Russland stellt Griechenland Finanzhilfe in Aussicht

30. Januar 2015 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 2.707

Der russische Finanzminister erklärte, ein eventuelles Ersuchen Griechenlands um wirtschaftliche Hilfe gegebenenfalls untersuchen zu werden.

Weinige Tage, nachdem die griechische Regierung weitere Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland in Frage stellte, äußerte der russische Finanzminister Anton Germanowich Siluanov gegenüber dem CNBC, Russland würde die Gewährung wirtschaftlicher Hilfe an das überschuldete Griechenland gegebenenfalls untersuchen werden.

Anton Siluanov meinte, Griechenland habe Russland noch nicht um Hilfe gebeten, schloss jedoch eine Vereinbarung zwischen den beiden Ländern nicht aus, falls Griechenland darum bitten sollte.

Griechenland könnte nach Osten wegen Hilfe schauen …

Siluanow erklärte gegenüber dem CNBC bei einem exklusiven Interview in Moskau: „… also, wir können uns jede Situation vorstellen, und wenn eine solches Ersuchen an die russische Regierung gestellt werden wird, werden wir es somit sicherlich untersuchen, jedoch alle Faktoren unserer bilateralen Beziehung zwischen Russland und Griechenland berücksichtigen, mehr kann ich Ihnen folglich nicht sagen. Wird das Ersuchen gestellt, werden wir es untersuchen.

Wie das amerikanische Nachrichtennetzt anmerkt, kamen die Erklärungen Siluanovs zwei Tage später, nachdem die neue linke Regierung Griechenlands sich von den Aufrufen zur Steigerung der Sanktionen gegen Russland distanzierte – und wies damit darauf hin, Griechenland könnte nach Osten, sprich Russland wegen Unterstützung schauen.

(Quelle: Imerisia)

  1. Jürgen Forbriger
    30. Januar 2015, 13:39 | #1

    Griechenland wäre gut beraten, Kredite der Russen anzunehmen um somit der Finanzmafia zu entgehen zumal die Griechen und Russen ein freundliches Verhältnis haben. Der Buchverkäufer aus Brüssel hat ja schon gedroht.

  2. torsten
    30. Januar 2015, 15:19 | #2

    Da darf mal gespannt sein: Darf wirklich Griechenland in Russland um Hilfe bitten? Die Folgen wären unabsehbar. Nein: In Wahrheit darf niemand aus der EU austreten, in Wahrheit darf niemand den Euro-Raum verlassen und in Wahrheit darf kein angeblich souveräner Staat aus der NATO austreten- sonst kommen Nato-Truppen ins Land – Vorwände gibt’s ja immer.
    Europa könnte vor der Situation stehen, mit der Ostukraine eine Teilprovinz zu haben, die partout nicht dem Weg der Zentralregierung in die NATO und die EU folgen will und mit Griechenland ein Land zu bekommen, dass die EU einfach nicht mehr bei sich halten kann. Spannende Zeiten.

  3. GR-Block
    30. Januar 2015, 23:13 | #3

    Die EU beginnt sich zu verändern. Kaum hat sich ein kleines Land seiner Souveränität besonnen, schon verändert sich die Welt. Die verkrusteten Beziehungen wanken.

    Wie es sich unter souveränen, konkurrierenden Ländern gehört, hat der junge, unverbrauchte Ministerpräsident schon am Tag nach seiner Wahl den Schlagabtausch begonnen. Als erste und symbolische Aktion ehrt er die 200 Kommunisten, die Kanzler Hitler, nur wenige Monate vor dem Abzug der deutschen Truppen aus GR 1944, in aller Eile hinrichten ließ. Damit erinnert Tsipras an zwei wichtige Dinge: 1. Deutschland war damals ein Angreifer und der Schaden wurde nie beglichen. 2. Er, Tsipras ging aus der kommunistischen Bewegung GRs hervor und wurde trotzdem Ministerpräsident. Welch ein Zeichen…! Adressat sind die alten Veteranen (rote Flagge) und ihre Gegner.
    Dass der schwarze Präsident der USA in einer großen Geste und vor aller Welt seine offene Sympathie für Tsipras demonstriert, beweist seine Souveränität im Umgang mit dem vermeintlich „ideologischen“ Gegner (vgl. Annäherung zu Kuba). Selbst obwohl dem Favoriten der USA mit seiner Spaltungspartei die Wähler in letzter Minute von Tsipras abgesaugt wurden (grüne Flagge). Es tut Obama nicht einmal dann einen Abbruch, als Tsipras kurz darauf unbeirrt die Sanktionen gegen den Erbfeind Russland offen kritisiert und daraufhin Moskau ihm seine Unterstützung signalisiert. So nebenbei stellt einer seiner Minister den weiteren Ausbau der COSCO in Piräus in Frage, sodass China „besorgt“ reagieren muss. Martin Schulz wandelt sich zum Freund und will sich als erster von dem Kuchen ein Stück sichern. (Sigmar nimm dich in Acht!)
    Wow! Mit nur ein paar spärlichen Federstrichen setzt sich GR in Szene und erntet Applaus, aus fast allen Oppositionslagern der EU-Länder. Tsipras avanciert wahrlich zum Popstar. Der alte Kommunist Picasso hätte seine Freude.
    Wie selbstverständlich wird die troikanische Wirtschaftspolitik von Samaras von ein paar heiß gelaufenen Putzfrauen aus dem Finanzministerium gefegt, und Tags drauf verweist der Hausherr die Troika kurzerhand des Landes. Ja auch er ist sexy, finden die Heißgelaufenen (lila Flagge).
    Dagegen wirkt der rechts-konservative Koalitionspartner eher farblos. Er weiß gar nicht wie ihm geschieht. Als einer der Altlasten kommt er ob der Entwicklung ganz schön ins Schnaufen. Ja, müsste jetzt nochmal gewählt werden, dann gäbe es im Athener Parlament nur noch halb so viele Parteien. DAS nennt man „Umstrukturierung“.

    Und das alles in nur einer Arbeitswoche. Ich bin gespannt, was die nächste Woche bringt.

  4. muklas
    31. Januar 2015, 00:20 | #4

    Ab jetzt warte ich auf die üblichen Westmethoden der Destabilisierung der neuen griechischen Regierung bis hin zu Terroranschläge. Unzufriedene (mit der Regierung) und sogenannte Menschenrechtler werden zu Hauf auftauchen, Hetzparolen aus den EU-Medien, Protestmärsche und Arbeitsniederlegungen, auch Terroranschläge. So hat man auch Allende in Chile destabilisiert und einen Militärputsch durchgezogen. Die EU und besonders die USA werden ab sofort tätig werden in diesem Sinne.

  5. V 99%
    31. Januar 2015, 00:59 | #5

    Wird die Hilfe dann in Rubel kommen? Der Rubel macht doch gerade einen rasanten Absturz durch. An Russland kann man wunderbar sehen, wie ein moderner Finanzkrieg funktioniert. Etwa 80% des internationalen Handels und 90% aller Devisengeschäfte werden in amerikanischen Dollars abgerechnet. Der Dollar ist die Leitwaehrung der Weltwirtschaft. Es waere für jede international taetige Bank das Todesurteil, keinen Zugriff auf den Dollar mehr zu haben. Und genau das verhindert eine Spezialabteilung des amerikanischen Finanzministeriums. Wenn irgendwo auf der Welt Dollar bewegt werden, dann ueberqueren diese Dollar quasi die amerikanische Staatsgrenze und halten sich für Millisekunden auf einem Computer einer Bank zum Beispiel in New York auf. Dort koennen die Finanzkrieger diese Zahlung stoppen lassen und schon hat diese Bank ein grosses Problem. Wenn diese „Waffe“ geschickt eingesetzt wird, koennen ganze Wirtschaftssysteme ruiniert werden. Wer sich den „Feinden“ der Amis zuwendet steht in Gefahr, diese Waffe kennen zu lernen, da die Amerikaner ja noch nie zimperlich waren, was die Methoden angeht, Ihre Interessen durchzusetzten. Wahrlich spannende Zeiten.

  6. Christian Schramayr
    31. Januar 2015, 12:22 | #6

    Kredite der Russen anstelle der Finanzmafia – hört sich für mich wie „Cosa Nostra“ anstelle „Mafia“an, oder liege ich falsch?

  7. Heinz
    31. Januar 2015, 13:47 | #7

    Das sind mal rosige Aussichten. Also, schnell mal den Antrag gestellt und schon kommen die Rubel. Die allerdings kaum noch etwas wert sind. Was Russland dann für Bedingungen stellt? Keiner weiß es, außer Putin. Er hat ja beste Erfahrungen bei diesem Thema, was am Beispiel Ukraine zu erkennen ist. Vielleicht müssten dann, als Sicherheit, griechische Inseln verpfändet werden. Das wäre ein Bombengeschäft für die Russen, da ja Griechenland in den nächsten zwanzig Jahren keine Wirtschaftsmacht werden wird. Dafür fehlen einfach sämtliche Voraussetzungen, die eine Volkswirtschaft erfolgreich und stabil machen. Am wenigsten dafür geeignet der inkompetente und vermutlich immer noch korrupte Beamtenapparat. Also nicht zurück zahlen kann. [satire]Irgendwann werden dann wohl Kreta, Santorin – Lesbos aus bekannten Gründen nicht – russisches Hoheitsgebiet sein. Die Krim lässt grüßen. [/stire]

  8. Jenny
    31. Januar 2015, 17:39 | #8

    Das ist schon recht interessant,alles mitzuverfolgen. Bin mal gespannt ob die Griechen wirklich die Russen um Hilfe Bitten. Von der EU haben Sie es ja abgelehnt. ich bin gespannt wie es weiter geht.

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