Regierung in Griechenland schürt Angst der Sparer

4. Januar 2015 / Aufrufe: 834

Ein Staatsminister der Regierung in Griechenland behauptete öffentlich, die SYRIZA beabsichtige, alle 15 Tage die Bankguthaben der Griechen anzapfen.

Dimitris Stamatis, Minister ohne Geschäftsbereich der Regierung Samaras, beschuldigte in einer öffentlichen Erklärung die SYRIZA, nicht nur Griechenland in den Bankrott führen, sondern auch alle 15 Tage Gelder von den Bankguthaben der Griechen „abzapfen“ zu werden.

Wie Dimitris Stamatis selbst sagte, erklärte er anlässlich einschlägiger Erklärungen von Seite der SYRIZA bezüglich des Kaufs staatlicher Schatzbriefe durch griechische Anleger:

Enthüllung jetzt!

Die SYRIZA wird nicht nur zur Einstellung des Zinsdienstes schreiten und das Land in den Bankrott führen! Sie hat uns offiziell angekündigt, auch zu einer internen Kreditaufnahme schreiten zu werden, indem sie die Sparguthaben der Griechen und sogar auch der Kleinsparer für den Kauf von Schatzbriefen des Fiskus verwendet.

Alle fünfzehn Tage werden sie also – offensichtlich obligatorisch – die Guthaben der Griechen ‚anzapfen‘. Dies ist der Plan B der SYRIZA Was wollen sie eigentlich? Begreifen sie nicht, dass selbst allein diese Enthüllung zu einer Kapitalflucht von den Banken führen kann? Sind sie dermaßen verantwortungslos?

SYRIZA: Bei diesen Wahlen werden wir keinerlei Wahrheit hören

Die SYRIZA schritt umgehend zu einer Bekanntmachung – Antwort, mit der sie auch betont:

Es scheint, dass wir bei diesen Wahlen von Seite der Nea Dimokratia (ND) keinerlei Wahrheit, sondern nur Lügen zu hören bekommen werden. Herrn Samaras ist sehr wohl bekannt, zumal er es auch selbst getan hat, dass die Regierungen zur Ausgabe von Schatzbriefen schreiten. Diese üblich Praxis als ‚Konfiszierung der Guthaben‘ zu bezeichnen, stellt schäbigen Schlamm dar.

Sie sollen uns jedoch endlich antworten: was genau hat er mit der Troika nach den Wahlen umzusetzen vereinbart, falls er an die Regierung kommt?

Dimitris Stamatis: Sie sind gefährlich und haben keine Ahnung

Eine Antwort auf … die Antwort der SYRIZA gab es auch von Seite des Ministers, der mit einer neuen Erklärung betonte:

Sie sind gefährlich und haben keine Ahnung, mal sagen sie, unsere Kredite bei den Ausländern nicht abzahlen zu werden, und mal sagen sie, Schatzbriefe auszugeben zu beabsichtigen und dabei ausschließlich die Guthaben der Griechen, sogar auch der Kleinsparer zu absorbieren.

Unsere Regierung wendete den Albtraum des Bankrotts ab. Die SYRIZA bereitet den Bankrott offiziell vor! Das griechische Volk wird ihr das nicht gestatten!

(Quelle: To Pontiki)

Relevante Beiträge:

  1. Ronald
    4. Januar 2015, 19:12 | #1

    Soweit Syriza erklärt „… dass die Griechen bei diesen Wahlen keinerlei Wahrheit, sondern nur Lügen zu hören bekommen werden.“ stimme ich ihr vollumfänglich zu, wobei das für alle am Wahlkampf beteiligten Parteien gilt. Der kurze Wahlkampf wird ein Spiel mit den Hoffnungen und Ängsten der griechischen Wählerschaft sein. Dass die Hoffnungen sich nicht erfüllen scheint mir klar; ich hoffe für die Griechen nur, dass die Ängste auch keine Realität werden.

  2. Helmut
    4. Januar 2015, 20:41 | #2

    Ich habe in den letzten Wochen mit vielen Griechen gesprochen. Kaum jemand traut noch dem Samaras und dem Papandreou über den Weg. Wer sollte denn die ND oder die PASOK noch wählen, die Arbeiter, die bürgerliche Mittelschicht, die Bauern? Alle sind sie doch geschröpft worden in den letzten Jahren. Zu verlieren haben viele Griechen nichts mehr, aber sie hoffen darauf, unter einer neuen Regierung wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen. Die Syriza wird m. E. bei den kommenden Wahlen deutlich besser abschneiden als das die derzeitigen Umfragen prognostizieren.

  3. herbert
    4. Januar 2015, 21:19 | #3

    Der dreckige Wahlkampf von allen mehr oder weniger ist voll entbrannt und eröffnet – leider. Hier geht es nicht mehr um die nötige Substanz, den Wahlkampf fair über die Bühne laufen zu lassen, sondern nur noch nach dem Motto, wie ich noch mehr den Wähler verunsichern kann. Die Schlacht hat begonnen. Die am meisten zu verlieren haben, schreien nunmehr um so lauter. Ende offen.

  4. LiFe
    4. Januar 2015, 22:53 | #4

    Angeblich, so las ich es irgendwo von einem Kommentator – ja genau, das war hier im Griechenland Blog – sollen die Griechen furchtlos sein. Ich fürchte, unsere griechischen Freunde hatten all die Jahre mit viel Geduld, mit einer Engelsgeduld jede Form von Abgaben und neuen Steuern, die eingeführt wurden, damit endlich eine Wirtschaft funktioniert, mitgemacht. Chapeau! Muss man sagen. Sie nahmen es hin und sie warten geduldig ab. Zukunftsplaner wurden zu Schuldnern und die Wirtschaft stagniert. Ich glaube nicht, dass Binnengriechen Reichtümer angespart haben. Die Briten wollten aus der EU raus, so richtig dabei waren sie nicht. Die Griechen kamen in die EU rein, aber so richtig drin waren sie nicht – obwohl sie sie es gerne gewesen wären. Firmen und Fachleute wanderten 2010 ab. Firmen, die gut gearbeitet hatten, gingen pleite, weil sie Steuern nicht bezahlen konnten. Zurück blieb eine verunsicherte Gesellschaft, die eigentlich endlich damit beginnen wollte, die Zukunft zu planen. Ich meine, was an Arbeitslosigkeit und finanziellen Nöten gewachsen ist, hat nicht unbedingt allein mit der EU zu tun. Hinzu kam eine Finanzblase, die sämtliche EU-Länder aus der Bahn geworfen hatte, weil diese geplatzt war. Man kann nur hoffen, dass Politiker und Parteien gemeinsam Strukturen finden. D. h. Verbundenheit statt Konkurrenz tut Not, als sich duellieren, wer die beste Partei vertrete, meine ich, denn Wähler haben glaube ich genug von Glauben und Hoffen und wieder enttäuscht zu werden und man sie wieder belogen hat. Immerhin entbehr(t)en sie viel, sie können seit langem keine eigenen Projekte auf lange Frist planen, sie mussten / müssen jeden Tag mit neuen Zahlungsverplichtungen rechnen. In Deutschland beispielweise war von der Maut die Rede. Drei Tage später hört man nichts. Also spart der Bürger! Da haben wir es endlich! Jetzt wissen wir endlich, wozu er spart! Er spart für eventuelle Ausgaben, die der Staat per Verordnung einfordert. Politik muss Beständigkeit schaffen und garantieren, denke ich. Aber so wie es aussieht, weiß bald kein Europäer mehr, was die Zukunft bringt. Selbst die Nürnberger Rostbratwurst weiß auch nicht, ob sie morgen geschützt bleibt. Könnte man etwa daraus ableiten, dass auch dem Zaziki die Zukunft ungewiß bleibt?

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