Europa, Griechenland und die Demokratie

17. Februar 2015 / Aktualisiert: 06. Februar 2017 / Aufrufe: 2.577

Ist es noch Demokratie, wenn 0,4 Prozent der Wähler einer Staatengemeinschaft die Entscheidungen der übrigen 99,6 Prozent in Frage zu stellen vermögen?

Griechenland wird ein weiteres Mal – ungewollt und nicht wegen irgendeiner dunklen Verschwörungstheorie – zu einem Versuchstier im Labor der Entwicklung der Weltwirtschaft. Demokratie, europäische Vervollständigung und Kapitalismus kollidieren in dem Land der Sonne, der sommerlichen Sorglosigkeit, aber auch des … Frappé, der heutzutage natürlich zum Freddo wurde … .

Betrachten wir kurz, wie wir hier angelangten: Die historischen Wurzeln der Europäischen Union finden sich im Zweiten Weltkrieg. Die Europäer beschließen, die Wiederholung solcher Gemetzel und Katastrophen für immer zu unterbinden. Kurz nach dem Ende des Kriegs spaltete sich Europa in Osten und Westen, da der 40 Jahre anhaltende „Kalte Krieg“ beginnt. 1949 gründen die westeuropäischen Nationen den Europarat, was der erste Schritt zur Kooperation zwischen ihnen ist, sechs Länder wollen jedoch weiter voranschreiten.

Von der Montanunion zur Europäischen Union

Konkret präsentierte der französische Außenminister Robert Schuman einen Plan für eine engere Kooperation. Seitdem wird der 09 Mai als „Europatag“ gefeiert. Auf dem Schuman-Plan basierend unterzeichnen sechs Länder ein Abkommen, um ihre Schwerindustrien – Kohle und Stahl – unter einer gemeinsamen Leitung zusammenzulegen. Auf diese Weise wird nunmehr keins dieser Länder Waffen produzieren können, um – wie in der Vergangenheit geschehen – gegen die anderen zu kämpfen. Diese sechs Länder sind: Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Holland und Luxemburg.

Dank dieser sogenannten Montanunion weiten besagte sechs Länder ihre Zusammenarbeit auch auf andere Sektoren der Wirtschaft aus. 1957 unterzeichnen sie in Rom den EWG-Vertrag und gründen die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) bzw. den „gemeinsamen Markt“. Personen, Waren und Dienstleistungen werden zwischen den Mitgliedstaaten frei kursieren können. Der erste Plan einer einheitlichen EU-Währung wird auf 1970 datiert. Um die Währungsstabilität zu erhalten, beschließen die Mitgliedstaaten der EU, die Möglichkeit des „Floatings“ der Kurse zwischen ihren Währungen auf enge Grenzen zu beschränken. Dieser 1972 geschaffene Wechselkursmechanismus (WKM) war der erste Schritt zur Einführung des Euro 30 Jahre später.

Mit dem Beitritt Griechenlands als zehntes Mitglied wird am 01 Januar 1981 die Anzahl der EU-Mitglieder zweistellig. Nach dem Sturz des Militärregimes und der Wiederherstellung der Demokratie im Jahr 1974 befriedigte das Land die staatlichen Voraussetzungen.

Am 07 Februar 1992 wird in Maastricht der Vertrag über die Europäische Union unterzeichnet. Es handelt sich um einen der bedeutendsten Meilensteine in der Geschichte der EU, mit dem klare Regeln bezüglich der zukünftigen einheitlichen Währung sowie ebenfalls der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik und einer engeren Zusammenarbeit in Themen der Rechtsprechung und inneren Angelegenheiten etabliert werden. Laut diesem Abkommen wird die „Europäische Gemeinschaft“ offiziell in „Europäische Union“ umbenannt.

Am 01 Januar 2002 kommen die Banknoten und Münzen in Euro. Deren Druck, Prägung und Verteilung in zwölf Ländern sind eine groß angelegte logistische Handlung. Die Anzahl der in Umlauf gebrachten Münzen übersteigt 80 Milliarden. Die Banknoten sind für alle Länder einheitlich. Die Münzen haben eine einheitliche Ansicht, auf der ihr Wert angeführt wird, während auf der anderen Seite ein nationales Emblem abgebildet ist. Alle Münzen kursieren frei. Es erscheint uns natürlich, ein U-Bahnticket in Madrid unter Verwendung einer finnländischen (oder beliebigen anderen) Münze zu bezahlen.

All die obigen historischen Momente haben mehr oder weniger alle von uns erlebt, und natürlich sind sie alle, wirklich alle, von demokratisch gewählten Regierungen des griechischen Staates, also in einfacher Auslegung der Demokratie von dem selbigen griechischen Volk unterzeichnet worden.

Was heute in der EU geschieht

Wegen einer weltweiten wirtschaftlichen Krise, die 2008 aus den USA und der von diesen in ihrer Wirtschaft, aber auch auf ihren Märkten (siehe Lehmans Brothers) erfolgten schlechten Handhabung begann, kann derzeit Europa zumindest bis auf weiteres nicht die in den vorherigen Jahrzehnten erlebte „Pracht“ durchleben. Einige seiner Mitglieder streben also an, das zu tun, was wir umgangssprachlich Sparsamkeit nennen, auf dass es keine misslichen Entwicklungen für alle Staaten des Alten Kontinents gibt. Dies hat zum Resultat, dass auch die Völker Europas analog zu der wirtschaftlichen Macht eines jeden Staates unter Druck gesetzt werden, andere weniger und andere mehr.

In Europas Bemühung, vereint zu bleiben, liehen die wirtschaftlich stärkeren Staaten diversen schwächeren Staaten Milliarden €, damit letztere wieder auf die Beine kommen, und verlangten parallel von ihnen, Reformen vorzunehmen, aber auch ein besonneneres Leben zu führen. Diese schwächeren Staaten nahmen die Hilfe an und unterschrieben, um sie zu erhalten. An einem außerordentlich kritischen Kreuzweg für Europa, aber auch gemäß meiner bescheidenen Meinung über die von gewissen großen Volksmassen bezüglich der Demokratie gehegten Ansichten, wählte eines dieser Länder eine Partei an die Regierung, die praktisch nicht akzeptiert, was in den vorherigen 50 Jahren von Regierungen unterzeichnet worden ist, die – wenn meine Erinnerung mich nicht trügt – ebenfalls in demokratischen Verfahren gewählt worden waren.

Die SYRIZA regiert Griechenland mit der Stimme eines von vier Griechen, da sie 2,3 Mio. Stimmen von insgesamt 9,9 Mio. registrierten Wählern erhielt, aber auch wegen unseres mittlerweile „berühmten“ Wahlgesetzes, das der stärksten Partei unabhängig von ihrem Stimmanteil einen „demokratischen“ … Bonus von 50 Mandaten beschert. Gleichzeitig zählt heutzutage das Europa, dem wir mit der Unterschrift demokratisch gewählter griechischer Regierungen beitraten, ungefähr 500 Mio. Einwohner. Die Wähler der SYRIZA machen folglich ungefähr … 0,4% der Bevölkerung der EU aus und gehören einem Land an, das … 1,9% des BIP der EU ausmacht.

Es stellt sich somit automatisch die folgende Frage:

Ist es im richtigen Sinn des Begriffs einer Demokratie, wenn eine Partei mit der Unterstützung eines Viertels der Wähler eines Landes die von der selben Demokratie über 50 aufeinanderfolgende Jahre getroffenen vorherigen Entscheidungen nicht respektiert? Ist es eine Demokratie im richtigen Sinn des Begriffs, wenn eine Partei mit der Unterstützung von 0,4% der Wähler der EU die Entscheidungen der Völker der übrigen 99,6% der selben Staatengemeinschaft in Frage zu stellen vermag? Welcher … Bevölkerung und … welchem Jahr ist letztendlich die „wahre“ Demokratie zuzuordnen?

(Quelle: sofokleous10.gr)

  1. Gunni
    17. Februar 2015, 01:56 | #1

    Ein wirklich guter Artikel. Es ist die Frage, ob man Tsipras in Europa so viel Gewicht beimessen sollte, nur weil er 0,4% der europäischen Wähler vertritt? Selbst wenn er es im Ansatz wahrscheinlich gut meint, könnte er einen immens großen Schaden anrichten – vorne weg hätte wie so oft die normale Bevölkerung in Griechenland am meisten zu leiden. Dann aber bitte den richtigen Schuldigen suchen und auch ausfindig machen! Wer hat die SYRIZA gewählt – Griechenland selbst? Aber als Deutscher sollte ich in einem griechischen Forum am besten nichts von Schuld reden, stimmt´s? Europa und die Eurozone scheinen im Jahr 2015 gegen Leute wie Tsipras gewappnet zu sein. Die Griechen auch?

  2. GR-Block
    17. Februar 2015, 03:52 | #2

    Nun, die Rolle eines Tsipras scheint ja dank der Medien weit über die des Ministerpräsidenten eines 0,4%igen Anteils der Staatengemeinschaft gewuchert zu sein. Das Ego eines erfolgreichen Politikers kennt bekanntlich keine Grenzen. Und es ist die EU selbst, die seinem Ego ständig Nahrung gibt. Der Widerstand der Völker gegen diese EU hat sich in der jüngsten Vergangenheit überdeutlich gezeigt. Dass außer Tsipras kein Staatschef sich traute dagegen frontal vorzugehen, ist sein Glück. Errr hat’s errrfunden.
    Damit ist zum ersten Mal ein Mitglied der Europäischen Union gegen dieselbe eingestellt. Umstrukturierung heißt jetzt das Zauberwort, nicht in den Staaten sondern in der Union. Wenn er den Rückhalt bei den Griechen behält, dann werden ihn die europäischen Völker tragen und er hat eine Chance Reformen einzuleiten, die allen nützen, nicht nur den deutschen Eliten. Die Völker müssen begreifen, dass sie KEINE Mitglieder der EU sind. Die EU besteht lediglich aus den wahlberechtigten 28 nationalen Regierungen. Die allerdings waren sich bis jetzt über ihren Irrweg vollkommen einig. Ein entfesselter Lobbyismus ohne demokratische Kontrolle. DAS ist der Ruin Europas, nicht die 0,4% und ihr Wählerwille. Und ja, es konnte nur in Athen festgestellt werden: Die EU ist keine Demokratie. Denn, werrr hat sie errrfunden?

  3. Hans
    17. Februar 2015, 05:22 | #3

    Etwas mehr Unterstützung könnte GR-blog der neuen Regierung schon bieten, anstatt so einen Schwachsinnstext zu posten. Wenn ich Nonsens lesen will geh ich auf Bild oder Welt.de

  4. Kleoni
    17. Februar 2015, 09:35 | #4

    Es gab in Deutschland einen namhaften Politiker namens Erhardt – er hat die soziale Marktwirtschaft eingeführt, die im laufe der Jahre immer mehr abgebaut wurde bis hin zur jetzigen Kanzlerin, die für eine marktgerechte Demokratie eintritt. D.h. im Klartext, das Volk darf wählen, aber die Gewählten lässt man nicht regieren, denn die Finanzmärkte, Spekulanten und Lobbyisten sind die Regenten, den Geld regiert die Welt. Wie es dabei 90% der Menschen geht, ist völlig uninteressant.

  5. CYR
    17. Februar 2015, 10:01 | #5

    Ein blödsinniger Artikel. Wer sagt den das 99,6% der EU Bürger gegen die Position der Syriza ist. Und warum bestimmt die Deutsche Regierung die EU Politik obwohl auch hier nur eine relative Mehrheit der Deutschen sie gewählt haben, und mitnichten die Mehrheit der EU Bürger. Und wie verstehe, verhält sich die Aussage, dass eine Mehrheit der Griechen die Regierung unterstützt, wenn man die Umfrage glauben darf.
    Hier verknüpft der Autor Statistik mit politischen Aussagen. Ich kann auch behaupten, dass 54% der Weltbevölkerung die Position der Griechen unterstützt. Annahme Lateinamerika, Russland, China, Indien und der Armee teil des arabischen Raums freuen sich wenn die EU in Schwierigkeiten stecken. Die 50 Plätzebonus hätte die vorherige Regierung auch kippen können. Pech gehabt.

  6. Tomas
    17. Februar 2015, 10:27 | #6

    Dass der Autor in diesem Artikel sämtliche Opposition in den 99,6% ausblendet ist nicht einmal der schwächste Punkt in seinem Vergleich. Nicht ohne Grund gibt es in „wahren“ Demokratien ein Insolvenzrecht, dessen Zweck es ist, die Zahlungsfähigkeit eines Schuldners wieder herzustellen. Wo finden wir denn dieses Prinzip auf europäischer Ebene, bzw. in den Überlegungen des Autors?

  7. Catalina
    17. Februar 2015, 10:40 | #7

    Griechenland zeigt der Welt endlich wieder, was wahre Demokratie bedeutet, nämlich dass man auch das macht, was man den Wählern versprochen hat! Absolut undemokratisch ist das Verhalten der anderen EU-Länder bzw. deren Vertreter. Sie zeigen einmal mehr die hässliche Fratze der EU-Diktatur, wo der Bürger bzw. der Wähler nichts weiter mehr ist als ein notwendiges Übel, dass man alle 4 Jahre benötigt, um sich seine fetten Posten zu sichern.

  8. windjob
    17. Februar 2015, 11:03 | #8

    Da könnte man natürlich noch viele andere Fragen stellen. Ist es Demokratie, wenn bei einer Wahlbeteiligung von inzwischen teilweise unter 50% die Regierung meint, bei wichtigen Entscheidungen die Bevölkerung ignorieren zu können? Wäre eine Volksbefragung zur Euro Einführung, wie sie in einigen Ländern durchgeführt wurde, nicht demokratischer gewesen? Ich bin sicher, in diesem Fall hätten wir heute noch Drachme und DM. Ist es demokratisch, wenn grosse Länder glauben kleineren Ländern etwas oktroyren zu können? Was derzeit geschieht grenzt an Erpressung oder zumindest an Nötigung.
    Der Ursprung dieser Misere liegt doch in dem Wahn aus den verschiedensten Mentalitäten und Lebensweisen ein Gemeinschaft bilden zu können und dieser Wahn wurde hauptsächlich von Kohl initiiert. Merkel ist sein Ziehkind. Im Moment regiert die Angst. Die Angst, dass dies auf andere südliche Länder übergreifen könnte. Siehe Front National, Podemos etc. Diese Bewegungen bekommen immensen Zulauf und fragt bitte nicht warum.

  9. SixEcho
    17. Februar 2015, 11:25 | #9

    Was will man von diesen Artikel halten? Sehen wir es doch einfach realistischer. Die Griechenland aufgedrückte Austeritäts-Politik ist gescheitert. Nicht weil es Wahlen in Griechenland gegeben hat, sondern weil die wirtschaftliche Situation durch diese Austeritäts-Politik sich um ein vielfaches verschlechtert hat. Die einzige Auswirkung, die erreicht wurde ist eine sich selbst tragende Abwärtsspirale, die eine ganze Gesellschaft an den Rand der Existenz befördert hat. Mal ganz im Ernst … diese Politik soll man weiter führen? Wem ist damit geholfen? Europa verliert nur noch mehr Geld und Griechenland bleibt für viele Jahrzehnte ein auf Hilfe angewiesenes Land am Rande der Existenz.
    SYRIZA würde bei einem Erfolg zwei Dinge erreichen. Erstens macht sie glaubhaft, dass sie in der Lage ist die Kleptokratie in Griechenland endlich zu beenden und zweitens kann SYRIZA die europäische „Schmierenkomödie“ beenden. Es geht nicht allein um Griechenland, es geht um ein mittlerweile europäisches neoliberale System, welches aus einem Verbund von Banken, Medien und korrupten Politikern besteht und nichts anderes tut als eine Umverteilung von unten nach oben durchzuführen. Leider reagieren Menschen viel stärker auf mediale Schlagzeilen, als sich die Zeit zu nehmen, den Leuten zuzuhören! Hören sie Herrn Varoufakis zu …
    „Frau Merkel, Herr Schäuble – stecken Sie mit den Griechen unter einer Decke?“

  10. Ronald
    17. Februar 2015, 11:30 | #10

    Auch wenn ich nicht zu den Anhängern der Syriza gehöre muss ich doch schlicht und ergreifend feststellen, dass es weder in der Verantwortung Griechenlands noch in der Verantwortung der Syriza liegt, dass das politische System Europas eben so wie es ist konstruiert wurde. Ein Defizit im Sinne von Demokratieverständnis sehe ich daher auf Seiten Griechenlands nicht; ich sehe vielmehr ein Defizit i.S. der Identifizierung mit dem eigenen Staat. Die zwischen der EU und Griechenland geschlossenen Verträge sind nämlich nicht die Verträge der Regierung Papandreou oder der Regierung Samaras, es sind Verträge Griechenlands, unterschrieben von Regierungen die während ihrer Amtszeit genau so demokratisch legitimiert waren wie heute die Regierung Tsipras. Diese Verträge kann man nicht so einfach „zerreissen“. Man kann sie sicherlich nachverhandeln (wie jeden Vertrag) aber hierzu ist nun einmal das Einverständnis aller Vertragsparteien erforderlich. Aber das ist eine Frage unterschiedlichen Verständnisses des Wesens und des Wertes von Verträgen…

  11. Rudi
    17. Februar 2015, 11:34 | #11

    Die Antwort ist einfach: „Wahre Demokratie ist eine Illusion und Politik ist Kompromiss.“ Ob in der EU oder in den Ländern, fast immer werden Mehrheiten durch Koalitionen gebildet. Minderheiten sind oft das Zünglein an der Waage. Z.B. tanzte jahrzehntelang in Deutschland die FDP einmal der CDU und ein andermal der SPD auf der Nase herum.

  12. ben
    17. Februar 2015, 12:59 | #12

    Verstehe das Problem nicht. Verschuldet sind doch alle Staaten Europas und eigentlich der ganzen Welt über selbstgesteckte Ziele hinaus. Vertragsbruch aller Orten. Verschuldung ist die Devise (Antwort). Entschuldung durch Verschuldung. Nimmt das Volk nicht genug Kredit auf, dann macht das der Staat. Börse (Spielbank Nr. 1) jeden Tag beste Sendezeit. Dort kaufen wir unsere eigenen Schulden und die des Nachbarn als Anleihen, Staatsanleihen, Schuldverschreibungen, Bonds etc. und Ableitungen davon (Derivate (derive = abgeleitet) etc. Wer als erster das Geld abzieht nimmt das Geld der anderen mit – nur wann ist der Zeitpunkt?
    Finanzminister Varoufakis hat in den USA studiert. Er weiß das die USA permanent diesen Weg der Geld Generierung wählen. Div. Finanz „Experten“ scheinen immer noch ernsthaft über Entschuldung nachzudenken. (- D- 300 Jahre bis zur Enschuldung, Japan 1000 Jahre). Oder geben das fürs Volk zumindest so vor das Volk schön sklavisch bleibt. Varoufakis und Tsipras liegen da völlig richtig. Dieses Geld-System ist eine MÄR und generiert wird das Geld eh aus dem nichts. Warum sollen da Griechen noch hungern müssen oder gar Abgaben mäßig in die Bredoullie kommen. Wenn Banken systemrelevant sind was sind dann Menschen?

  13. hans
    17. Februar 2015, 13:12 | #13

    demokratie und mitbestimmung ist wichtig für die menschen und sollte eine selbstverständlichkeit sein. bei der EU irgendeine demokratie zu sehen oder demokratische prozesse ist illusion. es gibt keine gewaltenteilung und das parlament kann nicht entscheiden ! so ähnlich wie bei der UNO, wo nicht die mehrheit der länder entscheidet, sondern der sicherheitsrat, bei der EU die EU kommission. SYRIZA ist demokratisch gewählt worden und hat das recht neue wege zu gehen, wie im wahlkampf dargelegt.
    es ist also ein demokratie und nicht ein mathematisches problem.

  14. franz
    17. Februar 2015, 14:50 | #14

    Falsche Fragestellung. Das Zahlenspiel, das sie uns da vorlegen, und die dazugehörige Frage würde ich mit dem Satz des Volksmundes „das Pferd vom Schwanz her aufgezäumt“ bezeichnen. So möchte ich gerne wissen, dazu gibt es wohl keine repräsentative Umfrage, wie viel der besagten 500 Millionen Menschen in den EU-Ländern (nicht undifferenziert Europäer) mit der Politik für die Menschen der Syriza übereinstimmen? Dann wäre noch die Frage zu klären, ob die 1% der niemals gewählten Mächtigen hinter der EU das demokratische recht zusteht das Leben von Millionen Menschen zu verwüsten und zu verelenden? Ich glaube hier die prekären Zahlen von Millionen in den EU-Ländern nicht speziell anfügen muss, um verstanden zu werden. Denn an ihren Früchten könnt ihr sie erkennen.

  15. Tobias
    17. Februar 2015, 15:19 | #15

    Die zitierte „Staatengemeinschaft“ der EU wurde undemokratisch von der Elite errichtet und keiner der souveränen Staaten hat darüber abgestimmt, ausser Frankreich mit nein (und trotzdem angeschlossen) und Irland, nach 3 erzwungenen Abstimmungen, bei der dritten mit ja! Auch Griechenland wurde ohne Abstimmung angeschlossen. Wenn die Völker / Staaten abstimmen könnten, dann gäbe es keine EU.

  16. hans
    17. Februar 2015, 15:34 | #16

    Vielleicht werden die Griechen auf die Klausel im EU-Vertrag verweisen, dass kein Staat für die Schulden eines anderen Staates einstehen darf und die Forderungen damit keine rechtliche Grundlage haben. “Verträge sind einzuhalten!” das hat Schäuble verlangt.

  17. Naja
    17. Februar 2015, 18:24 | #17

    o,4% ist eine reine Phanatsie-Zahl, keine Ahnung wie der Autor darauf kommt und was dieser Artikel bezwecken soll? In Griechenland stehen laut Umfrage mittlerweile 80% der BEVÖLKERUNG hinter dem Kurs der aktuellen Regierung, in ganz Europa finden Solidaritätsaktionen statt und wenn ich mich hier in Berlin umschaue finde ich ehrlich gesagt NIEMANDEN, der sich in der aktuellen Frage Schäuble & IWF anschließt.

  18. Carlo
    17. Februar 2015, 19:28 | #18

    Hilfe, der Griechenlandblog ist von Neoliberalen gekapert worden. Ich gehöre jedenfalls zu den ungefähr 500 Mio und schlage mich auf die Seite der 0,4%, und nun? Ihr Rechenmodell können Sie in Tonne kloppen.

  19. Team
    17. Februar 2015, 21:25 | #19

    @ Carlo
    Das „Rechenmodell“ ist definitiv nicht auf unserem Mist gewachsen und wer die benannte Quelle einzuordnen weiß, versteht auch, woher der Wind weht. Unsere Berichterstattung mag nicht immer bequem oder genehm und soll es auch gar nicht sein, sondern kritisches (Mit-) Denken und Hinterfragen inspirieren.

  20. Fee
    18. Februar 2015, 04:53 | #20

    @Team: Wenn ihr zum „Mitdenken und Hinterfragen“ beitragen wollt, dann korrigiert mal bitte den ganzen Schwachsinn, der derzeit in den Maintream-Medien von SPON über Tagesschau bis zur FAZ verbreitet wird. Der verblödete Durschnittsdeutsche glaubt mittlerweile steif und fest, das die „Radikalo-Griechen“ jetzt auch noch einen „unverschämten, arroganten und unfähigen Finazminister“ losgeschickt haben, der zudem „keinerlei Programm“ hätte und sich „nicht an Vereinbarungen hält“. Mit solchen 0,4%-Polemiken kommt ihr da keinen Milimeter weiter!

  21. Kellerbier
    18. Februar 2015, 15:00 | #21

    Der Artikel spiegelt ja eigentlich gut wider, was in den Köpfen vieler Journalisten und Politiker, herumschwirrt, die ihrerseits mit Halbwahrheiten, tendenziösen Artikeln, Unterstellungen und tlw. sogar dümmlichster Propaganda und Angstszenarien die Hirne ihrer Leser und Wähler weichzukochen versuchen. Einem nicht unerheblichen Teil wäre es am liebsten, die durch Lobbyismus und Kapitalanhäufung bei immer weniger Prozent der Bevölkerung ohnehin schon schwer angeschlagene Demokratie würde endgültig abgeschafft und durch eine Brüssel-Frankfurter Diktatur ersetzt. Dann kann man sich das störrische Wahlvieh, das so gerne seinen kulturellen und ideologischen Mief pflegt, schenken und durch eine per Dekret verordnete EU-Staatsangehörigkeit mit vereinheitlichter US-amerikanischer Coca-Cola-Mac-Donalds-Kultur ersetzen. Idealerweise werden noch Grenzen, Parlamente, Bargeld und andere Meinungen per Sprach- und Gedankenpolizei abgeschafft und die komplette öffentliche Dasensvorsorge privatisiert. Willkommen in der neuen Freiheit! Und wenn wir alle nur fest daran glauben, dann ist es wirklich eine ganz wunderbare Freiheit. Und Demokratie. Mit Bürgerrechten. Ich hoffe, dass Tsipras und Co. hart bleiben. Sie haben die Hoffnung in ganz Europa geweckt, dass sich Menschen vom Bankenjoch befreien können und ihre Freiheit zurückgewinnen. Alles andere wäre eine maßlose Enttäuschung, das Ende der europäischen Kulturen und der endgültige Ausverkauf an die Schlipsträger und Rechenschieber!

  22. Jorgo
    20. Februar 2015, 17:04 | #22

    Niemand bestreitet das Recht und auch die Pflicht der griechischen Politiker zu versuchen, das umzusetzen, was sie den Wählern versprochen haben, allerdings nur den griechischen Wählern. Je wohlfeiler die Versprechungen sind, um so größer ist die Chance, auch gewählt zu werden. Letztlich ist dies aber eine innenpolitische Angelegenheit. Eine Auswirkung der Wählerentscheidung auf andere Staaten der Eurozone gibt es nicht . Jedes andere Land muss selbst entscheiden, wie es im Rahmen seiner demokratischen Legitimierung mit der Problematik umgehen will. Letztlich bleibt Tsipras nichts anderes übrig, zu versuchen, mit Argumenten die anderen Länder zu überzeugen. Dabei kann man nicht einfach sagen, dass man sich nicht mehr an geschlossene Verträge halten wolle, auch wenn dies dem Wählerwillen entsprechen sollte. Im übrigen muss man schon die Frage stellen, wo die Millionen an Banknoten herkommen, die die Griechen jeden Tag von ihren Konten abheben, damit die Banken nicht plötzlich ohne Geld dastehen. Klar, von der EZB bei der wieder alle Euroländer dafür geradestehen müssen.
    Ich bin der Meinung, dass es den Griechen mit der Drachme weitaus besser gehen würde, jedenfalls nach einer Gewissen Übergangszeit. Das hätte auch den Vorteil, dass sich kein anderes Land in die griechische Finanz-,Geld-, Wirtschafts-und Steuerpolitik einmischen könnte. Das allein rechtfertigt den Ausstieg aus dem Euro.

  23. Wildkatze
    20. Februar 2015, 18:21 | #23

    Die Manipulationen aus Deutschland sind einfach sagenhaft! Seht mal die Schweizer Tagesschau. Da wird heute berichtet, dass in Griechenland dieser Tage überhaupt kein Run auf die Banken stattfindet. Interviewte Griechen sagen, sie hätten keine Angst. Schlangen vor den Bank-Automaten sehe ich auch keine – nicht mal in deutschen TV-Beiträgen, obwohl die dortige Berichterstattung ganz anders lautet. Manchmal bin ich wirklich entsetzt, wie undifferenziert man in Deutschland einfach alles glaubt, was einem da so eingeredet wird. Selber denken macht bekanntlich schlau!

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