig zurückzahlt. Der Schuldenschnitt wird kommen ohne dass er von Griechenland offen gefordert wird.

  2. Ego
    24. Februar 2015, 09:09 | #2

    Wenn die Schulden Griechenlands heute höher sind, als zu Beginn der Krise, dann zeigt das, daß die Austeritätspolitik der EU, allem voran der Deutschen, kläglich gescheitert ist. Doch was machen die versagenden Politiker? Sie halten wider besseren Wissens daran fest und werden sich auch in Zukunft ihre Hände in Unschuld waschen. Daß sie dadurch nicht nur den Griechen, sondern ganz Europa schaden, interiessiert Merkel, Schäuble und Co. nicht.

  3. decordoba
    24. Februar 2015, 18:57 | #3

    Die Griechen zahlen die Staatsschulden niemals zurück, es wird immer nur umgeschuldet und es werden neuen Schulden dazukommen. Das war für die Entscheidungsträger der Euro-Zone immer bekannt, nur haben sie das den Leuten nicht gesagt. Die anderen Staaten zahlen die Schulden auch nicht zurück, das ist so üblich. Ein Schuldenschnitt ändert an diesen Tatsachen überhaupt nichts und kann daher unterbleiben.

  4. Adlerauge
    24. Februar 2015, 18:59 | #4

    Der Bestsellerautor Marc Friedrich („Der Crash ist die Lösung“) am 19. Februar 2015 bei Mabritt Illner: „Wir erleben gerade die größte Insolvenzverschleppung in der Menschheitsgeschichte. (…) Der Euro ist grandios gescheitert – definitiv!“
    Kann das mal jemand dem Herrn Schäuble mitteilen, dass Insolvenzverschleppung und Veruntreuung (von deutschen Steuergeldern!) STRAFTATBESTÄNDE sind?

  5. Einspruch
    24. Februar 2015, 22:32 | #5

    Mir ist nicht bekannt, dass die Bundesrepublik Deutschland seit 1949 auch nur einen einzigen Pfennig / Cent getilgt hätte – was soll also die Aufregung?

  6. mister-ede
    28. Februar 2015, 00:02 | #6

    Ja, löschen ist besser. Dann müssen Sie sich nicht mit der Realität auseinandersetzen.

  7. Team
    28. Februar 2015, 00:43 | #7

    @ mister-ede
    Wir mögen eben keine Trittbrettfahrer, Link-Spammer und Dummquatscher …

  8. Walter
    24. März 2015, 22:00 | #8

    Bis ca. 1969 hat die BRD gar keine nenneswerten Schulden angehäuft, sondern nur kurzfristige Kassenkredite aufgenommen und immer wieder getilgt. Erst mit dem unsäglichen Herbert Frahm (Falschnamen „Willi Brandt“) begann das grosse Verfressen der Zukunft.

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